Der Umbruch

Eintracht Frankfurt wollte schon oft „Reset-Knöpfe drücken“, ein „weiter so“ nicht zulassen und Althergebrachtes verändern und Aufbruchsstimmung erzeugen. Es waren stets Lippenbekenntnisse, die Realität fing diesen Klub aufgrund struktureller Unzulänglichkeiten und Fehlentwicklungen immer wieder ein – gipfeld in Entscheidungen, wie jener, die U23 abzumelden. Dass es in puncto grundsätzlicher Ausrichtung nach diesem, auf 34 Spieltage gesehen schmeichelhaften Dusel-Klassenerhalt anders wird, dafür gibt es zumindest erste Indizien.

So soll etwa Sportdirektor Bruno Hübner in seinem Aufgabenbereich zumindest gestutzt, wenn nicht sogar von seinen Aufgaben entbunden werden. Die Transferbilanz des Funktionärs, die hier im Blog schon mehrfach Thema war, liest sich ernüchternd. Der Großteil aller Transfers der vergangenen drei Jahre entpuppte sich bestenfalls als Mitläufer, schlimmstenfalls als Flop. Akteure der Güteklasse eines Slobodan Medojevic, Lucas Piazon, Kaan Ayhan, auch Yanni Regäsel etc. bringen die Mannschaft nicht mal in der Breite weiter. Es geht ja nicht darum, dass jeder Neuzugang ein Volltreffer sein muss, so wie das einst bei Kevin Trapp, Stefan Aigner und Carlos Zambrano der Fall war. Mit Makoto Hasebe vor zwei und Lukas Hradecky sowie David Abraham vor einem Jahr, gelang Hübner auch weiterhin der eine oder andere gute Griff. Was jedoch auffällt: Es sind Defensivspieler, Verhinderer, bei denen er (wie zuvor schon Heribert Bruchhagen) ganz gut liegt.
Sobald es aber um gestalterische, antreiberische, dynamische, flinke, trickreiche, vor allem aber offensiv ausgerichtete, tor(vorbereitungs)gefährliche Spieler geht, leistet man sich in diesem Verein einen Fehlgriff nach dem nächsten. Jüngste Beispiele: Haris Seferovic galt vor seinem Wechsel zur SGE als launisch, als one-hit-wonder. Das hat sich – Klassenerhaltstor hin oder her – bestätigt. Luc Castaignos fehlt es an grundsätzlichem fußballerischen Rüstzeug, er ist erstmal nur schnell; was bei der ziemlich lahmen Eintracht aber ja ein Wert an sich ist. Nicht zuletzt die in der qualitativen Bewertung umstrittene Personalie Vaclav Kadlec – zur Einordnung: Er hat in Dänemark in fünf Spielen eine Torvorlage zu Buche stehen und ist seit Anfang April verletzt. Und Marco Fabian? Das wird sich nun, da seine 3,7 Millionen Euro Ablöse nicht im Schornstein der zweiten Liga verrauchen, noch weisen können.

Bliebe es beim Konjunktiv eines Hübner Aus‘, würde gegebenenfalls nicht mal sein Zuständigkeitsbereich massiv gestutzt, wäre das schon das Ende eines Neustarts im Sinne von „Wir haben (endlich) verstanden“. Denn: Er wiederholt selbst nach dieser peinlichen Saison das Mantra der überzogenen Erwartungshaltung – und Kritik an der nun wirklich offenkundigen Konzeptlosigkeit kann er auch nicht nachvollziehen.

A) Zur Erwartungshaltung – die der Hessische Rundfunk ebenfalls einfach als Fakt übernimmt – habe ich so oft so viel geschrieben, dass ich nur noch, von der Dauerschleife dieser Märchens genervt, exemplarisch verlinken möchte. Hier und hier beispielsweise.

B) Zur Konzeptlosigkeit das aktuellste Beispiel: Eintracht Frankfurt will Ivo Ilicevic vom Hamburger SV verpflichten. Der ist, wie bereits beschrieben, eher Typ Mitläufer und von den Leistungsdaten noch unter dem Niveau von Hertha-Pflichtgeschenk Änis Ben-Hatira. Jetzt soll Ilicevic aber wohl doch nicht kommen, weil Mijat Gacinovic in der Relegation gegen Nürnberg stark spielte. Jener Gacinovic, den man einst verpflichtete, weil …? Offenbar wusste und weiß man das selbst nicht. Es bedurfte jedenfalls der größten spielerischen Armut und der allerletzten Patrone des neuen Trainers um nach erreichtem Klassenerhalt zu erkennen, dass der Serbe mehr als ein Investment in eine ferne Zukunft sein kann.
Übrigens: Dass der Klub kein Konzept hat, ist auch daran zu erkennen, dass erst kürzlich mit Hübner, der extern wie intern massiv in der Kritik steht, der Vertrag verlängert wurde.

