Monatsarchiv: Juni 2016

Plötzlich ein Exodus

In einer Beziehung erinnern die vergangenen Wochen an die erste Hälfte der Heribert Bruchhagen. Jene Jahre bis 2010, in denen Transfers still und leise getätigt wurden und in denen auch Spieler abseits des Schema-F, außerhalb des Kicker-Sonderhefts verpflichtet wurden. Das war eine gute Zeit.
Das Gebaren änderte sich erstmals mit dem unsäglichen Verlangen von Trainerimitat Michael Skibbe nach Mittelfeldspieler Lincoln, aber spätestens nach der Aufstiegs- bzw. FürEuropaQualifizierungsSaison hat sowohl die Art und Weise als auch der Inhalt der Neuverpflichtungen rapide nachgelassen. Zum Einen sickert(e) nach ein, zwei Saison der Sportdirektor-Tätigkeitsdauer (Bruno Hübner) beständig Personelles durch, zum Anderen – und das ist weitaus verhängnisvoller – nahm die Wirkung, auch die Kreativität bei der Neuzugangsfindung ab. Nicht, dass Bruchhagen ein Kreativkopf war, er entzauberte sich mit jedem Jahr seitdem Machtverlust (ab 2011) sowieso weiter und weiter, dennoch baute er manche Finte ein, nicht jedes Gerücht war von Tag eins an ein Treffer.

Womit der Bogen gespannt wäre. In den Vorjahren hätte man jetzt nicht mehr viel Geld verdienen können, wenn man auf die Stichhaltigkeit des Gerüchts um Jefferson Farfan hätte wetten wollen. Jetzt, mit dem neuen Das-Sagen-Haber Fredi Bobic, kann man das entspannter lesen. Noch ein Über-30-Jähriger für den Flügel? Noch einer aus einer Altenteil-Liga? Noch ein Huszti? Wohl kaum.

Wobei es mittlerweile durchaus auch auf der Neuzugangs-Seite mal etwas mehr Futter geben dürfte, bisher sieht es ja ausschließlich nach Massenabgang aus, ein Exodus, der nun über
Luca Waldschmidt, der einzige Nachwuchsspieler, dem man zumindest Ansätze attestieren konnte, weitergeht (weiter unten noch ein paar Sätze zum auch vor dem Absprung stehenden Carlos Zambrano). Die Lücken im Kader werden jedenfalls gerade riesengroß, qualitativ in Bezug auf die „erste 15“ und auch in Bezug auf den Konkurrenzkampf insgesamt. Es fehlt nun an Spitze wie Breite.

Nochmal zurück zum Grundsätzlichen: Klar, lange hieß die Parole von Eintracht Frankfurt nur Nichtabstieg. Dementsprechend kaufte man ein, in diesen sportlichen Breitengraden lassen sich recht viele Spieler finden, die zumindest gut genug sind um den Klub mal mehr, mal weniger komfortabel in der Bundesliga, im status quo zu halten. Seit der Zäsur, personalisiert mit Skibbe und dem formulierten Angriff aufs obere Mittelfeld, in Richtung Europapokalplatzierungen, versucht die SGE in fremden, jedenfalls raueren Gewässern zu fischen. Die (Masse der) Spieler zu finden, die einen von Rang 13 auf Rang 7 hieven, ist weitaus schwerer als Klassenerhaltskicker. An dieser Aufgabe scheitern Sportdirektor und Scouting seit Jahren. Personell folgenlos, jedenfalls für den Boss dieses kaderplanerischen Tandems (Sportdirektor Bruno Hübner). Für den Chefscout, der offenbar bei den letzten Transfers nicht mal gehört, nicht mal eingeschaltet wurde (Marco Fabian nur auf Videos gesehen; das muss man sich mal reinziehen!), hat sichs ebenso schnell erledigt wie für den Medienmarketingmenschen. Und noch so ein Ding, das auf die Kappe des Sportdirektors geht: Carlos Zambrano hat, welch Überraschung, und sicher vom Klauselkönig abgesegnet eine Klausel im Vertrag, wonach er für eine fixe Ablösesumme wechseln kann und, laut Hessischem Rundfunk, auch wechseln wird. Eine Ablösesumme, die dem Vernehmen nach gering sein soll, weit geringer jedenfalls als der Marktwert des Innenverteidigers. Solche Vertragsgestaltungen, sie bleiben auch weiterhin folgenlos für Hübner.

