Neuer Trainer, alte Mängel

Das Spiel von Eintracht Frankfurt in Rheinnähe sollte einige Illusionen wie Seifenblasen zerplatzen gelassen haben. Der Trainerwechseleffekt ist, nunja, unsichtbar gewesen. Von (dreifach) Zählbarem ganz zu schweigen. Man könnte sogar soweit gehen und sagen, dass der Trainerwechsel das Aussehen des Niedergangs eher schlimmer als besser gemacht hat.

Anderes Personal spielt so, wie das andere andere Personal. Andere Formation wirkt wie alle anderen Formationen. Oczipka oder Djakpa, Medojevic oder Stendera, Hasebe oder Reinartz, Aigner oder Huszti; ob 4-4-2, 4-2-3-1 oder 4-3-3D alles Einheitsbrei. Samt der Mixtur aus Slapstick und Hilflosigkeit, die sich seit Monaten durch die Spiele zieht. Eintracht Frankfurt ist von Mönchengladbach abgebügelt worden, mühelos.

Also ist genau das passiert, was klar war: Der Trainer war nicht das Problem, es ist die Qualität dieser Mannschaft. Ein kolossal schlecht zusammengestelltes Team – der Verantwortungsbereich von Sportdirektor Bruno Hübner. Die Funktionäre haben diese komatöse Mannschaft mit der Veh-Entlassung getötet. Die Spieler, die maßgeblichen jedenfalls, standen zu ihm. Ein Ruck kann eben in zwei Richtungen gehen. Offenbar wird der Schritt als Strafaktion statt Befreiung wahrgenommen. Und selbst wenn es anders wäre: dann reicht die Qualität schlicht nicht, siehe Medojevic, Djakpa, der unsägliche und monatelang gefeierte Seferovic sowie viele andere.

Es ist von den Kovac-Brüdern in den Vortagen eben das gemacht worden, was nach Trainerwechseln stets gemacht wird: hinten dicht, man könnte von Abwehrriegel sprechen. Das ist gegen Borussia Mönchengladbach prinzipiell in Ordnung – am Kernproblem und der Hauptursache für den Abdtieg(skampf), dem planlosen Offensivspiel (und sei das auch noch so rudimentär) hat sich kein Mü geändert. Und an den Lichterloh-Bränden nach Standardsituationen des Gegners … dazu individuelle Fehler. Es ist schlicht egal, wer diese Manschaft in die zweite Liga verwaltet, mit Armin Veh wäre es nicht vermieden, nur billiger ( Abfindungen) geworden. Jetzt haben sich die Funktionäre dafür Gesichtswahrung gekauft.

Kann man alles schulterzuckend hinnehmen, in Gladbach kann man ja verlieren und so. Wie ärgerlich, dass sich so mancher Bundesligist so gar nicht an das (bruchhagensche) Drehbuch hält und Spiele gewinnt. Darmstadt 98 etwa, der dritte Südwest-Klub, der die Hasenzüchter aus Frankfurt überholt, sollte doch laut unserem
Vorstandsvorsitzenden jetzt im März eine Trainerdiskussion blühen. Ironie des Schicksals, die auf Arroganz und Unfähigkeit fußt. Und ob man derart vogelwild im Borussiapark auftreten muss? Nunja, die Emotionen sind lange verbraucht.

Nun also das Duell der Graupenteams. SGE vs. Hannover 96, den beiden Klubs, die absteigen werden. Wer das Spiel verliert, ist weg vom Fenster. Gewinnt Frankfurt, zögert das das Unausweichliche nur hinaus. Siehe Hoppenheim, Darmstadt und Augsburg respektive deren Form. Also endet der nächste Gruselkick der SGE unentschieden – davon abgesehen, dass das Heimspiel gegen den Mitabsteiger schon vor Wochen und trainerunabhängig ein Pflichtsieg war; einer, der nun nicht mal mehr dem Erhalt des Status quo dient.

Diese Mannschaft ist und hat fertig. Tschüss, Eintracht Frankfurt.