Die Kernfrage in Bezug auf (Neu)Ausrichtung in Personal wie Struktur wird sein, wie kumpelhaft es im Aufsichtsrat zugeht, zugehen darf. Gibt es in dem Gremium Fachmänner, An- und/oder Wortführer, die verstehen, dass man aus dem immergleichen Sud, in dem der Klub seit Jahren liegt, heraustreten, „neue“, mindestens aber andere Wege gehen muss? Wege, zu denen prioritär eben nicht so Ferz wie internationale Vermarkung eines Geradeso-Erstligisten oder Stadionmiete zählen, sondern ganz grundsätzliche Strategiefragen (die auch kein Abweichen eines finanzsoliden Kurses erfordern): Da ist die Jugendabteilung, das Leistungszentrum und die konsequente Durchlässigkeit in Richtung Profimannschaft entscheidend. Spieler zu entwickeln, die nicht als Kaderfüller den Altersschnitt senken, sondern die von Jahr eins an auch mal eine Bereicherung sein können – erst sportlich, dann finanziell. Heißt: Es muss mal in Zeiten außerhalb der schieren (Finanz)Not das Modell der Jugendintegration verfolgt werden. Aus der Region, im Idealfall, aber eben auch mit Fühlern in die traditionell guten Ausbildungszentren wie etwa jene in Stuttgart, München oder Rostock. Daneben braucht es eine Vorstandsriege, die dem jeweiligen Trainerteam klare sportliche wie spielersiche Vorgaben macht: Diese Tabellenregion will man erreichen, mit diesem Spielstil und diesem Personal – bitte umsetzen. Also ja, Prinzip Heidel-Mainz, Reuter-Augsburg oder Zorc-Dortmund. Mit Axel Hellmann und Peter Fischer gehören jedoch gleich zwei Funktionäre eben diesem SGE-Vorstand an, die durch den klassisch vereinsmeierischen eV sozialisiert sind. Etwas, das weder in Geschichte noch in der Gegenwart von Eintracht Frankfurt Lob oder Mutmacher war/ist. Da fehlt es an Sachverstand, der für solche Vorgaben nötig wäre.

Und jetzt, da tätsächlich Fredi Bobic – schon wieder ein „Kind der Bundesliga“ – der Nachfolger Heribert Bruchhagens wird, obgleich mit verändertem Tätigkeits- und Kompetenzzuschnitt, ist die Verbesserungshoffnung gleich zu Beginn gestutzt. Meine jedenfalls. Laut Aufsichtsrat habe Bobic ein „weltweites Netzwerk“ und sei der richtige Mann für die „Weiterentwicklung“ des Vereins. So sehr ich bereit bin, auch ihm eine Chance zu geben: Mir fehlt nach dem, was ich von ihm mitbekommen habe – das Wirken als Stuttgart-Sportdirektor, öffentliche Aussagen und Auftritte – schlicht der Glaube in seine dahingehende Kompetenz – was die Arbeit für die anderen Führungskräfte weiterhin ziemlich entspannt macht. Und für die Skepsis braucht es nicht mal die abkanzelnden Aussagen des hochkompetenten Robin Dutt über seinen Vorgänger Bobic – in Stuttgart gibt es sehr sehr viele, die mit Bobic den Anfang vom Ende der Erstklassigkeit verbinden. Mit ihm beganng der stetige Abschmelzprozess bis hinein in die zweite Bundesliga. Das hier ist die Essenz seiner Bilanz:

2011/2012 (die 1. ganze Saison vor der Bobic die Hohheit über die Kaderplanung hatte):
Der VfB erreichte Platz 6. Bobic verpflichtete vor der Saison etwa Vedad Ibisevic, Ibrahima Traore und Wiliam Kvist, erwirtschaftete Transfereinnahmen von 18 Millionen Euro bei 11 Millionen Euro Ausgaben.