Das könnte der erste Fehler des Vorstandsvorsitzenden Bobic sein. In der dritten Reihe, also dem Fundament des Trainings- und Organisationsalltags wird offensichtlich gearbeitet. Doch weiterhin bleibt die Struktur, bleibt der Funktionärs-Fehler Hübner bestehen. Die kommende Saison wäre für Hübner sowieso die letzte Bewährungschance. Aber es geht ja nich (nur) um Personen, es geht um die Installation eines Plans, eines Konzepts, einer Gesamtvision für die Eintracht Frankfurt zu stehen gedenkt. Seit zwei, drei Jahren ist die Strategie nämlich nur: Flickschusterei, Löcher stopfen, notdürftig bis hektisch Spieler ersetzen, auf Durchbrüche und wenige Formkrisen hoffen. Schafft Hübner das? Ist ihm das zuzutrauen, nun, da „Geld-Griesgram“ Heribert Bruchhagen nicht mehr der Chef ist und Nachfolger Bobic zumindest ein monetäres Kurswechselchen angedeutet hat? In fünf Saison war er stets Erfüllungsgehilfe der Trainer, aber eine eigene Idee, gerade langfristig – Fehlanzeige. Eher dürfte es auch diesmal des Trainers, also diesmal Niko Kovacs Adressbuch sein, dass Hübner abtelefonieren wird. Und wenn Kovac dann nicht mehr ist, gibts den nächsten Paradigmenwechsel. Und so weiter und so fort.
Für den Moment ist die Summe der nötigen Neuzugänge jedenfalls weiter gestiegen. Alleine um die offenkundigen Schwachstellen auszubessern wäre ein halbes Dutzend Neuzugänge nötig gewesen. Mit den feststehenden und anstehenden Abgängen bewegt sich die SGE in Richtung einer Häutung, von gut und gerne einem ganzen Dutzend neuer Leute darf, kann, muss ausgegangen werden. Bislang gibt es einen. Wie viele Einwohner hat Kroatien? Die Kovacs sind ja glücklicherweise zu zweit, werden also auch zwei Adressbücher haben. Und den alte Recken Armin Reutershahn gibts ja auch noch, kennt bestimmt auch noch 1,2 Spieler ohen Balkan-Gene 😉

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Überfällige Handlungen

Dass die kritische Analyse der sportlichen Schwäche bei Eintracht Frankfurt tatsächlich geschehen ist und Schlüsse daraus gezogen, Handlungen abgeleitet werden, ist erfreulich. Zum ersten Mal seit vielen Jahren hat man als SGE-Beobachter das Gefühl, das der vielzitierte Resetknopf gedrückt wird, dass es keine Ankündigung, kein hilflosen Rumgeeiere bleibt. Im Gegenteil, aktuell deutet vieles auf einen regelrechten Kehraus hin, einen nötigen. Momentan werden Spieler verkauft, die das Team – aller Kampfbereitschaft, Talent oder angedachter Führungsrolle zum Trotz (Ignjovski, Djakpa, Kittel, Reinartz) – nicht so recht weiterbringen. Zudem soll es für alle, für die ähnliches gilt, die aber noch als Talente gelten (Gerezghier, der sich nicht mal beim FSV Frankfurt durchsetzen konnte, den nur durch Stunk in der Jugend bekanntgewordnene Enis Bunjaki und ggf. auch den hoffnungsvollen Luca Waldschmidt), Leihgeschäfte geben. Das sind alles Leute, die ihre Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ein Abonement auf Kaderplatz 15,16,17,18 haben/hätten. Die also dabei sind, im Kader, ohne dabei zu sein.

