Die Schar der Sympathisanten

Solange Tausende mitsingen, wenn aus dem Epizentrum der Regelmissachtung – wider besseren Wissens – Gesänge wie „Fußballfans sind keine Verbrecher“ angestimmt werden, man Randalemeister als Adelstitel empfindet und diesen als solchen (mit)feiert, bei Pyros, Leuchtspuren und jedwedem Assi-Verhalten (mit)klatscht, wird sich in der Fanszene von Eintracht Frankfurts nichts ändern. Das Problem sind nämlich nicht (nur) die 1500 bis 2000 Problemfans, jene, die den Sicherheitsbehörden als gewaltbereit gelten. Das Problem sind die vielen Tausend, die über ihre Reaktion(en) ihre Zustimmung signalisieren.  Im Stadion, in Kneipen, in Online-Foren.

Das Ritual, sich im Anschluss an eine Assi-Aktion über die folgenden Kollektivstrafen seitens des Verbands oder des Vereins zu mokieren – nichts als elende Folklore. Sich aber als Gruppierung nach einer sanktionierten Tat in die Opferrolle zu begeben, ist geradezu lächerlich. Denn selbstverständlich kennen die Kurvenjungs und Fanszenen-Fans ihre Pappenheimer ganz genau, ob die Randalemeister nun eher im Spektrum der Ultras, unter Fanklubs oder anderer, vielleicht nicht mal Namen tragender Entitäten zu suchen sind: Die Aktionen, die letztlich dem Klub schaden, bedürfen stets  einem Mindestmaß an Planung, Absprache und dem Okay jener Leute, die auswärts und/oder daheim das Sagen haben. Und diejenigen gibt es, glaubt das mal nur. Gebe es die Einwilligung, mindestens mal eine stillschweigende Akzeptanz nicht, wäre das Resultat nämlich die praktische, immer nur heraufbeschworene Selbstreinigung der Kurve: den (wenigen) Verantwortlichen aufs-Maul-hauen. Würde es sich tatsächlich um Einzeltäter, um einen Verstoß gegen den „Kurven-Ethos“, gegen „Leitlinien“ durch ein paar Outlaws handeln, gebe es ernste Kooperation mit Klub und Sicherheitsbehörden, es würden gleich 5, 10, 20, 50, 100 Umherstehende unmittelbar nach dem Zünden eines Pyro zur Polizei gehen und den-/diejenigen im Block benennen, beschreiben, sie verpfeifen. Fakt ist aber, dass es in der Kurve, um das mal als pauschales Synonym zu nehmen, eine bestimmte DNA gibt. Eine, die das eben entgegengesetzt des gerade Angesprochenen beinhaltet. Eine, die Regelüberschreitungen goutiert, sie gutheißt und in letzter Konsequenz fördert. Ächtung gibt es nur in eine Richtung, und das nicht in die eigene, nicht bezogen auf die eigene Ingroup.

Eine zahlenmäßig überschaubare, aber laute Gruppe grenzt sich zu anderen ab, verroht den Diskurs, vergiftet das Klima und reklamiert dabei die Deutungshoheit für sich. Verband, Polizei, die andere Fangruppe: Schuld iststets  dort zu suchen, Provokationen gehen – wie einst im Sandkasten – immer vom Gegenüber aus. Wenn man als einer, der im Mediensektor tätig ist, eines zügig lernt, dann den folgenden Mechanismus: Menschen kehren das Verursacherprinzip gerne um, mindestens aber ignorieren sie es gerne. Dabei ist die Sache im konkreten Fall völlig simpel: Keiner aus dem Sportgericht zündete Leuchtspuren und warf sie in die „gegnerische“ Menschenmenge. Kein Verbandsmensch fackelte Pyros oder Rauchbomben ab. Es waren Anhänger von Eintracht Frankfurt, die – im Falle von Magdeburg unbestreitbar – Straftatbestände erfüllten. Wurde einem das Stöckchen, diesmal in Form von Nazi-Parolen hingehalten? Ja, mag sein. Muss man über das Stöckchen springen? Nein. Und natürlich hatte man nur sicherheitshalber mal gleich das ganze Brenn-Arseanal mit dabei und ins Stadion gebracht; niemals hatte man von Beginn an vor, zu eskalieren. Natürlich.