2012/2013
Der VfB erreichte Rang 12. Bobic verpflichtete als einzigen, der sich dauerhafter durchsetzten konnte Alexandru Maxim (in der Winterpause). Daneben viele Flops á la Tunay Torun, Tim Hoogland, Felipe und Frederico Macheda. Finanzielle Transferbilanz: ein abermaliges Plus von 7 Millionen Euro.

2013/2014 (die letzte Saison in der Bobic für die Kaderplanung verantwortlich war)
Der VfB erreichte Rang 15. Bobic verpflichtete vor Saisoneginn Mohammed Abdellaoue, Sercan Sararer, Konstantin Rausch, Daniel Schwaab, Karim Haggui, Gotoku Sakai und Torwart Thorsten Kirschbaum. Transferbilanz: plus/minus 0.

In seiner allerersten Saison als Funktionär in Stuttgart – er begann Ende Juli 2010, die Saison startete drei Wochen später – zeichnet er vor allem für Winterneuzugang Shinji Okazaki verantwortlich.
Das vom Frankfurter Aufsichtsrat gelobte „weltweite Netzwerk“ Bobics dürfte sich zunächst einmal auf derzeitige und ehemalige Stuttgarter Spieler reduzieren.
Zu nennen wären da:

– Abwehrspieler Daniel Schwaab, der zwar ablösefrei zu haben ist, aber in drei Jahren als Stammkraft immer wieder durch viele Defensivschnitzer auffiel. Anders als in Leverkusen, als er noch Pendler zwischen Feld, Bank und Tribühne war. Einschätzung: Die Verpflichtung des nun auch „schon“ 28-Jährigen etwa als Ersatz von Carlos Zambrano oder Marco Russ macht aus qualitativen Aspekten keinen Sinn.

– Mittelfeldspieler Alexandru Maxim, den Bobic entdeckte und zum VfB holte. Dieser wittert nach dem Didavi-Abgang zwar seine Stammplatz-Chance in der zweiten Liga, aber den Standardspezialisten zu verpflichten dürfte nicht unmöglich sein. Einschätzung: Wenn für kleines Geld zu haben, wäre er als Kompensation für Stendera und/oder Ersatz für Huszti (zentral) eine gute Wahl, ist aber kein Muss.

– Stürmer Timo Werner, der unter Bobics Funktionärsdasein in die erste Mannschaft rückte. Dem immernoch erst 20-Jährigen werden jetzt schon Vorwürfe gemacht, nur ein ewiges Talent zu sein. Steigt der Leipziger Konzern nicht in den Wettstreit ein, könnte Frankfurt Chancen auf eine Verpflichtung haben. Einschätzung: Wäre ein dringend benötigter Gewinn für die SGE-Offensive.

Interessanter als Bobics Netzwerk dürften die Kontakte von Trainer Niko Kovac sein. Hier mal die kroatische Nationalmannschaft, die er während der EM-Qualifikation 2014/2015 betreute.

Zurück zu aktuellen Eintracht-Personalien: Dass Alexander Meier den Verein verlassen wird, war mir irgendwie klar. Er ist seit mehr als zehn Jahren der beste Spieler dieser Mannschaft, er ist auf- und abgestiegen, hat im Europapokal gespielt, ist vor einem Jahr Torschützenkönig der Bundesliga geworden, vermied den finanziell bestimmt sehr lukrativen Wechsel im Winter und hat den kaum noch für möglich gehaltenen Klassenerhalt – sozusagen die Meisterschaft der miesen Teams – miterreicht. Was will Meier noch in Frankfurt, was könnte ihm noch Nennenswertes gelingen, wem würde er noch etwas beweisen? Der Zeitpunkt für ein Adieu aus Frankfurt könnte besser kaum sein, er würde dieses Team so ziemlich auf der, jedenfalls auf einer emotionalisierten Höhe verlassen. Er würde allen Fans und Funktionären für immer in Erinnerung bleiben als einer der wenigen Spieler, die auch in gröbsten Hire-and-fire-Zeiten ewigtreu blieben und vor allem als einer, der stets Leistungen brachte, die weit über dem Normalen lagen und liegen. Allem Bashing, allen Unterstellungen, allen Trainer- und Mitspielerwechseln zum Trotz.
Traurig stimmt mich persönlich sein Abschied allemal. Ich habe ihn immer für den besten Spieler Eintracht Frankfurts gehalten, den besten seit den bis heute verehrten Tony Yeboahs, JayJay Okochas etc. Anders, klar, ganz anderer Spielertyp, aber qualitativ keineswegs hinter ihnen zurück. Das Jahr würde kommen, in dem Alexander Meier – der für mich ab 2005 so etwas wie das Zugpferd der neuen Eintrachtliebe, die nach all den Skandalen, sportlichen Pleiten und Peinlichkeiten mehrere Jahre schwer eingetrübt war – nicht mehr für die SGE spielen wird. Das Wichtigste ist, dass niemand von uns den Frankfurter Star der 2000er-Jahre in einem anderen Bundesligatrikot sehen musste.