Ähnliches trifft auch auf Luc Castaignos zu, einen Spieler, dessen vorrangigste wenn nicht einzige Qualifikation in der Laufgeschwindigkeit zu liegen liegt. In der vergangenen Saison war das Tempo das Manko, der entscheidende Faktor für den Fast-Abstieg, keine Frage. In diesem Setting wäre ein gesunder Castaignos bisweilen gar hilfreich gewesen; und das nicht nur wegen Haris Seferovics Dauerschwäche. Doch das mit dem Tempo hat man ja hoffentlich bei der Eintracht erkannt, wird man hoffentlich in diese Richtung mehrfach transfer-tätig werden, weshalb der Holländer verkauft werden sollte. Offenbar ist der Plan der Eintracht, entweder Castaignos oder Seferovic zu verkaufen. Bemerkenswert dabei: Es gibt einen Plan. „Scherz“ beiseite; das ist der richtige Weg. Abhängig machen sollte man es von zwei Faktoren: Der Höhe der möglichen Abslösesumme, die für Seferovic aller Anti-Torjäger-Werbung bei der EM zum Trotz, höher liegen dürfte. Seferovic ist einer, der in Großbritanien Anhänger finden könnte, so vom Typus her. Und da die Insulaner gerne die Taschen weit aufmachen … Anderserseits, und das ist Faktor zwei, hat Seferovic im Gegensatz zu Castaignos immerhin schonmal nachgwiesen, dass er prinzipiell Qualitäten hat, dass er auch mehr kann als bspw nur Bälle festmachen. In seiner ganzen Karriere, und das ist der entscheidende Knackpunkt, war das mit dem Qualittsnachweis bisher stets immer nur eine Saison der Fall. Trotzdem: Geht es um die Frage, Castaignos oder Seferovic zu veräußern, sollte es den Holländer treffen.

Der einzige Neuzugang, Branimir Hrgota ist vom Spielstil her jedenfalls mehr klassischer Torjäger als Kombinationsspieler. Ergo wäre der Schwede, der aus der 2. schwedischen Liga zu Mönchengladbach kam und dort 50 Prozent Befürworter und 50 Prozent Kritiker hatte, wohl als eher als ein Ersatz für Castaignos zu sehen, obgleich er weder so schnell, noch Seferovic ein wirklicher Kombinationsspieler wäre.

Völlig schleierhaft ist mir indes die Nummer mit Marco Fabian, den man laut Sportdirektor Bruno Hübner zwar nicht ins Schaufenster stellen wolle, es somit aber schon getan hat. Den Mexikaner holte man für satte 3,7 Millionen Euro in der Winterpause, in einer Phase der selbstbescheinigten kollektiven Verunsicherugn und des von Außenstehenden benannten absoluten spielerischen Elends. Und nun? Man resümiert Fabian unter Fehleinkauf, Trainer Niko Kovac stutzte ihn im Handstreich. Das ist eine ganz seltsame Geschichte, die in Bezug auf diese Personalie in Frankfurt geschieht. Sichtbar ist doch nun wikrlich, dass der Mittelfeldspieler – dem zumal großte Integrationsbemühungen nachgesagt werden – mit dem Ball was kann, er Dynamik reinbringt. Etwas, das man beispielsweise dem Immer-mal-wieder-Spieler Sonny Kittel immer zugute hielt; in puncto Effektivität war dieser ja nun auch kein Maßstab.
Womit auch zwei Namen gefallen sind, deren fußballerisches Vermögen trotz allem ja den prinzipiellen Kurs des Klubs prägen müssen: Es braucht Fußballer, Spieler, die den Ball lieben, die damit etwas anzufangen wissen, flink sind, Tempowechsel einbauen, das Offensivspiel variabel gestalten können und vielleicht auch mal für direkte Torvorlagen, gar eigene Tore sorgen können. Im aktuellen Eintracht-Kader gibt es solche mit Ausnahme von Stefan Aigner eigentlich nicht – nicht mehr, noch nicht, und ob Mijat Gacinovic nun tatsächlich der Durchbruch gelungen sein soll, mit dem guten Arbeitsnachweis gegen biedere Nürnberger? Höchst zweifelhaft.

