Monatsarchiv: Dezember 2016

Therapie ohne Schock

Soso, ist sie nun also doch gereift, die Erkenntnis, dass man bei Eintracht Frankfurt jahrelang eher schlechte Arbeit gemacht hat. Solange man sich in der Wagenburg verschanzt, sieht man das wohl nicht – und will es auch gar nicht sehen.

Es hat einen Fast-Abstieg, einen Trainerwechsel zu Niko Kovac und den Abgang der lame Vorstands-duck Heribert Bruchhagen gebraucht, dass Eintracht-Präsident Peter Fischer das äußert, was – auch hier im Blog – über lange Zeit gebetsmühlenartig wiederholt worden ist:  Dass es sich bei der SGE um einen trägen Tanker handelt, der mit gegenwärtiger Fußballstruktur, geschweige denn Innovation wenig zu schaffen hat.“Wir haben diese Entwicklung in den letzten Jahren ein Stück weit verschlafen. Das müssen wir selbstkritisch eingestehen“, so Fischer. „Ich denke, dass die Europa-Pokal-Teilnahme 2013/14 mit viel Euphorie im Umfeld ein Stück weit träge gemacht hat. Uns haben Impulse, aber auch die Selbstkritik im sportlichen Bereich gefehlt. Wir sind jetzt in einer Schocktherapie“, sagte Fischer nun zum HR-Sport.

Wieso ist es eigentlich so unmöglich, Kritik im Fluss der Dinge anzusprechen und entsprechend zu handeln? Dann wäre eine Therapie stets ohne Schock möglich. Und nun komme mir keiner damit, dass der Bruchhagen – speziell in seinem letzten Jahr – so allmächtig war, dass eine ganze Funktionsriege vor ihm zitterte. Nein, an dem jahrelangen status quo sind auch jene beteiligt, die nun im Erfolg mitschwimmen. Einem Erfolg, der maßgeblich auf Niko Kovac und Vorstandschef Fredi Bobic, Stichwort Ambition, sicher auch auf dem neuen Chefscout Ben Manga fußt.

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Guten Rutsch … in den Uefa-Cup!

Verzerrt wie selten ist die Bundesligatabelle in dieser Saison. Das liegt zum einen an der Umkehrung der Kräfteverhältnisse zwischen Mittelklasse- und Spitzenmannschaften. Zum anderen liegt es daran, dass nur 16 statt 17 Spieltage das Ende der Hinrunde markieren. Dementsprechend schwierig gestalten sich Vergleiche zu Vorjahren um zu ermitteln, wie welche Teams, die nach Hinrundenende – wie Eintracht Frankfurt zurzeit – 29 Punkte hatten, am Saisonende abschnitten. Hier daher eine Auswertung der Tabellenstände nach 16 Spieltagen und der schlussendlichen Tabellenpositionierung aus den vergangenen zehn Jahren:

  • 2015/2016: Hertha BSC Berlin, mit 29 Punkten nach 16 Spieltagen Tabellendritter. Zum Saisonende mit 50 Punkten auf Rang sieben.
  • 2014/2015: Kein Team mit 29 Punkten nach 16 Spieltagen. Wolfsburg (31, Rang zwei), Mönchengladbach und Leverkusen (27, Rang drei und vier) belegten nach 34 Spieltagen exakt die Positionen, die sie nach 16 Partien innehatten. Punktestände: 69, 66, 61
  • 2013/2014: Wolfsburg, mit 29 Punkten nach 16 Spieltagen Tabellenfünfter. Am Ende belegte die Mannschaft, die 60 Punkte holte, eben jenen Rang.
  • 2012/2013: Kein Team mit 29 Punkten nach 16 Spieltagen. Leverkusen (30, Rang zwei), Dortmund und unsere Eintracht (27, Rang drei und vier) – während der BVB (66 Punkte) Bayer um einen Punkt überholte, landete die SGE auf Rang sechs (51 Punkte)
  • 2011/2012: Werder Bremen mit 29 Punkten nach 16 Spieltagen Tabellenfünfter. Mit 42 Zählern wurde es am Ende der neunte Platz.
  • 2010/2011: Kein Team mit 29 Punkten nach 16 Spieltagen. Mainz (30, Rang vier) und Freiburg (27, Rang fünf) hatten danach sehr unterschiedliche Rückrundenverläufe, Mainz verteidigte schlussendlich mit 58 Punkten den fünften Platz, Freiburg rangierte am Ende mit 44 Zählern auf dem neunten Platz.
  • 2009/2010: Kein Team mit 29 Punkten nach 16 Spieltagen. Bayern (30, Rang drei), Bremen und Hamburg (je 28, Rang vier und fünf) gingen im Anschluss unterschiedliche Wege. Während München Meister wurde (70 Punkte) und Bremen auch kletterte, auf Rang drei mit 61 Punkten, fiel der HSV auf Rang sieben zurück (52 Punkte)
  • 2008/2009: Kein Team mit 29 Punkten nach 16 Spieltagen. Hertha BSC und Hamburg (je 30 Punkte, Rang vier und fünf) verteidigten beide ihre Position, holten 63 bzw. 61 Punkte.
  • 2007/2008: Kein Team mit 29 Punkten nach 16 Spieltagen. Leverkusen (30 Punkte, Rang vier) fiel – durch eine Niederlage am letzten Spieltag – von eben jenem Rang vier auf Tabellenplatz sieben, holte insgesamt 51 Punkte.
  • 2006/2007: Kein Team mit 29 Punkten nach 16 Spieltagen. Bayern (30 Punkte, Rang vier) blieb am Saisonende auf dieser Position, sammelte 60 Punkte.

