Böses Umfeld, Klappe die nächste

Dank den Journalisten der „Frankfurter Rundschau“ ist nicht nur eine tägliche Berichterstattung über Eintracht Frankfurt gewährleistet, sondern aufgrund eines nun veröffentlichten Interviews auch dafür gesorgt, dass sich die SGE-Anhängerschaft mit Sportdirektor Bruno Hübner auseinandersetzen MUSS.
In meinen Augen kommt so eine Geschichte zwar um Wochen zu spät, aber immerhin passiert es vor Ende der Saison doch nochmal – und das Interview ist bezeichnenderweise gar nicht mal mit allzu kitzeligen Fragen versehen worden. Es ist wie immer: In Bezug auf die SGE genügt schon das Stellen der einfachen Fragen, um eine Ahnung vom Ausmaß des Unvermögens der Handelnden zu bekommen.

Getreu dem tradtionellen Eintracht-Mantra „Schuld sind immer die anderen“, wurden auch jetzt wieder die Erwartungshaltung des Umfelds, die Benachteiligung durch Schiedsrichter und das Pech als Auslöser für den sportlichen Niedergang, den ziemlich sicher bevorstehenden Abstieg in die zweite Bundesliga ausgemacht. Eigene Fehler? Eigene Konsequenzen? Iwo!
Wer einen Spieleretat von fast 40 Millionen Euro, Einnahmen von rund 100 Millionen Euro ausweisen kann, von dem ist eine Platzierung im mausgrauen Mittelfeld der Bundesliga offenbar nicht zu erwarten. Schon gar nicht, wenn einen andere Klubs mit wesentlich weniger Mitteln – seit langem – abgehängt haben.
Fakt ist, und da können sich die Funktionäre von Eintracht Frankfurt noch so sehr in ihren Eintracht-TV-Sonnenscheinspiegel reden, dass das Gros des erwartungsschwangeren Umfelds, das angeblich den Verein vergifte, nichts anderes erwartet, als dass ein paar Spieltage vor Saisonende der Klassenerhalt fix ist. Im Idealfall kommen alle Jubeljahre mal internationale Spiele samt frühem Ausscheiden dazu. Etwas, Reisen, wofür und für die Zehntausende auf Jahre dankbar für sind.

Aber lest selbst, das stimuliert ihn immerhin nochmal, den paralysierten Leib des Fans. Besser noch, lest euch mal diese Analyse, gerne auch den Lizenz-Passus, hier durch – vor allem jene Leser, die sich so gerne über die angeblich stets negative Geisteshaltung dieses Blogs auslassen.

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8 Kommentare

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8 Antworten zu “Böses Umfeld, Klappe die nächste

  1. Olli

    ENDE, AUS, VORBEI, DAS WARS !!!!

    4 Spiele fürn Arsch. Es geht für die anderen nur noch um den Relegationsplatz. Die Absteiger stehen fest.

  2. F.N.

    Was sind wir für eine Gesellschaft geworden. Wir haben uns alle lieb . Nur keine Kritik. Uns wird es schon nicht treffen.
    Managementfehler sind Fehler egal ob bei VW oder der SGE. Das Gehalt erhält man in der Höhe auch als Risikoprämie. Ein Abstieg kostet wohl mind. EUR 70 Mio. Und irgendjemand wird das verantworten müssen….
    Ich gehe seit 1980 regelmäßig zur Eintracht und bin kein notorischer Nörgler, die Mannschaft 2011 war falsch zusammengestellt und sie ist es heute auch wieder. Die Liga ist so eng zusammengerückt , dass Kleinigkeiten schon ins Gewicht fallen. Letztes und vorletztes Jahr ging der Kelch an uns vorüber. Der tolle neunte Platz verzerrt das tatsächliche Bild; das hatte die Führung ja erkannt, sonst hätte Schaaf nicht gegen müssen.
    Hannover hat sogar Nachwuchsspieler, die ligatauglich zu sein scheinen. Die Eintracht hat das nicht, nur eine U 19, die selber strauchelt. Diese Entscheidungen/Entwicklungen sind managementfehler .

