Zeit – nur, für was?

Unklar, wie viele Fans von Eintracht Frankfurt nach dem Heimsieg gegen Hannover 96 davon ausgehen, dass nun die besseren Zeiten anbrechen. Länderspielpause und Münchenpausenspiel sind gleichbedeutend mit drei Vorbereitungswochen auf das nächste Hoffnung-oder-Abstiegs-Heimspiel – diesmal gegen das nun schlicht seine qualitativen Möglichkeiten abrufende Hoppenheim.
Doch mal wieder stehen kaum Fußballer für das so dringend nötige Training auf dem Platz – und vor allem das dürfte der Grund dafür sein, dass Trainer Nico Kovac das vor kurzem noch angekündigte Trainingslager zu einem Frühstück-und-Fußball-Stündchen gewandelt hat.

Es ist schon bemerkens- und bemitleidenswert, wie wenig Einfluß so ein Übungsleiter auf die sportliche Zukunft einer Mannschaft nehmen kann. Mit einem Schlag fehlt ihm dann eben die halbe Startformation. Und so gehen die Trainingstage dann eben ziemlich fruchtlos dahin, mit Kaan Ayhan statt Carlos Zambrano, mit Aleksandr Ignjovski statt Makoto Hasebe, mit Bastian Oczipka statt Constant Djakpa. Und die wenigen spielerischen Elementeinbringer, also Marc Stendera und Marco Fabian fehlen ebenso.
Da braucht es schon ein gerüttet Maß Optimismus, um an eine Verbesserung der Mannschaft, gerade in den wesentlichen Bereichen des Kombinaitons- und Chancenherausspiel(en)s, zu glauben. Faktisch kicken sich nämlich die verbliebenen A-Elf-Spieler mit Reservisten die Pille zu, nicht mit dem Kern, den der Trainer als Korsett ausgemacht hat.

Am Kampf, am Willen mangelte es dieser Mannschaft in dieser Saison mit Ausnahme von ein, zwei Spielen nie. Nicht unter Kovac, nicht unter Armin Veh. Das spielerische Rüstzeug, dessen Fehlen wurde von Woche zu Woche sichtbarer und – mit Ausnahme des Diletantenduelles gegen Hannover – folgenschwerer. Und genau das ist der Casus Knaxus: Es muss spielerisch so einiges passieren, doch wie soll das gelingen, wenn bspw. Stefan Aigner erdachte Spielzüge, Anlagen, Taktiken nicht mit Haris Seferovic, sondern mit Luca Waldschmidt einstudieren muss? Wie soll das Umschaltspiel im Wettbewerb klappen, wenn Ignjovski statt Stendera den Spielmacher geben muss? Nur das Bällefangen, da ist es recht egal, ob im Training Lukas Hradecky oder Heinz Lindner im Tor stehen. Oder Emil Balayev. Oder Yannick Zummack. Oder ich.

Immerhin gibt es noch die Woche vor dem Bayern“spiel“. Meine Meinung: In Ermangelung einer eigenen U23 die A-Jugend, „verstärkt“ durch Ayhan, Regäsel, Lindner und Waldschmidt, hinschicken; gecoacht von Michael Fabacher. Also abschenken, die Zeit fürs Training nutzen. Denn die Eintracht braucht Punkte, vor allem in eben jenen verbleibenden direkten Duellen gegen Hoppenheim, Darmstadt, Bremen, mit etwas Glück gegen Mainz und Leverkusen. Das Torverhältnis wird daher meinem Gefühl zufolge nicht über Abstieg/Nichtabstieg entscheiden; weshalb selbst eine 0:15-Niederlage in München nichts weiter als Folklore wäre.

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3 Kommentare

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3 Antworten zu “Zeit – nur, für was?

  1. Jermaine Jones Junior

    Imer positiv denken! Ist doch gut für den Kopf, wenn die Nationalspieler mal ein paar Tage regenerieren und Abstand gewinnen.

  2. sonny 84

    Immer wieder muss man darauf hinweisen, dass diese ganze Miesere unserem so umtriebigen Sportlichen Leiter anzulasten sind. Er und sein Duzfreund A.V.sind ganz alleine für den Niedergang unseres Vereines verantwortlich. Nun sollte man aber nicht den Fehler begehen N.K. nach nur 2wochen Training eine andere Struktur oder Spielweise zu verlangen, dazu hätte es einen Früheren Zeitpunkt Gebraucht. Unsere verantwortlichen Herren hatten nicht den Mut in der Winterpause die Konsequenz über eine irrige Trainer Verpflichtung zu Entscheiden.

  3. F.N.

    Ihre Ausführungen sind wie immer zutreffend , nur in puncto Torverhältnis bin ich diesmal anderer Meinung. Zwischen Platz 16 und 17 könnte die Tordifferenz entscheiden, was letztendlich am Abstieg der Eintracht nichts verändern wird , nur unser Leiden verlängert

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