Bemerkenswertes von den Fast-Absteigern

Das war ein Zuckerl! Als Bastian Oczipka die richtige Entscheidung trifft und nach dem ziemlich verunglückten Eckball abzieht … ein Wow-Moment! Und gleichsam der Moment in der Partie, der den Fan der Frankfurter Eintracht wissen lies: Ja, das sind die Punkte 7,8 und 9.

Damit haben Trainer Niko Kovac und die SGE-Spieler einen Saisonstart hingelegt, der perfekt ist. Nein, er ist mehr als das – dieser Saisonstart befriedigt Sehnsüchte, er erfüllt die Kriterien die man als ambitioniertes Team (an sich selbst) anlegen muss. Eintracht Frankfurt beweist in diesen Wochen eine ungekannte Qualität. In dieser Saison wird mit Klasse, Plan und Ruhe vorgegangen – das ist ein Unterschied zur Sensationssaison 2012, als es vor allem der von Ex-Trainer Armin Veh gewählte überraschende, bedingungslose Offensivdrang war, der das Team von Beginn an tabellarisch nach oben hievte (und Emotionen schürte, von denen man auh bei Niederlagen zehren konnte: Kredit!)

Bemerkenswert: Es steht die Mannschaft auf dem Feld, die 2015/2016 beharrlich in Richtung 2. Liga siechte. Die zig Neuzugänge spielen in der Startelf kaum eine Rolle. Jesus Vallejo, der vielleicht beste Innenverteidiger der mittellangen SGE-Geschichte, und Omar Mascarell, einen noch unauffälligen Sechser, außen vor gelassen, legt diesen Saisonstart das Fast-Abtiegs-Team hin. Bemerkenswert – und Beweis, dass Trainer Niko Kovac hervorragende Arbeit leistet, dass die Transferpolitik – jedenfalls was die zweite Reihe und deren erhöhten Druck auf die erste Elf angeht – sinnig war.

Und Beweis, dass ich diesmal daneben lag oder zu liegen scheine. Was mich freut, um den gerne so hämischen Kommentatoren gleich mal entgegenzutreten. Den Lakmustest wird diese Mannschaft im Misserfolgsfall antreten (müssen). Dann kann es problematisch werden – umso besser, viele Punkte zu haben bevor eine Abwärtsspirale eintritt.

Das Spiel in Ingolstadt, das gerade in den ersten 15 Minuten auch jederzeit für den FC Audi hätte laufen können, ist in dem Moment zu Gunsten der SGE gekippt, als Alexander Meier den Eckballschützen, die nach Ablauf der abgezogen 1 Minute Nachspoelzeit tatsächlich kurz ausführen wollten und damit den Abpfiff provoziert hätten, signalisiere endlich auszuführen, die Hulla reinzubringen – das 1:0 fiel und öffnete den Weg zu einer weitgehend ruhigen zweiten Halbzeit, gekrönt vom Spektakel-Schuss des unter Kovac, nach 3 Jahren endlich erstarkten Bastian Oczipka.

Erneut hervorzuheben, neben dem auch ohne sein Tor positiv auffälligen Oczipka: Marco Fabian, der das Spiel an sich zieht und Schwung, Dynamik, Raffinesse ins Spiel bringt. Auch der Defensivverbund steht solide, ruhig, ohne Hektik. Auch Lukas Hradecky, der aber Schwächen bei Abstößen zu haben scheint. Problemfall, wie erwartet: Mijat Gacinovic, der weithin zu naiv, zu berechenbar agiert.

Überraschend: Die Doppelsechs funktioniert in mehreren Besetzungen, ein Unterschied in Ausrichtung/Spielweise ist nicht zu erkennen – ein unbestreitbarer Kovac-Verdienst. Zwar ist es ein Manko, dass Szaboltcs Huszti noch der offensivste Sechser ist und schon kaum am/um den gegnerischen Strafraum auftaucht – aber sei es drum. Bei möglichen 12 von 12 Punkten – Darmstaft wäre ja soooo „leicht“ gewesen – kann das ja offenkundig kein falscher Weg sein.

Ambition, Leute, jetzt könnt ihr sie sehen! Die Müdigkeit weicht vom Main. Endlich.

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15 Kommentare

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15 Antworten zu “Bemerkenswertes von den Fast-Absteigern

  1. akloppi

    Es fühlt sich richtig gut an gerade. Was Kovac macht und sagt hat einfach Hand und Fuß. M

  2. F.N.

    Es sieht alles besser aus, weil die Spieler der letzten Saison deutlich mehr von ihrem Leistungsvermögen abrufen . Es wird wieder gekämpft und gegrätscht. Spielerisch ist bestimmt noch mehr drin, aber für einen Großteil der Bundesliga reicht der Kampf… Dazu 2 wirklich hellwache bissige IV. Wäre schön , es ginge konstant die nächsten 2 Spiele so weiter. Gegen Hertha allerdings wird es ein anderes Spiel, chancenlos sind wir aber auch nicht.

    • Werner

      Sehe ich anders. „Gekämpft und gegrätscht“ sind nicht die Attribute mit denen ich die Entwicklung bei Eintracht Frankfurt beschreiben würde. Strategie, Taktik und eine wiederbelebte Spielkunst. Das alles wiederum wurde ausgelöst von umfangreichen Personalrochaden auf`m Platz und dahinter!

  3. Koppweh

    Kaan Ayhan

    http://www.express.de/sport/fussball/fortuna-duesseldorf/die-einzelkritik-kaan-ayhan-ueberragt-bei-duesseldorfs-gala-gegen-bochum-24777414

    Ich glaube an den Jungen nach wie vor!
    Ein Schnäpchen für 500 000 Euro.