Zusammenfassung:

  1. Kaum Teams, die zum selben Zeitpunkt eine Punktezahl wie Eintracht Frankfurt aktuell aufwiesen, verpassten Monate später die Qualifikationen für einen der europäischen Wettbewerbe. Ausnahmen:
    A) Bayer Leverkusen 2007/2008 – und das nur durch den Verlauf des letzten Spieltags als die Mannschaft auf Rang sieben, der damals im Gegensatz zu einigen Folgejahren (etwa Berlin in der vergangenen Saison) keine Startberechtigung für den Uefa-Cup bedeutete, zurückfiel.
    B) HSV in 2009/2010
    C) SC Freiburg in 2010/2011
    D)Werder Bremen in 2011/2012
  2. In den vergangenen fünf Jahren kam es nur einmal vor, eben Bremen 11/12, dass es nach dem Sammeln von so vielen Punkten nicht mindestens für den Uefa-Cup reichte.

Ausblick:

So stellt sich die Zahl der Punkte / Punktabstände derer dar, die nach 34. Spieltagen als Fünfter/Sechster/Siebter noch in die Europa League bzw. den Uefa-Cup gekommen sind:

  • 61 Punkte (Hamburg 2008/2009 mit zwei Punkten vor Dortmund)
  • 58 Punkte (Mainz 2010/2011 mit allerdings elf Punkten vor Nürnberg)
  • 55 Punkte (Stuttgart 2009/2010 mit drei Punkten vor Hamburg)
  • 54 / 52 Punkte (Wolfsburg als Fünfter und Stuttgart 2007/2008 mit drei / einen Punkt vor Leverkusen)
  • 52 Punkte (Mainz 2013/2014 mit einem Punkt mehr als Augsburg)
  • 51 Punkte (Leverkusen 2006/2007 mit einem Punkt vor Nürnberg)
  • 50 Punkte (Hertha, 2015/2016 mit fünf Punkten mehr als Wolfsburg)
  • 48 Punkte (Schalke 2014/2015 mit zwei Punkten mehr als Dortmund und Hannover 2011/2012 mit vier Punkten mehr als Wolfsburg)

Resümee:

Gerade in den vergangenen Spielzeiten nach 2010 hat ein Überbieten der 50-Punkte-Marke um zwei Zähler stets für den Einzug in den Europapokal gereicht. Im Falle von Eintracht Frankfurt im Dezember 2016 bedeutet das: ein Minimum von 21, 22 Punkten befördert die Mannschaft vermutlich ran, vielleicht sogar rein ins internationale Geschäft.