Ich gehe jedenfalls davon aus, dass in den nächsten Wochen so einige Spieler die Eintracht verlassen werden, die den Kern des Teams seit dem Aufstieg 2011 ausmach(t)en. Klar ist bislang: Der Niemals-Nörgler und in meiner Wahrnehmung im Vergleich zu seinem Positionskonkurrenten Bastian Oczipka nicht schwächere Constant Djakpa wird gehen, ebenso der vierte Torwart Yanik Zummack. Bei Meier darf man also getrost von einem Eintracht-Ende ausgehen, dazu wird es Verkäufe von Carlos Zambrano und wohl auch Stefan Aigner geben – wenn man einen der beiden angesichts der Abstinenz von Russ und Meier nicht als den dann so ziemlich letzten verbliebenen Führungsspieler und Kapitän sieht. Im Gegensatz dazu könnte Haris Seferovic durch seinen Immeraufsteller, Trainer Niko Kovac sogar eine Zukunft in Frankfurt haben – was aber total unvernünftig wäre, sowohl finanziell als auch atmosphärisch wie qualitativ. Bei einem Meier-Abgang wird man sich einen Verkauf des Schweizers trotzdem überlegen müssen; es sei denn, irgendein Geld-gelangweilter aus England bietet ein Mondsümmchen. Die anstehende EM lässt darauf zumindest hoffen.
Aber mehr noch als in der Startelf, für deren Spieler man allerdings gewisse Preise verlangen kann, wird man in der zweiten Reihe ran müssen. Chandler/Regäsel, Medojevic, Ignjovski, Ben-Hatria, auch Fabian, Castaignos und Waldschmidt sowie dem semi-sportinvaliden Bamba Anderson: Zu selten haben diese Spieler in ihren Rollen geholfen, selbst als kurzfristige Lückenschließer dienten sie kaum.
Und durch die Langfrist-Ausfälle von Stammkräften wie Marco Russ und Marc Stendera, auch der sicher nicht ganz klaren Zukunft von Szabolcs Huszti braucht es vor allem in der Qualitätsspitze Zukäufe, eben nicht nur in der Breite. Diesmal müssen in der Offensive gleich zwei, drei sehr gute Spieler her – und zwar welche, die gleich, sofort, unmittelbar zünden und wenigstens den qualitativen Status quo der Meier-SGE gewährleisten. Für 150 000 Euro pro Kopf wird es die nicht geben; aber auch nicht für 3,5 Wundertüten-Millionen á la Kadlec und Fabian.
Mal als Tipp an die mitlesende Social-media-Crew der Eintracht —> Branimir Hrgota (Borussia Mönchengladbach), den ich jetzt die vierte Transferphase in Folge in Frankfurt sehen möchte und der nun ablösefrei zu haben wäre.

So, Stopp jetzt! Es hat gerade mal einen Tag gedauert, bis mich dieser Klub wieder emotionalisiert an die Tastatur getrieben hat. Entschuldigung für diesen Endlos-Text – aber danke für so viel Zuspruch und gute Wünsche!

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13 Kommentare

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13 Antworten zu “Der Umbruch

  1. Olli

    So, ein kleiner Umbruch kommt von alleine. Stefan Reinartz beendet die Karriere. Danke für ein paar gute Spiele und viel Glück mit der restlichen Gesundheit.

  2. sonny 84

    Das mir ihre Betrachtungsweisen sehr am Herzen liegen habe ich schon öfter zum Ausdruck gebracht, Aber ihre Lobes Hymnen über A.M. gehen mir einfach zu Weit. Sicher war, und ist er hoffentlich auch in der Zukunft ein wertvoller Spieler für eine im Umbruch befindliche Mannschaft, Aber so ein super Fußballer ist er NICHT. Zu meiner Meinung ein paar ganz einfache Fragen die jeder für sich beantworten möge.
    1.ist er schnell?
    2.kann er 1gegen1?
    3.ist er ein Kämpfer?
    4.ist er der richtige Leader? weil viel zu leise und brav,
    das alles und einige andere Dinge die in der Vergangenheit passiert sind ich denke nur an die Entlassung von Schaaf in der auch ein A.M. einen gehörigen Anteil hatte, bringen mich zu der Einschätzung das er nicht, dass ist was Sie für einen der besten Spieler der letzten 10 Jahre bei EINTRACHT halten. Unbestritten ist er aber ein Instinktspieler der weis wo er stehen muss um Tore zu machen.

