Verhinderungs-Fußball

Gut, es ist die (neue) Regel, dass einem der besten Teams der über 34 Spiele erzielte sportliche Erfolg verwehrt, einem der schlechtesten Teams der Liga der Allerwerteste gerettet werden kann. Mit Gerechtigkeit hat das, wie so Vieles in der Welt, nichts zutun.

Meine Haltung ist da ziemlich klar: Die Tabelle lügt nicht. Eintracht Frankfurt ist über eine ganze Saison das drittschlechlechteste Bundesligateam gewesen. Die Mannschaft genügte den Ansprüchen in dieser Spielzeit (mal wieder) nicht. Also hat sie abtusteigen. Im Umkehrschluss hat Nürnberg als drittbestes Team der 2. Liga aufzusteigen. Punkt.
Doch es kommt qua Regelwerk zum direkten Duell.

Dass Niko Kovac gegen Werder Bremen das Spiel ver-coacht hat, dürfte unstreitig sein. Die grundsätzliche Herangehensweise war verkehrt, spätestens als Stuttgart 0:2 zurücklag, wusste jeder Fußball-Beobachter, dass Bremen das Risiko erhöhen würde. Kovacs Antwort darauf war es, die Mauertaktik in der zweiten Halbzeit durch Zement zu befestigen. Die Wechsel waren fatal. Und weil es fast immer so ist, dass die Einstellung „uns reicht ein Punkt“ ins Verderben führt, wundert der Spielausgang auch nicht.
Gegen Bremen so zu spielen wie gegen Dortmund – welch absurde Idee! Dabei schien Kovac zuletzt alles richtig zu machen. Anstatt 1999, dessen Wiederholung in den vergangenen Tagen so heroisch besungen wurde, ist im Endeffekt die Wiederholung von 2011 realistisch.
Wieso? Weil die SGE sich nicht durch ein Erfolgserlebnis noch auf den 16. Platz hievte, sondern weil sie sich die Rettung verwehrt, auf den 16. Platz abgerutscht sind. Da spielen die Beteuerungen, vor 2,3 Wochen sei selbst die Relegations-Chance kaum noch gesehen worden, nicht.

Das größte Problem gegen Nürnberg wird sein, dann doch mal wieder Fußball zu spielen. Nach vorne. Verhinderung, wie gegen Dortmund und Bremen, darf keine Option sein. Von der Leine müssen die Spieler endlich mal, wann immer unter Kovac ein Comeback nötig war, zeigte die Mannschaft ja Ansätze von druckvollem Spiel. Zuletzt gar mit zählbarem Erfolg. Sollte jedoch dieser unsägliche Haris Seferovic immer wieder und immer weiter aufgestellt werden, wird’s nix mit dem Dusel-Klassenerhalt.

Ich bin nach dem WIE gegen Bremen so bedient, ich glaube es selbst kaum. Einfach, weil das so absehbar war. Nicht nur, dass die verkacken, nein, dass sie es mit Vermeidungs-Fußball erwürgen wollen. Bitte nicht mehr!

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9 Kommentare

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9 Antworten zu “Verhinderungs-Fußball

  1. TK Idstein

    Entschuldigung, aber ich muss hier noch etwas off Topic loswerden.
    Ich halte es für eine Unverschämtheit, dass Eintracht Mitglieder ein Vorkaufsrecht auf bis zu ! 6 ! Karten haben und demnach für die normalen Fans keine Einzige übrigbleibt. Bei e-bay kann man beobachten wie sich Mitglieder dieses Vereins mit Preisen von 70-100€ pro Karte sanieren.
    Wahrscheinlich als Dankeschön für die miserable Saison. Ich hoffe an der Stelle dass die Kartenbesitzer auf Ihren Karten sitzen bleiben und das Stadion nur zu zwei drittel gefüllt ist. Das unterstreicht einmal mehr die Inkompetenz des Vorstandes und seiner Gehilfen. Zum kotzen !