Die Zahl von 21,22 Punkten entspricht dem, was bei Teams der Mittelklasse einer soliden, passablen, je nach Vereins-Nuance zufriedenstellenden bis guten Halbserie entspricht; einer Ausbeute jedenfalls, die, wenn zweimal erreicht, Platzierungen weg von den Abstiegsregionen bedeuten.
Demnach ist es eine Marke, die Eintracht Frankfurt selbst in weitaus weniger famosen (Halb)Saisons zuzutrauen sein muss. Es entspricht ziemlich genau der Vorgabe, die man sich intern vor dieser, wie vor vielen anderen Saison gegeben haben dürfte. Mit dem Unterschied, dass ein Erreichen dieses Ausgangs-Halbserien-Ziels im Mai „Rom, Mailand oder London, Moskau, Wien oder Athen“ bedeuten dürfte.

Mit diesem erfreulichen Ausblick wünsch ich allen Lesern von „Eintrachtinside“ einen guten, fröhlichen, sicheren Rutsch ins neue, ins dann siebte Existenzjahr dieses Blogs!

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Einzelkritik Hinrunde 2016/2017

Lukas Hradecky: Sicher, souverän, nicht ohne Grund der Mann mit der weißesten aller Westen in der Bundesliga. Bekommt aber auch weniger aufs Tor als je zuvor, doch wenn, wirkte er sogar in der Fast-Abstiegssaison noch besser. Seinen Spinnen-Spitznamen letzten Hinrundenspiel gegen Mainz – eigentlich zum ersten Mal in der gesamten Hinrunde. Aber: Die eine oder andere seltsame Szene, wie der Abroller vor Mainzer Füße, also fußballerische bzw. konzentrationstechnische Mängel hatte er drin.

Heinz Lindner: ohne Wertung – weiterhin. Man fragt sich lediglich, wieso sich ein Profifußballer so einen Null-Chance-Status jahrelang antut.

Leon Bätge: ohne Wertung.

David Abraham: Hat sich über das Stahlbad Fast-Abstieg zu einem legitimen, unumstrittenen und souveränen Abwehrchef aufgeschwungen. Seine Geschwindigkeit ist der Faktor, der den Frankfurter Defensivverbünden in vielen Vorjahren fehlte. 3 Gelbe Karten sind für einen Innenverteidiger, der alle Partien absolvierte, aller Ehren wert – da ändert auch die Beinahe-Rote-Karte gegen Darmstadt/Sandro Wagner nichts am Gesamtbefund. Zumal er sich zweimal als Türöffner für Siege erwies: Wichtiges 1:0-Tor gegen Ingolstadt und ein Traumpass zum 1:0 gegen Mainz.

Jesus Vallejo: Der nicht nur von den Anlagen, sondern auch von der Umsetzung auf dem Platz der wohl beste Innenverteidiger der zumindest jüngeren Vereinsgeschichte – jünger bedeutet hier 25 Jahre. Das „wohl“ in der Bewertung wäre weggelassen worden, wenn nicht die letzten drei, vier Hinrundenspiele gewesen wären, wo seine Leistungen menschlicher, jedenfalls altersgerechter wurden. Da streute er plötzlich ungewohnte Fehler ein – vielleicht verletzt, angeschlagen, einfach überspielt? Keine einzige Verwarnung in 16 Spielen, das ist angesichts der körperbetonten Spielweise des Teams überraschend und Zeugnis für seine Klasse.

Michael Hector: Erfüllt seine Rolle zufriedenstellend und hat sich nach anfänglich haarsträubenden Leistungen besser reingefuchst ins Bundesligageschehen. Immer mal wieder für Fehler im Stellungsspiel gut, biologisch/physisch bedingt oft zu langsam. Sein Kopfballtor gegen Berlin war gut und wichtig, insgesamt aber keine Konkurrenz für die Stamm-Innenverteidiger. Eine Ausleihe, die zu keinem Folge-Engagement führen wird, die aber für die Eintracht bis hierhin sinnvoll und nützlich war.

Marco Russ: ohne Wertung – je nach Belastbarkeit, deren Wiederherstellung nicht so schnell gehen wird wie er selbst erhoffen wird, ein Kandidat für die Ablösung von Michael Hector als Erstwahl für einen Platz in der Innenverteidigung sobald Abraham oder Vallejo ausfallen sollten. Vorbehaltlich des unklaren Sofort-Leistungsvermögens von Neuzugang Anderson Ordonez. Als Führungsspieler, Lautsprecher, In-den-Hintern-Treter so oder so ein Gewinn – denn wenn der Mannschaft eine Nuance fehlt, dann der (verbale) Charakterkopf. Und das kann im Krisenfall, egal ob das Abstiegskampf oder Ringen um hochhängende Trauben bedeutet, entscheidend fürs Gelingen sein.