Um im optimistischen Tenor des Beginns hier auch zu schließen: Dass man sich diesmal nicht sofort bei der Resterampe der Bundesliga zu bedienen scheint, also Transfers von Leuten wie Daniel Schwaab oder Georg Niedermeier von Stuttgart ausschließt, ist lobenswert. Man muss sich solchen Spielern nicht verweigern, individuelle und anhaltende Formschwächen gibt es nunmal (siehe den jahrelang tadelosen Stefan Aigner), aber es kann nicht erste Klub-Idee sein, aus den Reihen der Abgestiegenen zu verpflichten. Und wenn man sieht, wie clever die Stuttgarter – im Gegensatz zu Frankfurtern – offenbar Verträge gestalten, wären vermutlich für jeden Schwaben selbst trotz Abstieg Mondpreise fällig.
Nicht wundern würde es, wenn man bei den Absteigern gedenkt, Hannovers Edgar Prib zu verpflichten – einfach, weil der schonmal bei der SGE gehandelt wurde. Sportlich sinnvoll? Eher nicht, und das nicht mal mit Blick auf dessen Verletzungsgeschichte. Aber offenbar schielt man bei der SGE sowieso auf andere Spieler – es bleibt dabei: die bestehenden Tendenzen wissen zu gefallen.

Nachtrag, 23.49 Uhr: Patrick Ochs unterschreibt beim FSV Frankfurt. Wow, wie sinnbidlich für die These „Ein Stammspieler aus Frankfurt hat es nirgendwo anders gepackt“ ist das denn bitte?! Man meint, der Fußballgott (nicht Alex Meier) schmeißt dem Mann bis heute Knüppel zwischen die Beine nach dem unrühmlichen Abgang von der Eintracht seinerzeit. Der FSV, nach mehr als einem Jahr Fußballarbeitslosigkeit … fragt sich, was besser ist. Ok, das war böse. Jetzt soll Ochs also in einer noch nicht vorhandenen Mannschaft den Erfahrungs-Onkel spielen. Irgendwie ist das ein echt bitterer Werdegang.

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Verlost

Als das Los FC Magdeburg gezogen wurde, ahnte ich es: So eine undankbare Nummer wird’s bestimmt für Eintracht Frankfurt. Und so kam es. In zwei Lostöpfen, wo viele Begegnungen ja von vorne herein ausgeschlossen sind, zählt Magdeburg – 4. der 3. Liga – sportlich sicher zu den stärkeren Gegnern – ausgenommen Dresden, Aue, 1860 und eventuell Paderborn. So Bremer SV oder irgendwas 5. / 6. Liga wäre mir allemal lieber gewesen.

Magdeburg ist jedenfalls ungut. Und Randale sind da wohl auch vorprogrammiert, Hirnheimer vs. Hirnheimer eben.
Weiterkommen, irgendwie – wie immer halt in so Spielen, wo man selbst von sich nix weiß und der Gegner schon eingespielt(er) ist.

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Lob dem Mitles-Manager

Branimir Hrgota wechselt also zu Eintracht Frankfurt. Lesen sie also endlich hier mit, die SGE-Verantwortlichen. Wenn das eine Neuerung unter Vorstandschef Fredi Bobic sein sollte, bin ich gerne bereit, das gebührend abzufeiern. Mir reicht es aber schon, dass nun ein Spieler (auf einer Position) verpflichtet worden ist, der in vielerlei Hinsicht Sinn macht. Und schon dieses Minimum ist ja etwas, das zuletzt nicht erfüllt worden ist. Hrgota, den ich bekanntlich seit drei Transferperioden herbeischreibe, ist ein guter Griff. Kein Megasuperduperknaller-Transfer. Aber in der Kombination aus Können und Finanzierbarkeit ist der Schwede samt Balkangenen mit der Beste, der auf dem Bundesliga-Markt zu haben war.
Wenn jetzt noch Haris Seferovic, allen uns ja bekannten Chancenversiebens zum Trotz, irgendeinen blinden britischen Manager überzeugen kann: sehr gut. Eine Vertragsverlängerung mit dem Schweizer hielte ich hingegen für ziemlich fatal. Aus sportlichen Gründen ebenso wie wie aus charakterlichen. Es sei denn, man schätzt sein Wirken nach Innen von Außen falsch ein, was ja gut sein kann. Aber dass Mitspieler einen mögen, der mehr mit ihnen hadert, sie via Gestik und Mimik anzählt, die eigene Leistung über die des Teams stellt – jeder, der auch nur Kreisliga C gespielt hat, ahnt zumindest, dass derjenige nicht all zu gut gelitten sein kann.