    • er hat in den letzten Jahren einen erheblichen Anteil der Tore erzielt, ohne die wir jetzt locker Liga 2 planen könnten, oder schon längst dort spielen würden. Dass Meier auch oft unsichtbar bleibt, wissen wir – unser Management sagt das dann ja auch gerne mal, auch wenn der Rest der Bande ebenso schlecht war.

      Und re Schaaf: Schaaf hat sich alle Mühe gegeben, Meier zu demontieren. (Verbot von Sonderschichten im Training). Torschützenkönig ist AMFG trotzdem geworden, und ich bin froh dass Meier und nicht Schaaf in der letzten Saison noch bei der Eintracht waren.

  3. Olli

    Wer kann es Meier übel nehmen? Ihm fehlt zwar einer dieser ganz Großen Momente wie Kaiserslautern oder Reutlingen, aber was will er mit der Eintracht noch erreichen? Er ist auf- und abgestiegen, hat den aktuellen Klassenerhalt mitgemacht, in Europa gespielt, gegen Köln drei Dinger nach langer Verletzung gemacht und die Torjägerkanone geholt. Und so sehr er sich auch reinhängt und kämpft, seinen Zenit wird er wohl inzwischen überschritten haben. Er musste körperlich wie verbal jahrelang übelst einstecken, bis man sein wahres können erkannt hat. Ich gönne ihm seinen Renten-Traum – auch wenn er es finantiell wohl nicht nötig hat. Am Ende wird es eine große Einsparung auf der Gehaltsliste sein, Ablöse wird da nicht mehr wirklich fließen.

    Djakpa finde ich auch komisch. Den konntest zwar offensiv in die Tonne treten (alles hinter der Mittellinie war sein persönliches Feindesland) aber er war immer ein gute, teilweise auch der bessere Ersatz vom Basti. Ich denke, dass mindestens 2/3 der Liga um uns dieses Duo beneidet hat. Das war sehr lange ein sehr sichere Position, die LV.

    Zambrano wird man aus finanziellen Gründen kaum halten können/dürfen. Evtl. noch einige ausmisten (Bamba, Medojevic) einen RICHTIGEN RV + nen Allrounder holen und die Abwehr sollte eigentlich stehen. Vor den 6er Positionen wird es nächstes Jahr hoffentlich anders aussehen.

    Seferovic MUSS gehen. So sehr ich ihm das Tor gönne (gekämpft hat er den großen Teil der Rückrunde, nur sehr glücklos), der ist nicht haltbar. Aigner würde ich gerne noch eine Chance geben. Stendera ist erst wieder zur Rückrunde da, aber in welcher Verfasssung. Nach der letzten großen Verletzung hat er nie wieder richtig Anschluss gefunden, der wird kaum nützlich sein wenn er wieder fit ist. Auf Gacinovic liegt sehr viel Hoffnung. Luc macht nur Sinn, wenn man kontert … aber da war ja was mit dem Tempo. Huszti, Ben-Hatira, Fabian könnten je nach Bedingungen ein nettes Grundgerüst bilden. Aber es braucht hier viele Gesichterwechsel.

    Und hier kommt das Problem. Bobic muss diesen Sommer über sich hinaus wachsen. Da müssen sehr viele Leute kommen, die einschlagen. Und er wird vermutlich nicht das meiste Geld dafür haben. Es ist EM und Xhaka geht schon vorher für 45 Mio zu Arsenal. Das wird eine sehr lange Leidenszeit bis Ende August.

    Ich wünsche Bobic alles Gute … weil es die Eintracht bitter nötig hat.

    • Jermaine Jones Junior

      Schön beschreiben. Triffst im Großen und Ganzen auch meine Meinung. Wenn die Eintracht zum richtigen Zeitpunkt an den richtigen Abnehmer (ein Verein in England oder Russland), dann sollten saftige Transfereinnahmen und Gehaltseinsparungen möglich sein. Björn hat in seiner Ausführung übrigens Bobics damalige Super-Verpflichtungen Kostic und Ginczek nicht erwähnt, ohne deren Mitwirken Stuttgarts Abstieg wahrscheinlicher wurde (und schließlich auch eintrat).