Bamba Anderson: ohne Wertung – kurios lange verletzt und kurios lange vertraglich gebunden (bis 2018). Dürfte nicht nur angesichts der Gesundheitsfragen keine Chance mehr haben, die Weichen für Gegenwart und Zukunft sind ohne ihn gestellt.

Bastian Oczipka: Beweist, dass seine Leistungen aus Vorvergangenen Jahren keine Eintagsfliegen waren. Der Linksverteidiger ist zu großen Teilen zurückgekehrt zu dem Können, das ihn in der Wiederaufstiegssaison nah an die Nationalmannschaft brachte. Längst nicht so ultra-offensiv, sondern auf andere Art und Weise überzeugt er. Sein Stellungsspiel ist nur noch vereinzelt ein Manko, er geht viel bissiger zu Werke als in den zwei, drei Vorsaisons und bringt seine guten Leistungen unabhängig vom Vordermann; der Position, auf der esnach wie vor die größte Baustelle gibt.

Taleb Tawatha: In anderen Jahren hätte man das Wort „bezeichnend“ gewählt, wenn der teuerste Neuzugang genau der ist, der dauerverletzt ist und von dem man bislang nur ahnt, dass er das sportliche, spielerische Vermögen für die Bundesliga nicht mitbringt. An Bastian Oczipka in dieser Form wird er keinen Weg vorbei finden, nach all dem bisschen was man bisher vom Israeli sah.

Timothy Chandler: Ein Comeback-Kid, das man so lange nicht gesehen hat und für das man viel Respekt haben muss. Abgeschrieben, weil er zwei Jahre lang nicht annährend das zu bringen imstande war, was Vorgänger Sebastian Jung zeigte. Er stand im Abseits, zurecht. Wie er seine Chance dann nutzte, war und ist bemerkenswert. Es zeugt von gutem Charakter, dass er sich – trotz Rumstehens im Schaufenster des Transfermarkts – in der Vorbereitung nicht zu schade fürs Aushelfen in der Innenverteidigung war. Dass er dann unersetzbarerer Leistungsträger auf seiner gelernten Position wurde, ist eine bemerkenswerte, aber eben keine zufällige Entwicklung. Gegen Mainz, in Abgrenzung zum flügellahmen Auftritt in Wolfsburg, sah man seinen Wert fürs Offensivspiel der SGE.

Guillermo Varela: Das, was man von ihm sah, war sehr vielversprechend. Dann das absichtliche, ungeahndete Foul des Darmstädters Sven Schipplock – und seine Vorsätze, Ansätze und Karriereentwicklung waren vorbei. Er wird den Konkurrenzkampf auf der Rechtsverteidigerposition anfachen, sich mit Chandler ein Duell auf Augenhöhe liefern. Eventuell sehen wir in der Rückrunde angesichts der unsteten Leistungsqualität der Flügelspieler sogar beide gleichzeitig auf dem Feld, den einen vor dem anderen positioniert.

Yanni Regäsel: ohne Wertung – ein Winterneuzugang, der seinerzeit schon irgendwie seltsam wirkte und sich tatsächlich als in vielerlei Hinsicht unbefriedigende Personalie entpuppt.

Furkan Zorba: ohne Wertung.

Makoto Hasebe: Der Stabilisator ist zurück, der Japaner ist wieder der entscheidende Faktor, der er vor zwei Jahren bereits war. Seine Stärke ist das Ordnen, das Sortieren des Defensivverbunds. Trainer Niko Kovac hob ihn mit der Umpositionieung als Libero vor der Abwehr auf ein neues Level; nicht zwingend qualitativ, aber er schneiderte die perfekte Position für ihn, was dieser mit konstant guter Leistung zurückzahlt. Und: eine einzige Gelbe Karte und bedeutend weniger im Mecker-Fokus sind Beweis für die Rückkehr von einem der wenigen Hoch-Qualitätsspieler.