    Und trotzdem hoffe ich auf drei Punkte heute , weil wir oft etwas geholt haben in Leverkusen.

  3. Olsen

    Fragt mich warum, aber ich gehe heute felsenfest von 3 Pkt aus. Dann ist das Umfeld auch wieder etwas optimistischer.

    Grüße – wir hören uns nach dem Spiel.

  4. Man kann alles erklären. Aber als Manager ist man verantwortlich, dass es läuft. Wenn nicht, dann muss man etwas ändern oder gehen. Wenn die SGE seit Jahren erklärt, dass man nach oben keine Chance hat, da dort soviel Geld ist, dann müsste man nach dieser Logik nach unten sicher sein. Ist es aber nicht.
    Hoffen wir bis zum Ende. Ist ja auch egal wie die Punkte zusammen kommen. Selbst H96 schafft es zu gewinnen.

    • Olsen

      Ich bin immer etwas vorsichtig damit zu erklären, dass jedermann sofort gehen muss, wenn er in (Teilen) seiner Arbeit nicht gut ist. Wenn dem so wäre, hätten wir andere Arbeitslosenzahlen und kaum eine Firma wäre handlungsfähig.

      Zu Hühner selbst bleibt entsprechend zu sagen, dass sich keiner von uns vor eine Kamera stellen würde, um zu erklären, wie er dem Unternehmen schadet, welches ihn finanziert. „Ich bin der Kopf des stinkenden Fisches. Bei Abstieg sollte man mich dringend meiner Befugnisse entbinden.“

  5. Jermaine Jones Junior

    „vor allem jene Leser, die sich so gerne über die angeblich stets negative Geisteshaltung dieses Blogs auslassen.“

    Da habt Ihr euren großen Auftritt. „Endlich“ tritt das ein, was „Ihr“ jahrelang herbeizuverschwören vermochtet: den absoluten Tiefpunkt. Wenn ich über Monate und Jahre mit meiner Partnerin darüber diskutieren würde, ob sie sich von mir trennt, dann wäre der Abschied genauso eine Frage der Zeit sein wie der möglich Abstieg von Eintracht Frankfurt. „Self fullfilling prophecy“ nennt man wohl sowas.

    Bruno Hübner meinte mit der Erwartungshaltung etwas anderes (nämlich das Falsche und Unzutreffende) und doch hat er Recht. Ich bin nun seit 1995 Fan von Eintracht Frankfurt, aber seit dem erstem Abstieg 1996 der Vereinsgeschichte (und trotz des Wiederaufstiegs 1998) ist der grundsätzliche Respekt gegenüber diesem Verein irgendwie verloren gegangen. Ein Vertrauensbruch war spürbar zu erkennen. Seither fürchtet man sich bei Eintracht Frankfurt vor nichts mehr als den Abstieg. Nach jeder Niederlage verfällt man im Umfeld gleich in eine latent kollektive Panik.

    Das war doch letztes Jahr unter Schaaf genauso. Nach jedem Sieg hieß es: Europapokal. Nach jeder Niederlage: Abstieg in Liga 2.

    So lange der Abstieg nicht faktisch feststeht, stehe ich hinter diesem Verein und unterstütze ihn solange der Klassenerhalt mathematisch noch möglich ist. Dazu fühle ich mich verpflichtet.

  6. F.N.

    Kasse leer; Lizenz bedroht; der Abstieg naht; Kampf bis zum letzten Grashalm

    Das Possenspiel der SGE, ab sofort imFritz Remond Theater; in den Hauptrollen: Problem Bruno, Axel H., Fischers Fritze und edliche Komparsen im gestreiften Shirt angeführt von den Kovac Kroaten

    Die letzten Jahre haben wir über den HSV gelacht. Nur dort gibt es Speditionsmillionen….

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