Typisch

Das hier, das ist typisch für Eintracht Frankfurt. Blos nichts Neues wagen, lieber so erfolgreich weiter wie eh und je. Selbst für so etwas selbstverständliches wie Videoanalysen brauchte es in Frankfurt ja bis tief ins 21. Jahrhundert hinein. Übrigens wäre die Einführung einer Innovation á la Passqualitätsauswertung, die nicht ein Trainer, sondern die Funktionärsriege zu entscheiden hätte. Das gesagt, kommt einem prompt das Gleichnis der Blinden, die die Einäugigen führen, in den Sinn.
Was genau spricht eigentich gegen das Ausprobieren von so etwas? Wenn man diese Unterstützung nach ein, zwei Saisons als Kokolores entlarvt, als etwas, das einen in der Teamentwicklung nicht voranbringt, dann lässt man es eben sein. Trial and error – ein geradezu undenkbarer Ansatz. Wundert mich übrigens nicht, dass ausgerechnet Dortmund und Leverkusen sich das zunutze machen. Die gehen ja durchaus andere Wege, siehe Leverkusen, das (natürlich auch mit dem nötigen Kleingeld ausgestattet) seit vielen Jahren immer wieder Spieler verpflichtet, die sie ziemlich groß rausbringen und gewinnbringend verkaufen. Tja. Und in Frankfurt gilt es schon als Kraftakt, 5 Millionen Eurönchen für die (dringend nötige und umfassendere) Ausbesserung des Fast-Abstiegs-Kaders aufzutreiben. Von nichts kommt nichts. Aber Mijat Gacinovic, der gegen einen Zweitligisten zwei ganz gute Spiele machte, gilt bei der SGE schon als perspektivischer Verkaufsschlager. Da hat man auch keine Fragen mehr.

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10 Kommentare

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10 Antworten zu “Typisch

  1. Jermaine Jones Junior

    Aus dem FR-Artikel geht nicht hervor, ob die Eintracht nicht schon über ein solches oder ähnliches Programm verfügt.
    Stefan Reinartz hat ein disruptives Programm entwickelt, dass sich erstmal auf dem Markt etablieren muss.
    Vereine wie Leverkusen oder Dortmund können neue Produkte testen, ohne dabei die Konsequenz des sportlichen Abstiegs zu befürchten.
    Leverkusen und Dortmund verfügen aufgrund ihrer Vereinsgröße auch über Felder, auf dem sie dieses Programm testen und dessen Ergebnisse in Hinsicht auf Validität bewerten und dokumentieren könnten.
    Eintracht Frankfurt war wohl in einer Situation, in der sie sich das Experiment nicht erlauben konnte und durfte (Armin Veh war da offensichtlich Trainer und Reinartz offensichtlich verletzt => temporär befand sich also Eintracht Frankfurt in akuter Abstiegsgefahr).
    Die Kosten dieses Programms sind überdies nicht bekannt.
    Selbst wenn sich dieses Programm auf dem Markt erfolgreich durchsetzt, heißt das noch lange nicht ob dieses Programm für Eintracht Frankfurt auch wirklich hilfreich ist. Warum? Der FR-Artikel liefert die Antwort selbst: Eintracht Frankfurt hatte unter Veh aufgrundlage dieses Programms eins der schlechtesten und unter Kovac eins der besten Bundesligawerte.
    Aber unter Armin Veh wurde taktisch ein ganz anderer Fußball gespielt als unter Kovac. Der WERTtreiber dieses Programms impliziert für mich noch lange nicht den ERFOLGStreiber. Mathematische Methoden und ihre Algorithmen sind hilfreiche Instrumente, die das Spiel beschreiben, aber wenige Rückschlüsse und schon gar nicht Empfehlungen an den Trainer ausschreiben.
    Der alte Fuchs Armin Veh wird schon seine Gründe gehabt haben. Jemand wie Armin Veh ist doch nicht dumm (jaja, er wurde schließlich entlassen, aber Kovac kam auch ohne dieses Programm zurecht).

    @Björn: Eine zwei-jährige Testphase halte ich übrigens im dynamischen Umfeld der Bundesliga für eine irre lange Zeit.

    • Die haben in Frankfurt bis nach 2011 und einen Nottrainer Daum gebraucht, der seinen Sohn mitnahm, um Videoanalysen zu machen. Es hat bis Niko Kovac gedauert, dass den Spielern gezielte Videosequenzen gezeigt werden – und dann soll Eintracht Frankfurt über ein ähnliches Programm verfügen? Äääähm … 😉

      Lass den Reinartz mal ein paar Groschen verlangt haben – nach einer minipreisigen Testphase, die er als Neuling dem Abnehmer sowieso hätte gewehren müssen. Wo da das (rein finanzielle) Risiko liegen soll, ist mir weiterhin unbekannt. Trial and error eben. Ists Käse, kann mans sein lassen. Sorgt es dafür, dass Bastian Oczipka mal eine Flanke an einen Stürmer bringt, hat sichs schon rentiert. Meine Meinung.

      • Jermaine Jones Junior

        Wie gleich alle in kollektive Euphorie verfallen.
        Ich erinnere nur an den Fall Klinsmann und seine Verwissenschaftlichungen.