Nein, Ultras – oder wie auch immer man die Assozialen nennt – gieren nach dem Image als Outlaws, die Geächteten zu sein, die Feindbilder. Sie suhlen sich im böse-Jungs-Dasein, jedes andere Image würde ihren Wesenskern zerstören. Genau das ist der Grund, wieso persoanlisierte Tickets zwingend erforderlich sind. Klartext, Farbbekenntis: Wer ist, wer sind die Übeltäter? Name, Rausschmiss, Haftung. Ob das in der Praxis funktioniert, wird sich zeigen (müssen). Klar ist aber, dass dieser als der nächste Schritt gegangen werden muss, was ist denn die Alternative? Weiter so? Ignoranz? Belohnung statt Bestrafung? Wenn die Gescheiten, die es ja nun wahrlich auch gibt, die Indiferenten oder so mancher Im-Zweifel-krakele-ich-mit-Fan diese Maßnahmen, das Leid unter dem Treiben der Wenigen, als Zumutung empfinden, werden sie künftig vielleicht nicht mehr ihre Sympathie für jene bekunden, die für diese (bis hierhin noch tatsächlich milde) Entwicklung tatsächlich verantwortlich sind: die Fans selbst.

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37 Kommentare

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37 Antworten zu “Die Schar der Sympathisanten

  1. anna

    pyro/rauch mit leuchtspurgeschossen gegen menschen/selbst nazi-familienbloecke in eine reihe/ eine argumentation zu stellen.. ja ne klar. ist genau das gleiche. wie auch immer, an der stelle hakts ordentlich, aber egal.

    „wenn wir wollen, schlagen wir euch…“ und ähnliches kann ich auch nach zwoelf schnaepsen nicht mitgrölen. der wunsch nach deutungshoheit der schimpansen ist mir ziemlich egal. ich bin länger in der kurve als jeder von denen.

    • Koppweh

      He he he he
      Steinewerfer und Polizistenschläger
      .
      Ein Schimpanze in Turnschuhen ……..Joshka Fischer
      .
      Vielleicht steht in der Nordwestkurve der nächste Ministerprasident von Hessen.
      .
      Die Welt ist so wie sie ist und nicht wie man sie sehen will schon garnicht wie sie scheint zu seien.

  2. Koppweh

    AGB Dauerkarte EFAG
    13. Vertragsstrafe / Auszahlung von Mehrerlösen 13.1Im Fall eines schuldhaften Verstoßes des Kunden gegen diese AGB-DK, insbesondere gegen eine oder mehrere Regelungen in Ziffer 7.3, 9.3 oder 10, ist Eintracht Frankfurt ergänzend zu den sonstigen nach diesen AGB-DK möglichen Maßnahmen und Sanktionen berechtigt, eine angemessene Vertragsstrafe in Höhe von bis zu 2.500,- EUR gegen den Kunden zu verhängen. 13.2Maßgeblich für die Höhe der Vertragsstrafe sind insbesondere die Anzahl und die Intensität der Verstöße, Art und Grad des Verschuldens (Vorsatz oder Fahrlässigkeit), Bemühungen und Erfolge des Kunden bzw. Dauerkarten-Inhabers hinsichtlich einer Schadenswiedergutmachung, die Frage, ob und in welchem Maß es sich um einen Wiederholungstäter handelt sowie, im Fall eines unberechtigten Weiterverkaufs von Tickets, die Zahl der angebotenen, verkauften, weitergegebenen oder verwendeten Tickets sowie etwaige durch den Weiterverkauf erzielte Erlöse bzw. Gewinne, wobei klarstellend darauf hingewiesen wird, dass die Vertragsstrafe die durch den Weiterverkauf erzielten Erlöse bzw. Gewinne übersteigen kann.
    .
    2500 euro mehr geht nicht ……..es sei denn man würde die AGB s ändern.
    .
    Man müßte aber damit rechnen das viele Ultras ihre Dauerkarte kündigen und die Mitgliedschaft beim e.V. aufgeben.