Szabolts Huszti: Von einem Ärgernis hat er sich zum „aggressive leader“ gemausert. Die Rolle als offensiverer Sechser füllt er ganz gut aus, fällt aber durchaus mehr noch durch die Bissigkeit und das eine oder andere (kluge) taktische Fouls in der Rückwärtsbewegung auf. Der Immerspieler, der er gefühlt trotz aller Minderleistungen vergangene Rückrunde war, ist es jetzt zurecht. Angesichts der im zentralen Mittelfeld personell dünneren Besetzung dürfte er auch in der Rückserie gute Chancen auf einen Stammplatz haben – ist aber ein Kandidat, dem auf die Pelle gerückt werden wird.

Omar Mascarell: Anfangs beinahe blass, drehte er in den vergangenen Wochen mächtig auf. Offensiv zwar weiterhin bisweilen (zu) inaktiv, aber in allen anderen Belangen ein Erfolgsgarant. Grätscht, wenn es Not tut, zweikämpft permanent und spielt sichere, kluge Pässe, die oft ein zügiges Umschaltspiel ermöglichen. Er erinnert an Pirmin Schwegler bzw. dessen Spielweise. Es tut der Mannschaft gut, so einen ruhigen und doch giftigen Vertreter auf der Sechs zu haben.

Marco Fabian: Der Schlüsselspieler in der Offensive des Teams. Seine Quirligkeit, seine Technik und sein Zug zum Tor, die Liebe zum Spielgerät Ball als solches, bringen genau jene Elemente ins Kollektiv, die lange, speziell vergangene Saison fehlte. Manches mal noch zu ungestüm und wild, ist er trotzdem ein steter Unruheherd. Allerdings: Er muss dafür zentral spielen, auf dem Flügel ist er, sind seine Stärken verschenkt und der Mexikaner automatisch kein Faktor in der jeweiligen Partie.

Danny Blum: Zeigte bereits, dass er kein Odonkor’scher Leichtathlet ist, sondern durchaus Fußball spielen will und kann. Seine Verletzung wirkte sich in den Folgewochen negativ auf die Leistungen auf den Außenbahnen aus, er wäre ein Kandidat gewesen, um die öfter matten, mauen Leistungen der Konkurrenten vergessen zu machen.

Mijat Gacinovic: Die Befürchtung, dass der junge Serbe doch noch weiter von dem Status Stammkraft/Leistungsträger/Perspektiv-Millionenverkauf entfernt ist, den ihm manche Funktionäre zudachten, zeichnet sich ab. Immer mal wieder blitzt sein Können auf der Außenbahn auf, zumeist verheddert sich aber, verliert den Ball, spielt zu spät, zu ungenau ab, sucht zu oft das Komplizierte statt das Einfache/Sinnvolle – oder taucht unter, was gerade im Zentrum regelmäßig der Fall ist. Wird sich in der Vorbereitung strecken müssen, um seinen Stammplatz zu behalten. Gerade Ante Rebic scharrt mit den Hufen.

Ante Rebic: Der Hufenscharrer.

Shani Tarashj: War, ist und bleibt der Fremdkörper. Ist unsichtbar, von ihm erinnert man sich an das stark erzielte Tor, sonst … Dabei lagen die Schwächen häufiger auf den Außenbahnen, sich diese Situation zur Nutze machen, schaffte er nie …

Aymen Barkok: … im Gegensatz zu diesem Nachwuchsspieler. Famoses Debüt, was mit einem Harakiri-Dribbling im eigenen Strafraum begann. Seine Technik, sein Tempo, seine Überischt, Ruhe, seine Abgeklärtheit sind bemerkenswert. Er bringt Dampf ins Spiel, Zug zum Tor und ist ein ernsthafter Kandidat für die Dauerbesetzung einer offensiven Außenbahn. Stand jetzt gibt es jedenfalls keinen Weg an ihm vorbei, jedenfalls nicht für den schon angesprochenen Mijat Gacinovic.

Joel Gerezghier: ohne Wertung – dürfte verliehen werden, wenn diese Leihe allerdings läuft wie die letzte zum FSV Frankfurt in die zweite Liga, wo er ebenfalls nicht spielte, hat sich eine Erstligakarriere wohl bis auf Weiteres, jedenfalls für die SGE erledigt.