      • Jermaine Jones Junior

        *Verbesserungen: Schön beschrieben. Triffst im Großen und Ganzen auch meine Meinung. Wenn die Eintracht zum richtigen Zeitpunkt an den richtigen Abnehmer (ein Verein in England oder Russland) verkauft,

  4. F.N.

    Die Woche ist noch nicht vorbei und schon macht man sich wieder Gedanken:
    Bobic gefällt mir persönlich auch nicht, aber er soll seine Chance bekommen.
    Meier soll noch einmal richtig abkassieren und als Fussballgott in Erinnerung bleiben.
    Zambrano, Aigner, Seferovic, Castaignos, Fabian, Regäsel,Ozipka, ignovski, Medojevic , Gerezigher verkaufen. Djakpa, Huszti, Ben Hatira gehen lassen.
    Meine Favoriten als Neuzugänge:

    Marvin Friedrich, Kevin Kraus, Alexander Milosevic, Rajkovic als IV

    Park, Anthony Jung, Toljan , Maximilian Wittek als LV

    Toljan kann auch RV und IV

    Serey Die, Moritz Leitner,Djibril Sow , Hanno Behrens, Gondorf für die Zentrale

    Hrogota, Felix Platte, Okotie und Rudnevs für die Sturmmitte

    Marc Schnatterer , Obasi als LA

    Felix Passlack, Robert Leipertz, Danny Blum als RA

    Ein bunter Mix aus ablösefreien Spielern, jungen 2. Ligaspielern. Dazu unsere Achse Hradecky, Abraham, Russ,Hasebe, Stendera, ergänzt um Reinartz, Flum, Anderson, Kittel, Waldschmidt und Gacinovic, so Sie alle hoffentlich wieder gesund und fit werden bzw. bleiben.

    Viel Spass

  5. EausO

    Zu Bobic fällt mir nix mehr ein…
    Vielleicht habe ich die Hoffnung, dass er – niemand ist perfekt – aus seinen Fehlern gelernt hat.
    Das er natürlich auch Erfahrungen machen muss.
    Gute und eben auch schlechte. Und das er nun bereit ist, sich dieser Aufgabe, und eben auch diesem Verein, voll und ganz unterzuordnen.
    Aber – da gibt es einen berühmten Frankfurter , der beschreibt meine Einstellung dazu perfekt: „Die Botschaft hör‘ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“

  6. anna

    uff uff und potzblitz. klug. danke.

  7. Abgesehen davon, dass er das Team immer und immer wieder mit seinen Toren gerettet hat – fände ich es menschlich schade. Alex Meier ist eine seltene Erscheinung in diesem Geschäft, und damit meine ich gar nicht die Vereinstreue, sondern auch seine Art. Vielleicht ab und zu leicht langweilig, aber vor allem unaufgeregt. Und nach vielen Jahren voller Bashing auch endlich mit der angemessenen Anerkennung.

    Er soll ruhig noch mal kassieren oder in sein Traumland. warum nicht? Verübeln wird es ihm keiner. Und wenigstens macht er noch was anderes – wenn ich z.B. die Sprüche über den „treuen Charly“ höre, habe ich das Gefühl, da schwingt auch immer eine Spur Mitleid mit. 😉

    BTW: ich hab es Anfang des Jahres nicht übers Herz gebracht, den Mitgliedsantrag für meinen neugeborenen Sohn abzuschicken. Wollte ich ihm nicht antun. Wie siehts bei dir aus? 😉

    • Werner

      Mitgliedsantrag für neugeborenen Sohn?

      Was hat das arme Kind verbrochen, schon so vereinnahmt zu werden? Überlasse ihm später selbst die Entscheidung!

    • ich hab doch geschrieben, dass ich es nicht gemacht habe. Aber ich muss früh anfangen, das Bayern-Virus zu verhindern. Wenn nicht Eintr8, dann wenigstens BVB oder so, das könnte ich noch ertragen. 😉

      • Werner

        Ja, hast du. Das ist wahr.
        Bei diesem Vater hat der Junge EINTRACHT in seinen Genen. Da bin ich mir sicher. War bei mir und meinem Bub genau so, ohne dass ich ihn „drangsaliert“ hätte.

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