Das Spielgerät lieben

Mijat Gacinovic, Marco Fabian, Sonny Kittel, Änis Ben-Hatira … was könnten für Fußballer für Eintracht Frankfurt auflaufen! Leute, die eine gewisse Liebe zum Spielgerät haben, die mit Dynamik, flinken Beinen und Köpfen sowie einer gewissen Verrücktheit die offensive Monotonie, den Einheitstrott dieser Mannschaft durchbrechen könnten, was wiederum Torabschlüsse und somit Torerfolge ermöglichen würde.

Stattdessen schlurfen weiterhin Szabolts Huszti und Haris Seferovic über den Platz. Der eine ist aller auch altersbedingten Trägheit zum Trotz wenigstens in der Theorie noch für Standardsituationen zu gebrauchen, der andere ist schlicht eine aktive Schwächung des ohnehin kolabierten Kollektivs. Und Trainer Niko Kovac hält trotzdem eisern an diesen Spielern fest. Vielleicht ist an der einst krude wirkenden These des Marco-Fabian-Vaters ja doch etwas dran, wonach der Mexikaner aufgrund persönlicher, quasi-nationaler Gründe seit dem Trainerwechsel außen vor ist. Nicht, dass Fabian Bäume ausgerissen hätte – welcher Eintrachtspieler außer Alexander Meier und Lukas Hradecky hat das schon? – aber er drehte immerhin am Schwungrad, tat also etwas, das alle anderen Spieler schlicht nicht können. Bis auf Mijat Gacinovic, dessen Torschützen-Dasein gegen Nürnberg kein Zufall gewesen ist. Wenn es einen gab, der in diesem 75-Prozent-Ballbesitz-aber-trotzdem-keine-Torchance-Spiel gegen Nürnberg einen Ball reintun würde können, dann der schmächtige Serbe. Nürnberg. Lange her, dass ich eine so schlechte Mannschaft beäugen musste (Hannover und die Eintracht ausgenommen).

Was ist nun die Lehre aus diesem 1:1, dass dem Klub (und nicht dem Club) das Genick brechen könnte? Es gibt keine Lehre, keine Erkenntnis, jedenfalls keine neue. Das Spiel ist ein Abziehbild der allermeisten Auftritte von Eintracht Frankfurt in 2015/2016, egal unter welchem der beiden Trainer: Defensiv in Ordnung, kämpferisch in Ordnung, offensiv krampfhaft bemüht – und ebenso mittel- wie harmlos.

Ein Strohhalm gefällig? Die SGE muss nun mindestens ein Tor schießen. Somit kommt der Trainer wenigstens nicht auf die Idee, gegen desaströse Gegner wieder neun Mann über 88 Minuten Bälle wegbolzen zu lassen. Und wer weiß, vielleicht wird ja mal ein Ballliebhaber in der Startelf aufgeboten? Einer, der dann mit Sicherheit total brennt, macht und tut, weil er vom Trainer ja so gestärkt wurde <— dieser Satz ist Sarkasmus.

Ein Abstieg nach Elfmeterschießen wäre übrigens das einzig logische Ende dieser SGE-Saison. Ich glaube ja dran <— dieser Satz ist kein Sarkasmus.

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3 Kommentare

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3 Antworten zu “Das Spielgerät lieben

  1. Werner

    Der Autor dürfte zu jung für Hirsch’s „dunkelgraue Lieder“ sein.

    Im Übrigen ist er der Einzige,der bezüglich der Eintracht „Klartext“ schreibt. Und immer gut begründet, im Gegensatz zu anderen Blogs, bei denen „der gemeine Fan“ fröhlich Urständ‘ feiert.

  2. Anonymous

    Ja ja, stimmt ja alles irgendwie. Allerdings hab ich keine Lust auf Ludwig Hirsch’s dunkelgraue Lieder! Wir schießen ein dappiches Kacktor, das dann hoffentlich reicht, fertig!

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