  2. Jermaine Jones Junior

    Bevor ich es vergesse: nach dem Abgang von Naldo, könnte man über einen Verkauf von Zambrano an Wolfsburg nachdenken. Nicht dass uns wieder Einnahmen entgehen, wie beim vernachlässigten Transfer von Seferovic an Gladbach (10 Mill. €).

  3. Olli

    Es wäre einfach nicht Eintracht Frankfurt, wenn man es nicht spannend bis zur allerletzten möglichen Minute machen würde. Direkte Rettung ohne Relegation, wie langweilig.

    Bald ist EM, also für mich und wohl einige Eintracht Anhäger so unbedeutend wie sonst was. Da muss man sich erst mal wieder dran gewöhnen die Fingernägel zu schneiden, mit einer Schere. Also, genießen wir noch zwei relevante und hochbrisante wie spannende Spiele, bevor es im August wieder weiter geht mit Fußball. Egal in welcher Liga!

  4. anna

    gerechtigkeit im profifußball? lieber nürnberg in die erste liga? ich glaube wohl es hackt. erbärmlich. mein voller ernst. gerade weil ich dich sonst hier abfeier.

    • Natürlich nicht lieber Nürnberg in der 1. Liga. Aber schaut man sich die sportlichen Leistungen, die Ergebnisse über 34 Spieltage an, ist es ziemlich eindeutig, wer welchen Weg – runter oder hoch – verdient hätte. Und es ist ja nicht so, dass die Relegation ein ewiger Bestandteil des Fußballs wäre. Es ist ein vor wenigen Jahren zum Zweck der Geldvermehrung / Vermarktung eingeführtes Sport-Beschiss-Konstrukt (das in der Relegation von Liga 4 in Liga 3 seinen absurden Höhepunkt hat).

      Kurzum: Ich bin, wie beim HSV oder anderen, einfach der Meinung, dass man als 3.schlechtestes Ligateam in eben dieser nix mehr verloren hat. Auch wenn es die SGE ist. Was nicht heißt, dass ich Eintracht Frankfurt den Abstieg wünsche.

      • Jermaine Jones Junior

        Ich finde die Idee der Relegationsspiele gar nicht so schlecht. Auf diese Weise bleibt der (teure und nachhaltig existentiell bedrohliche) Abstieg für Traditionsvereine vorerst erspart, unabhängig davon wie sehr deren Finanz- und Sportpolitik missglückt ist. Das wahre Asset der Bundesliga machen nämlich die Traditionsvereine aus (siehe Einschaltquote oder Anzahl der Stadionbesucher). So neu ist diese Idee nun auch wieder nicht. Ende der 1980er profitierte unsere SGE zweimal von dieser Regelung. Ohne deren Einführung hätte die SGE die Entstehung des „Fussball 2000“ wahrscheinlich nie erlebt.

    • Wieso denn erbärmlich? Meine Haltung zur Relegation ist ähnlich, was dieses Jahr eben bedeuten würde, dass der FCN in die erste Liga gehört. Will hier vermutlich niemand, aber wenn es denn gelingt, sich in den zwei Spielen durchzusetzen, dann sollte uns allen bewusst sein, dass wir das nur diesem künstlichen Brot-und-Spiele-Spektakel zu verdanken haben.

  5. Oka

    Dem ist nichts hinzuzufügen, leider.

  6. F.N.

    Zustimmung auf ganzer Linie. Trotzdem wäre mir ein Neuanfang mit Kovac in Liga 1 lieber als ein Abstieg in Liga 2 ,, da ein direkter Wiederaufstieg dieses Mal nicht gelingen würde.
    2 mal noch Augen zu und durch, Anforderungen auf Null stellen und Hoffen und Beten, wie der hessische Ministerpräsident schon kirchlichen/ himmlischen Beistand einforderte.
    Es ist noch alles möglich!!! Und vielleicht trifft der Fussballgott wieder ins Eckige.

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