Das letzte Zucken

Von Endspielen und Entscheidungen ist seit dem Amtsantritt von Trainer Niko Kovac gesprochen und geschrieben worden. Hannover war eines, das Eintracht Frankfurt zitterig aber verdient gewann. Hoppenheim war eines, das Eintracht Frankfurt nicht unverdient verlor. Leverkusen, wäre, wenn der Plan alle Spiele gegen direkte Konkurrenten zu gewinnen geklappt hätte, kein solches Endspiel gewesen. Nach dem neuerlichen Magengrubenschlag für die SGE im Heimspiel gegen Hoppenheim und dem Spielplan Werder Bremens und Augsburgs, ist die Partie bei Bayer nun sehr wohl ein, nein, DAS Endspiel in dem minimalsten aller Ziele: Ob diese Frankfurter Mannschaft überhaupt rechnerisch am Relegationsplatz dranbleiben kann.

In anderen Zeiten hätte ich geschrieben, dass nun eine Trotzreaktion und somit ein Erfolg kommt. Aber mit dieser Truppe? Nein, dafür werden die Grundlagen seit Monaten zu mangelhaft, geradezu ungenügend exekutiert. Natürlich ist mit den prinzipiell leidenschaftlichen, laufstarken, konzentrierten Leistungen der vergangenen Wochen ein Unentschieden in Leverkusen möglich. Nur, was bringt der andauernde Vemeidungskampf, was hilft ein Zähler? Nichts. Nur drei Punkte in diesem Auswärtsspiel, wozu mindestens ein drittes Tor im neunten Spiel von Nöten ist, lassen den Verein überhaupt noch an der Lunte der Erstklassigkeit riechen. Ansonsten zuckt der Korpus nicht mal mehr.

So zynisch es klingt, aber ein frühzeitiger(er) Abstieg dieser Mannschaft hätte wenigstens den Vorteil, dass sich die Funktionäre auf alles Organisatorische für die zweite Bundesliga konzentrieren könnten. Da ist nämlich, und das macht die Sache so fatal, wesentlich komplizierter als bei einem Irgendwie-Verbleib den Kader komfortabel „auszumisten“ zu können und das eben nicht qua Abstieg und folgender Finanznot (plus allen weiteren Baustellen dieses Klubs, Stichwort Vorstandsvorsitz, Hauptsponsor etc.) zu müssen.
Der worst-case für Eintracht Frankfurt sind kurioserweise sogar die (noch später stattfindenden) Relegationsspiele. Gegen keines der drei seit Monaten stabilen Teams, die in der zweiten Bundesliga oben stehen und die Positionen 1 bis 3 unter sich ausspielen, hätte diese SGE eine Chance. Und dann wären eben weitere Tage der Ungewissheit, der Unplanbarkeit ins Land gegangen.

Wir Frnakfurt-Fans sind ohnehin Augenzeugen einer anderen Sportart als die, die Liverpool, Dortmund, Bilbao, Sevilla und wie sie alle heißen betreiben. Im Tempovergleich ist das Renault Twizy gegen Ferrari, wobei die Rolle der Eintracht ja klar sein dürfte. Aber nicht nur die Geschwindigkeit, auch die Emotionalität, die Willensstärke und die Mentalität als solche ist eine gänzlich andere. Und man muss ja nicht mal ins Uefa-Cup-Viertelfinale schauen, um die Klassenunterschiede zwischen SGE und dem Rest des Profizirkus‘ auszumachen.

Jetzt aber erstmal Leverkusen, denen sechs Defensivspieler fehlen. Aber nach allem, was die Frankfurt-Fans in dieser Saison – und spätestens seit dem Ausfall von Alexander Meier – mitansehen mussten, könnten die Pharmaboys auch vier Pylonen als Abwehrkette sowie eine Hantelbank ins Tor stellen, und würden kein Gegentor kassieren.

Forza SGE.

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2 Kommentare

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2 Antworten zu “Das letzte Zucken

  1. Pohl

    Der Bruno-Bär

    Viel für den direkten Wiederaufstieg beigetragen.
    Dann unvergessliche Europapokal-Saison.
    Zuletzt Neunter geworden.
    Zum ersten mal prekär, seit er hier ist.

    Ansichten von der Sonnenbank auf sich selbst.
    Daher macht sich der Bruno-Bär auch keine Sorgen um seinen Job.

    Na denne, dann ist ja alles in bester Ordnung…

    Viel Spass mit dem Bruno-Bär in der 2. und dann auch in der 3. Liga.

  2. Stoffel

    Leider alles wahr….

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