    .
    Der JUNGE der die Leuchtspur in den Gästeblock geschoßen hat, dem werden die Ultras vielleicht hängen lassen. Eher nein. Die werden alle zusammenlegen.
    Gefährliche Körperverletzung ………
    Den Gerichtsprozeß würde ich gerne ausfechten wollen.
    Alleine um die Nazihools in Magdeburg breitzutreten.
    .
    Freispruch wegen Selbstverteidigung
    Wer zuerst mit Batterien wirft mus damit rechnen dass das Opfer sich wehrt .
    Der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit wurde hier eingehalten.
    Die Reaktion war im affekt und nicht geplant.

    Gegenanzeige gegen den dfb wegen vorsätzlichen herbeigeführten Gewaltauseinandersetzungen und untergrabung der öffentlichen Sicherheit.
    .
    Wer neben dem Nachbarblock der Gästefans Nazihools plaziert macht sich in meinen Augen Strafbar.
    .
    Ich würde den DFB anzeigen.
    wegen vorsätzlichen geplanten störung der öffentlichen Sicherheit.
    .
    Beuth hin oder her, den Richter will ich sehen der das anders sieht.
    .
    Die Fantrennung wird durch die dfb Sanktionen nicht mehr gewährleistet.
    .
    Die Dfb Sanktionen sind deswegen vor einem Zivilgericht nicht haltbar.
    .
    Sollte der Dfb die Eintracht von dem Spielbtrieb ausschliessen , wird die neue DFB Akademie keine Freude haben .

    Ha ha ha ha ha ha

    F….k d..f..b

    • TK Idstein

      Du hast doch nen Duppen 🙂

      • Koppweh

        Hast du gewußt das 12 Jährige Kinder strafunmündig sind und nicht wegen gefährlicher Körperverletzung belangt werden können.

        Traumatisierten Kinder aus Syrien darf man also ohne Aufsicht nicht alleine lassen.

    • TK Idstein

      Notwehr:
      Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist um einen gegenwärtigen, rechtswidrigen Angriff abzuwehren.
      Die Notwehrsituation dauert fort, solange der Angriff dauert.

      Mit einer abgeschossenen „Batterie“ kann ich keinen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff abwehren. Wenn ich physisch durch Zäune und Ordner voneinander getrennt bin, besteht keine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben und demnach keine Notwehrsituation.

      Für Dich kommt wohl eher §20 oder § 35 StGB zum Tragen.

      • Koppweh

        Die Magdeburger Ordner haben doch mit den BFC Hools geklüngelt.
        .
        Außerdem haben etliche BFC Hools den Innenraum betreten.
        .
        Angeblich wurden Batterien aus dem Familienblock ähhh Glatzenblock in Richtung Eintracht Fans geworfen.
        .
        Ordner und Polizei haben nicht eingegriffen.
        .
        Da unser Maddin seit Magedeburg fehlt, kann man davon ausgehen das Maddin vom Zaun gefallen ist , weil er von einer oder mehreren Batterien getroffen wurde.
        .
        Ein Angriff hat von seiten der BFC Hools stattgefunden.

      • TK Idstein

        Die Beweisführung dürfte euch schwer fallen…. und was hat Maddin auf dem Zaun zu suchen gehabt ?

      • TK Idstein

        Du meinst also Maddin ist zum Spass auf den Zaun geklettert, wurde von einer Batterie getroffen, war verwirrt ist heruntergefallen hat sich dann über die Maßen gewehrt und ist seitdem verschwunden ???? Alter Schwede, Hut ab !!!

    • Olli

      Du meinst also, diese Intelligenz-Allergiker haben nur vorsichtshalber, weil man sich evtl. in Notwehr verteidigen muss, mal eben dieses Arsenal mit in den Block geschmuggelt? Das wurde von diesen Solzialversagern geplant und man hat nur auf die erstbeste Gelegenheit gewartet loslegen zu können. Und wenn es keinen Anlass gegeben hätte, sie hätten trotzdem alles abgebrannt. So hat man jetzt ne schöne Ausrede … Batterien und antisemitische Gesänge, haben uns nur verteidigt.
      Kann man nicht mal diese gewaltbereiten Gruppierungen unkontrolliert aufeinander loslassen. Einfach zuschauen, wie sie sich gegenseitig tot prügeln. Das würde viele Probleme auf einmal lösen … Leider / zum Glück darf man das im Rechtsstaat nicht dulden.