Und jetzt, liebe Eintracht, weiterschmökern im Blog-Archiv. Da finden sich noch ein paar andere taugliche Namen 😛

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Bestehende Tendenzen

Neuzugänge gibt es weiterhin keine bei Eintracht Frankfurt, so dringend benötigt sie auch sind. Wobei das nach der Analyse der Funktionöre offenbar nicht mehr so klar gesehen wird. Mittlerweile ist die Rede davon, dass es eben doch keinen großen Umbruch geben werde – von 6,7 neu zu verpflichtenden Spielern ist die Rede. Diese Summe würde nicht mal reichen um eben jene 7 Positionen (IV, LV, RV, DMx2, LM, RM, STx2) qualitativ zu verbessern, die verbessert werden müssen – es sei denn, man möchte bei der SGE abermals ins offene Messer Abstiegskampf laufen.

Positive Anzeichen gibt es aber auch. Angeblich ist mit Makoto Hasebe eine Einigung über eine Vertragsverlängerung erzielt worden – eine eminent wichtige Personalie, und das nicht nur wegen der schon skizzierten Qualitätsspielernot. Ferner deutet sich an, dass mit Alexander Meier der einzige Star des Teams doch in Frankfurt bleibt, er eventuell sogar nach dem Karrierende in die Klubstruktur eingebunden wird. Sportlich wie identifikationstechnisch wäre diese Tendenz ebenso eminent wichtig, und wenn stimmt, was die „Frankfurter Rundschau“ anreißt, dass Meier in puncto Spielersichtung/Spielereinschätzung quasi stets richtig liegt, muss dieser Mann natürlich perspektivisch zwingend ins (hemdsärmelig bis armselige) Scouting. Alleine schon deshalb, weil genau dieser Bereich laut Neu-Vorstandsboss Fredi Bobic ausgebaut, verbessert werden soll.

Noch eine Personalie zum Schluss: Bastian Oczipka, für den es wohl Interessenten geben soll, brächte wohl angesichts der Vertrauslaufzeit bis 2018 schon ein paar Milliönchen ein und würde in die neu ausgerufene Bobic-Leitlinie „wir müssen eben auch mal Stammspieler verkaufen“, passen. Doof nur, dass man erstmal Ersatz bräuchte. Den hat man nach dem Djakpa-Aus nicht mal als Notnagel. Und Oczipka ist wenigstens einer, dem man allen Langanhalts-Leistungslöchern zutrauen kann, nochmal seine Normalform zu finden. Und die Messlatte dafür ist sicher nicht jene Form aus der Aufstiegssaison, wo so viele über Monate ein Level erreichten, das sie seitdem immer verfehlten. Plus, und das ist keinesfalls AFD-deutsch gemeint, es gut täte, im Angesichts des wohl bevorstehenden Balkangen-Transferbooms noch den einen oder anderen deutschen Spieler zu haben, den einen oder anderen Profi, der auch eine (tragendere) Rolle bei Eintracht Frankfurt begleitet.
Abschließend werfe ich – in der Hoffnung, dass die SGE-socialmedia-Leute die „Forderung“ in Richtung der Kickersonderheft-Scouter weitertragen – abermals den Namen Branimir Hrgota (Sturm) ins Internet.

PS: Total absurd übrigens, dass Spieler wie Sebastian Rode und Jannik Vestergard die Summen einbringen, die sie einbringen. Jetzt werden schon für Holzhacker Mondpreise bezahlt. Dass du da als Sparkassen-Klub, der aber auch beratungsresistent nicht bereit ist im Konzert der Fiktiv-Finanz-Verbrenner mitzumachen, keinen Stich bei auch noch so grauen Kickern machst, ist dann durchaus nachvollziehbar. Doof halt, wenn dich die rührige Kaufmannslehre in Zeiten des Turbo-Kapitalismus erst fast und irgendwann faktisch in die zweite Bundesliga spült. Ergo: Wer kein Geld ausgibt, dass er nicht hat, bekommt keine Goldene Ehrennadel für Ehrlichkeit, nein, er ist der nütztliche Idiot in einem Haifischbecken, in dem keiner an den Seriösen vorbeitreibt, wie Heribert Bruchhagen einst (falsch) vorhersagte. Die Konsequenz? Raus mit der Asche, die sowieso keiner hat – kommst du mal an einen Futtertrog, trägt sich – warum auch immer – die Nummer von selbst.