    Der Heidel haut lieber die Kohle raus für Strombolie und Bentaleb.

    Verkauft einen waschechten Schalker.

    Man man und unsere Deppen haben auf die Expertise von Armin Veh gehört und Kovac hat nicht erkannt das er ein Sechser ist.

    Boah alsfort…..Perlen vor die Säue….

    • Koppweh

      Armin Veh wäre immer noch Trainer von Eintracht Frankfurt, wenn er sich mit Ayhan auseinander gesetzt hätte.

      Es war sein letzter Kardinalsfehler.

      Und ich bin mir sicher das wir gegen Gladbach nicht verloren hätten, wenn Kovac Ayhan anstatt Reinartz spielen lassen hätte.

      • akloppi

        Hätte hätte Fahradkette….wäre Meier eine Frau wäre er nicht bei der Eintracht würde aber vielleicht mehr laufen.

        akloppi: 30% Eigenkapital
        Hellmann: wohnt jetzt alleine

        Ich zähle mal die Businessseats…

        Ich bräuchte nur mal Einblick in die Bücher….würde die ganzen faulen Perlen und Säue finde…die faulste Sau…
        Ayan ich will ein Kind von dir…
        akloppi: ich bin ein freak.
        ————–
        Koppweh merkst du was? So sehen deine Beiträge aus.

      • Koppweh

        Es kann aber sein das Schalke eine Rückkaufoption hat.
        So ganz Depp ist der Heidel auch nicht.

  4. Olli

    Trotz der eher unerwarteten 9 Punkte aus 4 Spielen weiß ich noch nicht so ganz wie ich die Leistungen einordnen soll.
    Zuerst war dieser Gruselauftritt in Magdeburg und das eigentlich unverdiente einziehen in die 2. Runde. Dann hat man gegen desolate Schalker gespielt und gegen Darmstadt hatte keiner von beiden auch nur einen Punkt verdient gehabt. Leverkusen bewerte ich da schon höher, aber die sind auch noch alles andere als im Lauf. Und Ingolstadt war eigentlich auch nicht wirklich die schlechtere Mannschaft – sie haben nur nichts mit den Torchancen angefangen. Das war gestern kontrolliertes Spiel auf (sehr) flachem Niveau. Aber vielleicht ist das ja auch gerade die Stärke der Mannschaft, den Gegner einfach nicht erlauben zu spielen. Zumindest nutzt man es halbwegs konsequent aus, wenn der Gegner nicht besser kann (Darmstadt mal außen vor gelassen – aber Kovac hat daraus ja anscheinend gelernt. Auch leider ein Novum in FFM).

    Was mir bisher fehlt, ist der Vergleich mit einer Mannschaft die nachweislich in Form ist (das war am ehesten noch Magdeburg). Das wird sich am Samstag mit Berlin ändern. Das wird hoffentlich ein spannendes Spiel – keine Angst haben Jungs! Niemand verlangt mehr zu sehen als ihr könnt.

    Ich habe vor der Saison sehr schwarz gesehen. Aber diese Mannschaft hat sich eine richtige Chance erarbeitet. Lasst uns nicht von Europa träumen – da werden auch noch schlechtere Zeiten kommen. Mir reicht es schon, immer einen beruhigenden Vorsprung auf den 16. zu haben.

  5. Ed Kul

    Ich gebe es zu. Ich hatte nicht unbedingt erwartet, dass die Eintracht bei Audi was holt, geschweige denn dort gewinnt. Insofern wurde ich sehr positiv überrascht und bin mit diesem Ergebnis mehr als zufrieden. Ich werde allerdings auch nicht den Fehler begehen, jetzt in Euphorie zu verfallen. Dazu ist es noch zu früh in dieser Saison und dazu habe ich mit Eintracht Frankfurt auch schon zu viel erlebt.

  6. Olsen

    „doch gar nicht“… Wie ich immer wieder über dieses t9 fluchen möchte…

  7. Olsen

    Björn, wenn du die Hähme gleich vorweg erwähnst, lohnt es sich dich Garn nicht, sie zu formulieren. Du nimmst einem auch den letzten Spaß 😀

  8. Jermaine Jones Junior

    Eines ist klar: Das wird ein Top-Spiel am Samstag gegen die Hertha. Tipp: 2:2 oder 3:2 für uns. Danach folgen Spiele gegen die guten Freiburger (auswärts) und CL-Titel-Anwärter Bayern München. Kein Wunder, dass Bobic erst einmal alle beruhigt und an die ursprüngliche Zielausrichtung errinnert (Klassenerhalt). Der Witz daran ist, und damit konterkariere ich Björns Idee, dass wir heute Ingolstadt mit der selben Demutseinstellung bezwungen haben. Womit während und nach dem Spiel zu keinem Zeitpunkt zu erkennen war, und das war ja Björns Befürchtung, dass auch das „Wollen“ nach einem weiteren Sieg gerade gegen einen vermeintlich „kleinen“ Gegner quasi ausgeschlossen ist.

  9. Koppweh

    Matthäus kapitel 11 vers 5
    die Blinden sehen und die Lahmen gehen, die Aussätzigen werden rein und die Tauben hören, die Toten stehen auf und den Armen wird das Evangelium gepredigt

  10. Oka

    Sehr sehr schön, das liest sich deutlich besser als noch vor einigen Wochen. Mal sehen was am Wochenende passiert.

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