      Die 2.500 Tacken gelten für die Dauerkarte beim Heimspielen. Die Auswärtstickets sehe ich dadurch nicht gedeckelt.

      Bisher waren deine Beiträge einfach nur verwirrend, als ob du deine Medikamente mal wieder nehmen solltest. Aber was du jetzt ablieferst ist einfach nur wiederlich und menschenverachtend. Für Magdeburg gehört beiden Seiten zurecht mächtig auf die Schnauze geschlagen.

      Geh mal zum Neurologen bzw. Onkologen. Dein Schädeldröhnen kommt sicherlich von einem sehr großen bösartigen Tumor.

      • TK Idstein

        Oder so 🙂

      • Koppweh

        Ich sehe die Auswärtstickets bei 2500 gedeckelt, weil die Auswärtstickets für Mitglieder und DKinhaber vergünstigt sind.
        Nach meiner Meinung greifen die AGB s der DKinhaber.
        Der BGH hat keine Grenze festgelegt.
        Also gelten die AGB.

        Von Vereinsseite brauch der Junge Mann nichts zu befürchten, es sei denn er wäre kein Vereinsmitglied.

        Die Konsequenzen sind erstmal Stadionverbot.
        Ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung was irgendwann sowieso eingestellt wird.
        Viel mehr wird da nicht passieren.

        Ich weiß das , Hellmann weiß das , nur der Oli nicht!

        Der dfb hat sein Ziel erreicht . Der Volltrottel Hellmann hat die personalisierten Auswärtstickets eingeführt.
        Die ganze Liga lacht sich schlapp über Hellmann.

        Der dfb hat einen Trottel gefunden.

        Applaus applaus…..

  3. Müssen eigentlich gegen Bayern in den Nachbarblöcken wieder ein paar zahlende Fans „zusammenrücken“?

  4. Maurice

    Ich bin zu 100% deiner Meinung, Björn.

    Wenn in Folge des BGH-Urteils von Vereinsseite aus nichts passiert, verstehe ich die Aussagen der Verantwortlichen („Wir können uns keine deutschen Talente leisten; wir haben nur sehr begrenzte Mittel zur Verfügung.“) nicht. Natürlich kann man sich von den Einnahmen, die man ohne Teilausschlüsse der Zuschauer erzielt hätte, keinen Spieler kaufen. Aber hier fängt es an. Hinzu kommen die Strafzahlungen über die Jahre hinweg, die als Kapital verloren gehen.

    Warum versteht das der gewaltbereite „Fan“ (von den Ultras oder sonst woher) nicht? Die Antwort liegt auf der Hand: Eintracht Frankfurt ist nur die Plattform, welche genutzt wird, um die Bedürfnisse einzelner in Form ihres „Spaßes“ zu befriedigen. Allein aus diesem Grund sollte jeder einzelne, der strafbar auffällig wird, belangt werden.

  5. Koppweh

    Der letzte der sich von offizieller Vereinsseite mit den Ultras angelegt hat war der Martin Kind von Hannover 96.
    Soviel ich weiß hat sich der Herr Kind bei den Ultras entschuldigt.
    Ist der Herr Kind in deinen Augen jetzt ein Depp lieber Björn?

    Sollten wir besser erst absteigen wie Hannover um die Ultrasassis auszumerzen?

    Brauchst nicht zu anworten, es sei denn du bezweifels an, dass die Eintracht auch ohne Ultra-Support langfristig Spieler halten kann .

    • Olsen

      Genau, Björn. Ohne gewaltbereite Fans hältst du schlichtweg keinen Spieler. Außer Hector vielleicht.

      • Koppweh

        Ich würde am Heimspiel gegen Bayern folgendes Plakat in der Nordkurve plazieren.

        We are banned because we are against racism.
        Wer sich gegen Nazis wehrt wird in Deutschland bestraft.

