Die Mutmacher

Eintracht Frankfurt: Was ist noch gut, was läuft, worauf kann man sich in einem mutmachenden Sinn verlassen, wenn es am Samstagabend um die Wahrung der Hoffnung auf einen eventuellen Klassenerhalt geht?

– Die (numerisch seit Wochen schwindenden) Stadionzuschauer sind bis jetzt nicht am Wut-Sidepunkt angelangt, sie werden im Heimspiel das Heimteam solange bedingungslos unterstützen, bis es in Rückstand gerät, bis sich ein Nicht-Sieg abzeichnet.

– Der Gegner aus Hannover ist noch limitierter, noch schlechter als die SGE.

– Der Druck, zuhause und in dieser Ausgangslage gegen solch einen Gegner schlicht erfolgreich sein zu müssen, ist ein positiver.

– Die Innenverteidigung war, ist und bleibt der beste, zuverlässigste Mannschaftsteil. Zusammen mit Torwart Lukas Hradecky, Mönchengladbach hin oder her, sorgt sie für die benötigte Stabilität.

– Die Außenverteidigerpositionen sind zwar uninspiriert und gerade im Offensivspiel qualitativ bemitleidenswert besetzt, defensiv sind sie aber wenigstens recht schnörkellos unterwegs.

– Mit Stefan Reinartz und Luc Castaignos stehen zwei Akteure zur Verfügung, die zumindest nicht ganz so komatös in Kopf und Beinen sein dürften, wie der Rest.

– Folgenschwere Kratzbürstigkeit, also die eine oder andere Spielsperre über Gelbe oder Gelb-Rote-Karten, wirkt sich angesichts des dann folgenden Auswärtsspiels in München nicht nennenswert aus.

– Die Wirksamkeit des Trainerwechsels hat sich in Mönchengladbach, aller stark negativen Tendenz zum Trotz, noch nicht geklärt.

Eine überschaubare Liste. Und mit Ausnahme von ein, zwei Punkten auch ziemlich küchenpsychologisch, jedenfalls ohne sportlich begründete Mutmacher. Aber damit man sich nicht weiter im Hamsterrad der Unterirdischkeiten dreht, nun eben dieser Blick auf die Dinge.
Redet man sich überdies noch ein, dass es für Frankfurt ja nicht weiterhin so grotesk schlecht laufen kann, dass irgendwann ja mal ein Spieler, der nicht Alexander Meier heißt, ins Tor treffen und das zu einem Sieg gegen einen Konkurrenten reichen muss, wird sich bei so manchem fast Vorfreude auf das Bevorstehende einstellen.

Jedenfalls so lange, bis er / sie mitbekommt, dass die letzte Patrone (Trainer Niko Kovac) die allerletzte Patrone (Trainingslager) bereits in den Lauf gelegt hat und sowohl Haris Seferovic, zu dem alles gesagt ist, als auch Änis Ben-Hatira, den Mann, den man gar nicht wollte, am Samstagabend ein Platz in der Startformation winkt.

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3 Kommentare

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3 Antworten zu “Die Mutmacher

  1. Olsen

    Der größte Mutmacher wurde ja noch gar nicht benannt: Am We kehrt nach Ewigkeiten der abwesenheit ein ganz besonderer Gast im Stadion ein: moi. Und damit sei der Drops dann auch gelutscht 😉

  2. Hungerdunger

    „Hamsterrad der Unterirdischkeiten“, eine wunderbare Wortschöpfung. Sie kommt fast der Daum’schen Kreation vom „dritten Bein“ gleich.

    Das Problem ist die verdammte Angst. Sie schlich sich immer aufdringlicher in die Köpfe der rumpelnden Protagonisten. Was dazu geführt hat, daß es einem so vorkam, als würde man bei jedem Spiel der Adler einer Art von Schattenboxen beiwohnen. Dumm nur, daß die Gegner beim Tai Chi nicht mitmachen wollten und in Realgeschwindigkeit dem Geflügel den Weg zum Kochtopf aufzeigten.
    Mein Motto für den anstehenden Existenzkampf: Schluss mit asiatischen Entspannungsübungen und rhetorischem Valium !!
    „Just do it“, SGE !
    Ich drücke alle Daumen!

  3. Ed Kul

    Wenn man sieht, wie amateurhaft sich Reinartz nach seinem schlimmen Fehlpass vor dem 0:3 verhält und wie lange er braucht, um zu realisieren, was da gerade geschieht, kann man nur hoffen, dass er wenigstens etwas daraus gelernt hat. Ich hege diesbezüglich allerdings keine allzu großen Hoffnungen.

    Und dass Seferovic offenbar allein aufgrund seiner „Gene vom Balkan“ weiter di­let­tie­ren und lamentieren darf, stimmt mich auch nicht gerade zuversichtlich.

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