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Sie sind so gut, so gut

Die U23 hat Eintracht Frankfurt abgeschafft, weil die Fußballer heute schon in der A-Jugend so gut (ausgebildet) seien, dass es den 800 000 Euro teuren Zwischenbau nicht mehr brauche. Doch wie die „Frankfurter Rundschau“ nun verkündet, wird aus der derzeitigen A-Jugend von Eintracht Frankfurt keinem Feldspieler der Sprung in die Profimannschaft zugetraut. Chapeau! Da ist er wieder, der Beweis für die von Sportdirektor Bruno Hübner unlängst geleugnete Konzeptlosigkeit der Klub-Führungsriege. Übrigens: „Viele Vereine werden dann nächstes Jahr nachziehen“, sagte Hübner nach der Entscheidung, die U23 abzumelden. Bis heute ist dem Beispiel von Eintracht Frankfurt (und Bayer Leverkusen) kaum jemand gefolgt.

Ein Nachsatz: Junge, deutsche Spieler zu holen – den Weg, den man einst (aus schierer Finanznot heraus) – anpries langfristig gehen zu wollen – sei für einen Verein wie die Eintracht „schlichtweg schwer finanzierbar“, sagt Hübner zur „Frankfurter Rundschau“. Bleiben ja nur noch die Balkangene – einfach, weil des Trainers Fühler diesmal (naturgemäß) eben in diese Richtung gehen. So, wie bei der SGE es immer am Trainer und dessen Adressbüchlein hing und hängt, die Transfer“politik“ zu gestalten. Auch das kann man wohl Konzept nennen.

Passt auf, die kommen bei der SGE wirklich noch auf die Idee, mit Bastian Oczipka auch den zweiten Linksverteidiger ziehen zu lassen. Aber keine Sorge, Timothy Chandler kann doch bestimmt links genauso … gut … wie rechts. Und jetzt, wo Mijat Gacinovic zwei passable Partien gegen einen Zweitligisten absolviert hat, könnte ja Herr Huszti vielleicht auch eine Position nach hinten rücken? 😛

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Typisch

Das hier, das ist typisch für Eintracht Frankfurt. Blos nichts Neues wagen, lieber so erfolgreich weiter wie eh und je. Selbst für so etwas selbstverständliches wie Videoanalysen brauchte es in Frankfurt ja bis tief ins 21. Jahrhundert hinein. Übrigens wäre die Einführung einer Innovation á la Passqualitätsauswertung, die nicht ein Trainer, sondern die Funktionärsriege zu entscheiden hätte. Das gesagt, kommt einem prompt das Gleichnis der Blinden, die die Einäugigen führen, in den Sinn.
Was genau spricht eigentich gegen das Ausprobieren von so etwas? Wenn man diese Unterstützung nach ein, zwei Saisons als Kokolores entlarvt, als etwas, das einen in der Teamentwicklung nicht voranbringt, dann lässt man es eben sein. Trial and error – ein geradezu undenkbarer Ansatz. Wundert mich übrigens nicht, dass ausgerechnet Dortmund und Leverkusen sich das zunutze machen. Die gehen ja durchaus andere Wege, siehe Leverkusen, das (natürlich auch mit dem nötigen Kleingeld ausgestattet) seit vielen Jahren immer wieder Spieler verpflichtet, die sie ziemlich groß rausbringen und gewinnbringend verkaufen. Tja. Und in Frankfurt gilt es schon als Kraftakt, 5 Millionen Eurönchen für die (dringend nötige und umfassendere) Ausbesserung des Fast-Abstiegs-Kaders aufzutreiben. Von nichts kommt nichts. Aber Mijat Gacinovic, der gegen einen Zweitligisten zwei ganz gute Spiele machte, gilt bei der SGE schon als perspektivischer Verkaufsschlager. Da hat man auch keine Fragen mehr.

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