        Lifeübertragung in 200 Ländern.
        Mehr geht nicht.

        Mal sehen ob die Ultras Mut haben.

        Nach dfb Statuten ist es nämlich erlaubt einheimische Nazihools neben dem Gästeblock zu plazieren.

      • unknownolsen

        Warum musst du bei nahezu jedem Thema zur Schau stellen, dass du kognitiv überhaupt nicht hinterher kommst? Als ginge es darum, Menschen zu bestrafen, die sich „gegen Nazis wehren“.

        Ich hab keine Ahnung, wer für die wirren Texte hinter dem Synonym „Koppweh“ steht. Aber sie sind das Geschwür einer jeden Diskussion hier.

  6. Olsen

    Ich hatte erst neulich wieser eine dieser Diskussionen und fühlte mich ins gute alte Studi(habichnochnievoninnengesehen)vz zurück gesetzt. Denn…

    …a) kann das noch so Körperverletzung sein, man fühle sich dem Täter eher zugehörig als dem Ordner und…

    …b) habe man als Ordner/Polizist sowieso nichts im Stadion verloren, weil dies „grundsätzlich provoziere“ und dadurch vollkommen nachvollziehbar zu Panik/Aggression führen müsse.

    Von dieser vollkommen kranken Abstrusität abgesehen, müsse in allererster Front das Recht des Bürgers geachtet werden, während Mittäterschaft nicht nachweisbar sei. „Nur weil ich dort stehe, den Aggressor decke und keine Lust zur konstruktiven Zusammenarbeit habe, heißt das nicht, dass ich es Gut heiße oder gar schütze.“

    Ich finde, die Situation im Stadion gibt ein gutes Abbild der Gesellschaft.

    • TK Idstein

      Ich stelle mir die Frage mit wem Du an der Stelle diskutiert hast.
      Kann mir aber gut vorstellen welche Klientel das war.
      Nur weil ich dort stehe heißt das noch lange nicht dass ich irgendwen decke. Und konstruktive Zusammenarbeit leiste ich auf der Arbeit und nicht im Stadion. Denn im Stadion habe ich Freizeit und möchte mit meinen Freunden oder meiner Familie einen schönen Tag erleben. Da heutzutage immer wieder propagiert wird das alle Macht vom Staate ausgeht, möchte sich dieser bitte auch daran halten und für Ordnung sorgen. Denn wenn ich oder andere anfangen für Ordnung zu sorgen kann das längerfristig nicht gut sein. Und das Abbild dieser Gesellschaft hat sich der Staat über eine lange Zeit mit Gesetzgebung und Rechtsprechung derselben herangezüchtet.

      • Olsen

        Sorry, aber genau an dieser Einstellung krankt es.

        Bist du auch nur zum Spaß da, wenn neben dir kleine Kinder von ihren Eltern verdroschen werden? Schaust du zu, wenn sich jemand sexuell an einer Frau vergreift? Ist Menschlichkeit und das Verfolgen von Werten und Normen das Gegenteil von Freizeit?

        Wer propagiert denn, dass alle Macht vom Staat ausgeht? Und welche Alternative bleibt, wenn man weiß – wie an deinem Beispiel viel zu passend formuliert – erfahren darf, dass der Otto-Normalverbraucher nicht den Hauch Werteverständnis in sich trägt?

        Deine Einstellung zu lesen, widert mich schon an.

      • Olsen

        Und wenn ich jetzt im Eifer des Gefechts nicht geblickt haben sollte, dass du nicht von dir gesprochen hast, sondern von der „Klientel“, dann möchte ich mich für meine verbale Entgleisung direkt entschuldigen. Ansonsten bleibe ich böse 😀

      • TK Idstein

        @ Olsen Du darfst an der Stelle gerne Böse bleiben. Ich sehe das nun mal so.

      • TK Idstein

        @ Olsen Es würde mich an der Stelle aber nun doch interessieren wie Du in einem Stadion als Zuschauer Deine Werte und Normen durchsetzen willst. Ein Vergleich mit misshandelten Frauen oder Kindern krankt schon deswegen weil Sie (zumindest in den meisten Fällen) nicht von einem Kollektiv durchgeführt oder gedeckt werden.