        Hoeneß: „Da haben wir für zigtausend Euro Computer gekauft. Da hat er den Profis in epischer Breite gezeigt, wie wir spielen wollen. Wohlgemerkt wollen.“
        Der aktuelle Bayern-Coach Jupp Heynckes (66) habe dagegen „einen Flipchart und fünf Eddingstifte. Da kostet einer 2,50 Euro. Und da malt er auf die Tafel die Aufstellung des Gegners und sagt ein paar Takte dazu. Mit Heynckes gewinnen wir Spiele für 12,50 Euro, und bei Klinsmann haben wir viel Geld ausgegeben und wenig Erfolg gehabt“
        http://www.welt.de/sport/fussball/bundesliga/fc-bayern-muenchen/article13671314/Hoeness-tadelt-Klinsmanns-Powerpoint-Praesentationen.html

        Ich verschließe mich nicht gleich allen neuen Technologien, aber warten wir es doch einfach mal ab. Die SGE befindet sich ja nicht in der gleichen Branche wie Jung-Unternehmer Stefan Reinartz und muss deswegen auch kein ähnliches oder besseres Produkt herstellen. Wenn das Produkt sich im Markt erst einmal etabliert, kann man es ja immer noch kaufen.
        Es kommt aber letztlich darauf an, ob Kovac oder die Scouting-Abteilung dieses Produkt auch wirklich braucht (womit wir wieder bei dem Thema Spielphilosophie wären).

      • Genau darum geht es mir ja eben nicht: Verwissenschaftlichung, um die künstliche Verkomplizierung des Sports. Es geht ums Ausprobieren. Wenn Konsens ist, dass heute wenige Prozent Leistungsfähigkeit über Rang 6 oder 16 entscheiden, kann es ja durchaus sein, dass solche neumodischen Ferz den Unterschied machen. Es KANN sein. Und es kann auch nicht sein. Wird man aber nur wissen, wenn man die Methode ausprobiert. Was schadet es?

      • Jermaine Jones Junior

        Ich frage mich, was es nützt.
        Ich befürworte den Kauf, wenn es die Spielweise verbessert.
        Ob es die Spielweise verbessert, hängt davon ab, wie kompatibel der Zeck dieses Programms mit der Taktik/Spielphilosophie der Mannschaft ist. Das kann nur die sportliche Leitung beantworten.
        Und wenn jemand aus den eigenen Reihen, der darüber hinaus (leider) wenig gerissen hat -so sehr ich Stefan Reinartz augrund seines Intellekts und seiner intelligenten Spielweise schätzte- dann kann ER doch nicht den Nutzen seines Programms Armin Veh wirklich glaubhaft machen.
        Daher kann ich dessen Ablehnung nachvollziehen.
        Ich weiß noch genau wie das 2004 mit Jürgen Klinsmann war. Da kam jemand aus dem fernen Kalifornien und schwadronierte in Deutschland etwas über den modernen temposchnellen Fußball. Wir hingen alle nur an seinen Lippen.

      • ich verstehe auch nicht, was dagegen spräche, einfach mal so etwas auszuprobieren. hätte das bei der Eintracht wertvolle Ressourcen übermäßig gebunden? Ruiniert hätte man sich mit so etwas sicher nicht.
        wäre übrigens ein interessanter Scouting-Ansatz. Andererseits: Vielleicht auch nicht. Schließlich hat auch der FC Midtjylland trotz Sabermetrics Vaclav K. verpflichtet. 😉

      • Jermaine Jones Junior

        Jede Abteilung hat ihren eigenen Kostenschlüssel. Ich kann mir gut vorstellen, dass aus Kostengründen ein Leiter aus der betroffenen Abteilung durchaus zickig reagiert hätte.
        Die sportliche Leitung konnte und wollte noch nicht mal den zehn Jahre alten Kraftraum in der WM-Arena renovieren lassen. #sparsamerherri

      • wir finden bestimmt noch ein paar Gründe, die dagegen sprechen, wenn wir uns ganz doll anstrengen.
        Ob Reinartz jetzt den heiligen Gral der Sabermetrics gefunden hat, weiß niemand Das Risiko halte ich für gering, und als zu dem Zeitpunkt aktueller Verein Reinartz‘ hätte man das durchaus anders handhaben können, als diese Schnarchnasen.

  2. Werner

    War es wirklich so?
    Ich jedenfalls wäre skeptisch, wenn ein Eintrachtfan, der als Sportredakteur bei der FR arbeitet, über die Eintracht berichtet. Schließlich regiert er mittels seiner Position tief in die Entscheiderebene des Vereins hinein. Man kann es im Blog G erkennen. Die FR rekrutiert seit fast zehn Jahren ihre Fans, die glauben Eintrachtfans zu sein. Wer dort der vorgegenenen (nicht ausgesprochenen) Meinungshoheit nicht Folge leistet, wird gnadenlos gebasht. Andere Meinungen werden nicht geduldet. Die rekrutierte „Meute“ regelt das schon, ohne dass die Initiatoren des Blogs tätig werden müssen. Es sind die herangezüchteten Lemminge, die diesen Blog „gefährlich“ machen. Wer darin liest, könnte meinen, hier herrscht Konsens unter den Fans. Das aber ist gar nicht so. Der Blog nimmt unter den Eintrachtfans eine klare Minderheitenposition ein.

    Um in der „Softwareangelegenheit“ eine annähernd den Tatsachen entsprechende Meinung zu erlangen, sollten Vertreter der Führungsebene Gelegenheit gegeben werden, sich zu äußern.

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