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14 Kommentare

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14 Antworten zu “Neuer Trainer, alte Mängel

  1. Jermaine Jones Junior

    Nach diesem Spiel weiß ich, dass wir -ihr lest richtig- definitiv den Klassenerhalt schaffen werden.

    • Neben der Herleitung dieses Glaubens interessiert mich vor allem: und dann? Wie wollen diese lebenden Toten denn Hoppenheim, Darmstadt und Bremen schlagen? Denn all das sind Pflichtsiege für den Klassenerhalt.
      Diese Frankfurter Mannschaft ist grottenschlecht und mit dem
      Trainerwechsel ist ggf das letzt Stützrädchen abgebrochen.

      • Jermaine Jones Junior

        Darauf antworte ich morgen. In Anlehnung an die hitzige Atmosphäre müssen wir alle (Fans, Mannschaft, Vorstand) erstmal eine Nacht darüber schlafen. Meine Intuition wird mir Recht geben. Am 34. Spieltag werden wir mindestens Platz 16 erreichen. Jedenfalls bin ich heute zuversichtlicher als vor dem Spiel. Dazu morgen mehr.

    • Das würde mich sehr freuen, wenn Du Recht hast

    • Anonymous

      Bestimmt: nächstes Jahr in der 2.Liga!

  2. Jermaine Jones Junior

    Ich bin in Gedanken schon beim H96-Spiel:

    ———————————–Hradecky—————————-
    ————-Zambrano———–Russ——————Abraham–
    ———————————–Reinartz—————————–
    ————Hasebe———————————–Stendera——
    ———Aigner———————————————Seferovic/Djakpa/Oczipka-
    ———————————-Fabian——————————–
    ——————————–Alex Meier——————————

  3. Olli

    Ach du Scheiße. Mit was haben die eigentlich den Lukas „fit“ gespritzt? Valium?
    Aber selbst wenn du die Torwartfehler mal weg lässt, das war ja noch weniger als wir es eh schon gewohnt waren.

    Ich gebe die Hoffnung vor dem H96-Spiel noch nicht auf, man sollte aber so langsam mal in die Verträge schauen – wer im Sommer nach dem Abstieg überhaupt noch was Wert ist ….

  4. Der Norddeutsche

    Offenbarungseid!
    Was mich wütend macht ist, bei einem evtl. Abstieg, das Existenzen
    der Mitarbeiter leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden.
    Etatkürzung usw.

  5. F.N.

    Hier zweifelt niemand die Qualität der Trainer an. Es ist nur ein Beweis dafür, dass man aus einem Hühnerhaufen, der zwar noch gackert aber nicht liefert , kein hungriges Wolfsrudel machen kann.
    Und für die letzten Optimisten: wir verlieren auch kommenden Samstag, weil 0 mal nix gleich null ist.
    In Hamburg sagt man tschüüüüss…..
    Oder auch Moin 2.Liga

  6. sonny 84

    Diese Mannschaft, wenn man sie so nennen Will ist einem Niveau geschuldet das in der gesamten Liga einmalig ist. Man kann in der 1 Liga auf Dauer mit 2 Ligaspielern nicht bestehen. Die Fehler die von der gesamten Sportlichen Führung in den Letzten Jahren, immer und immer wieder gemacht wurden sind mit einem neuen Trainer für die letzten 9 spiele nicht gutzumachen. Wenn in den sogenannten Gremien nie ein offenes Ohr der gesamten 50 000 Treuen Anhänger gehört wird, und einer Männerfreundschaft mehr Rechnung getragen wird dann wird es Zeit, dass die Herren sich mal in Selbstkritik, üben und an die eigene Nase fassen. Diese ganze Misere ist nur, und ausschließlich der gesamten Führung des Vereins anzulasten.

  7. anna

    lese hier gerne. und teile einen großteil meinung. aber grade reichts mal. haben verdient verloren. die kovac brüder hatten 4 tage oder so. ich habe die uhr auf null gestellt. alles andere ist masochismus. kommenden samstag zählt. und kehraus gibts – so oder so – ende der saison. beten.

  8. TK Idstein

    Ich schäme mich…

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