      • Einen Schritt zurück und Schärfe rausgenommen, denke ich schon, dass es einen Unterschied machen würde, wenn die eine Menschenmenge (normale, gesittete Fans) sich verbal/schriftlich/symbolisch von der anderen Menschenmenge (assoziale, Pöbler/Gewalttäter) abgrenzen würde. Sprich: Wieso werden jene, die man ja nach Stadionblöcken sogar ziemlich klar benennen kann, nicht konsequent niedergepfiffen, wenn sie den einen oder anderen Gesang anstimmen? Wenn sie im Heimspiel nach einer Auswärtsaktion die bekannten Randale gemacht haben? Wenn sie Pyros/Leuchtspuren zünden? Wenn sie andere Fangruppen überfallen, schlagen, treten, drangsalieren?

        Damit fängt die Selbstreinigung meines Erachtens an bzw. das ist ein entscheidender Schritt. Und ein Anfang wäre es, wenn nicht Tausende mitklatschen/feiern sondern sich bspw. wegdrehen würden, wenn die Assos irgendwas machen. Ich für meinen Teil singe gewisse Sachen nie mit, schon gar nicht feiere ich Regelübertretungen ab. Anderswo gibt es auch gute Stimmung im Stadion, zuhause wie auswärts, aber das ist nicht automatisch mit Unterschichten-Schimpansen-Gehabe verbunden.

        Und, Koppweh, Nazis? Verschweigen mag man es ja bei allem „United Colors of Bemeltown“ und UF97-Antifa-Klimbim, aber wer sich im Block auch nur ein wenig umschaut, gar Banner/Doppelhalter (Adlerfront, Presswerk …) liest, weiß ganz genau, dass man die rechtsextremen A****** – mal aktiver, mal weniger aktiv, auch in den eigenen Reihen hat. Damit will ich keinesfalls sagen, dass das Engagement der Ultrabewegung in dieser Richtung kleinzureden ist (wer sich an die G-Block- und umliegenden Blöcke-Zeiten erinnert, müsste spinnen etwas anderes zu behaupten), aber man muss sich auch nicht päpstlicher machen als der Papst.

      • Olsen

        Das geht bereits bei der Einstellung los, in Gefahrensituationen nur Zuschauer statt Gehilfe/Zeuge zu sein. Kennst du die Situation, auf der Autobahn eine Schneise zu bilden, um Helfern den Weg zur Gefahrenstelle zu ermöglichen? Das wäre im Stadion ebenso möglich. Es wäre ein leichtes, sich im Stehbereich vom Aggressor zu entfernen; ihn zu isolieren. Und es wäre ebenso ein leichtes, mit dem Finger auf Personen zu zeigen oder Bilder zu machen. Man könnte den Block, in dem es immer wieder zu Vorfällen kommt, meiden, um die betreffende Gruppe zu verkleinern. Man könnte sich akustisch vom Pack distanzieren, seinen Unmut bekunden. Es könnte eine allgemeine Abwehrhaltung gegen die Vorgänge geben. Es geht um Hilfe beim Ausfindigmachen, nicht um Selbstjustiz oder Eigengefährdung.

        Dem gegenüber wird aber weggesehen, stehen geblieben, Beifall geklatscht. Und am allerwenigsten will man persönlichen Aufwand betreiben, schlechte Sicht riskieren, Zeit verlieren oder womöglich Spielminuten verpassen. Der Fan tut viel, um zu verhindern, dass sich etwas ändert – und brüskiert sich am Ende über sich selbst.

      • Lesenswert, gerade die mir auch unbekannten personellen und strukturellen Verwicklungen zwischen Verein und Fanszene (auf der zweiten Seite des Links):

        http://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/bundesliga/seit-jahren-befindet-sich-eintracht-frankfurt-in-der-hand-seiner-ultras-14456001.html

  7. Ich muss zugeben, dass ich anfangs auch nichts gegen einige Bengalos hatte. Aber in letzter Zeit wird es zu viel und sie kosten zu viel Geld. Sei es direkt in Form von Strafen oder indirekt, dass Sponsoren weg bleiben.

    Das BGH Urteil ist richtungsweisend. Vielleicht muss die SGE in Kameras investieren, so dass es klare Beweise gibt.

    Eine Selbstreinigung wäre natürlich zu bevorzugen aber daran glaube ich nicht mehr.

  8. TK Idstein

    Meine subjektive Empfindung bei Heimspielen ist eine andere. Schon gar nicht kann ich im „normalen Sitzplatzbereich“ Menschen erkennen die diesem Verhalten zustimmen oder gar Applaudieren.Das mag einerseits daran liegen dass -mit Ausnahme des Heimspieles gegen Darmstadt in der vergangenen Saison- sich die Fans im Block doch im Großen und Ganzen relativ normal verhalten. Außerhalb des Stadions mag die Wahrnehmung eine andere sein. Auswärts gibt es offensichtlich ein massives Problem. Mir ist der ein oder andere Ultra persönlich bekannt. Diesen Leuten ist es gelinde gesagt sch*** egal ob sie ihrem Verein schaden oder nicht. Diese Menschen frönen Ihrem eigenen Drang nach Befriedigung und Spaß… eine etwas extreme Art der heutigen Spaßgesellschaft, denen das Handwerk gelegt werden muß !

    Beim neuerlichen Auswärtsspiel in Ingolstadt habe ich Kontrollen erlebt die Ihres gleichen suchen. Ich musste bei der Kontrolle die Zigarettenschachtel öffnen, die Geldbörse auch. Allerdings ist das Stadion in Ingolstadt mehr als Überschaubar und in Frankfurt so nicht umsetzbar.

    Im Stadion angekommen gab es alkoholfreies Bier und das mitten in Bayern. Sehenswert auch das Gere, Andi und Olaf eben diese Plörre zu sich genommen haben. So waren wir mit An- und Abreise sage und schreibe über 5 Stunden ohne Gerstensaft, eine Katastrophe …. ging aber auch irgendwie 🙂

    • Steven

      … interessant in diesem Kontext wäre doch nun, ob du dem dir bekannten Ultras, die Mist machen und denen die SGE am A… vorbeigeht, denn auch mitgeteilt hast,dass du ihre Einstellung missbilligst…

      Im übrigen kann ich deine Ansichten irgendwie nachvollziehen. Es gibt eben nicht „die Ultras“, dafür ist die Gruppe viel zu heterogen. Die einen sind rechts, die anderen links, andere sind dabei um den Nervenkitzel des Krawalls zu suchen und andere wiederum sehen sich einfach als treue Hardcore-Fans, die ihr Team mit (fast) allen legalen Mitteln unterstützt. Wahrscheinlich zählst du eher zu letzteren.

      Bevor der Rest des Stadions bestimmte Verhaltensweisen öffentlich missbilligt müsste die Ultra-Gruppe intern damit anfangen bzw einiges untereinander klären.

      Das wäre ein Anfang… Und offensichtlich geht es in die richtige Richtung, nachdem die Szene bei der Überführung des Magdeburg-„Täters“ mitgeholfen hat.

      Ich plädiere ebenfalls für eine harte Bestrafung über das Zivilrecht der jeweiligen Unruhestifter.

      Das ganze Thema ist einfach nur traurig. Man könnte sich über so Ignoranten und kognitiv benachteiligten Idioten nur aufregen.

      @unknownolsen… Danke für den Kommentar zu K….h, du sprichst mir aus der Seele.

      • TK Idstein

        Den mir bekannten Ultras sage ich das immer wieder wenn ich Sie im Verein sehe und es zu einem Gespräch diesbezüglich kommt. Und nein ich bin und war nie irgend einer Fangruppierung angehörig. Meist halte ich mich im Sitzplatzbereich 41 oder im Familienblock auf 🙂 … In Ingolstadt wohnt ein Freund den ich besucht habe.

  9. Michi

    Abslout richtiger Beitrag zum Thema. Kann man 100 % unterschreiben.
    Leider macht es die Sache nicht besser, da man ja die Ignoranten nicht erreichen kann, leider.
    Gruß Michi

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