Slobodan Medojevic: ohne Wertung – schwer vorstellbar, dass er angesichts fußballerischer Mängel ein ernsthafter Konkurrent um die Kaderplätze wird. Trainer Kovacs‘ Faible für Balkan-Gene könnten ihm helfen. Unverletzt würde es für ihn nun einen Markt geben, wäre demnach sicher abgegeben worden. So wird er bald zum Team gehören, aber Perspektive? Die wird im Sommer enden.

Johannes Flum: ohne Wertung – ihm droht ein ähnlicher Verlauf wie für Medojevic, jedenfalls was die Perspektive angeht. Hat jedoch das fußballerische Vermögen und somit eine gewisse Comeback-Chance, da speziell die Sechserposition personell nicht so umfänglich besetzt ist. Reicht es fürs Druckmachen auf den mutmaßlich am ehesten im Konkurrenzkampf endenden Huszti?

Marc Stendera: ohne Wertung – wird im Mai auf eine verlorene Saison blicken, verpasst im Zuge der nächsten bösen Knieverletzung die Wintervorbereitung, jedenfalls das Trainingslager, was seine Situation auf viele Folgewochen, vielleicht Monaze nicht verbessert. Dabei hätte vor allem er derjenige sein können, der von Beginn an auf die Verdrängung Husztis hinarbeitet. Das könnte im Verlauf der Rückrunde irgendwann passieren. Die Perspektive auf der Position gehört ihm, wenn er denn gesund bleibt und die Knie nicht schon dafür gesorgt haben, dass sein Leistungsvermögen geschrumpft ist. Denn spielerische Mängel hatte er vorher schon manche.

Alexander Meier: Wieder und weiter bester Torschütze, obgleich mit Abstand weniger Abstand als in vielen Vorjahren – was auch mit der Rotation zutun hat. Eine Neuerung, die ihm aber weniger gut zu tun scheint wie anderen, der Rhytmus ist nicht so da wie in all den Vorjahren. Ist unter Trainer Kovac generell mehr zum Rollenspieler, zum Arbeitstier in vorderster Front geworden. Hat, so zeigte sich gegen Ende der Hinrunde endlich ernsthafte Konkurrenz bekommen. Die Rückrunde dürfte für ihn ähnlich verlaufen wie die Hinrunde: ohne den ganz großen Rhytmus, aber mit genügend Spielanteilen für Unruhestifterei beim Gegner, resultierend in eigenen Toren oder Buden für Mitspieler.

Branimir Hrgota: Der Anlauf war länger als man das erwarten konnte, aber schlussendlich hat er eine effektive Duftmarke in Richtung Spielanteilssteigerung abgegeben. Seine Auftritte waren meist bieder, so recht fand er nicht statt, die Bindung fehlte. Gegen Mainz wurde er gesucht, gefunden und wirkte generell wesentlich präsenter als in den Partien zuvor. Tendenz: aufsteigend, positiv.

Haris Seferovic: Das Gegenteil zum Letztgesagten gilt für den Schweizer. Das Eintagsfliegen-Image wird er einfach nicht los, kommt nicht in Tritt, wirft sich im besten Fall in Zweikämpfe, mehr kommt nicht – an dem Gesamteindruck ändert auch das Siegtor gegen Dortmund nichts. Mittlerweile ist er in der Offensivspieler-Rangfolge noch hinter Nachwuchsspieler Aymen Barkok zurückgefallen. Perspektive? Status quo auf der Bank. Eine Vertragsverlängerung kann weder in seinem, noch im Sinne des Vereins sein. Ein Verkauf in der Winterpause würde dem Klub noch etwas Geld einbringen; und  Kapazität für einen Stürmertyp, der im Kader noch fehlt, einen wuseligen Vertreter beispielsweise.

Enis Bunjaki: ohne Wertung.

Niko Kovac (Trainer): Die Bezeichnung „Bessermacher“ hat die Frankfurter Rundschau kreiert, und sie trifft es am besten. Er hat aus einer beinahe unmöglichen Situation heraus den Klassenerhalt geschafft und daraus einen Schwung entwickelt, der zu 29 Hinrundenpunkten geführt hat. Zu fünf Zählern mehr also als der Klub zum Zeitpunkt seiner Verpflichtung vor dem 26. Spieltag 2015/2016 aufwies. Und das mit einer Mannschaft, die in ihrem Kern weiterhin aus einem umfänglichen Teil der Spieler besteht, die den Fast-Abstieg herbeiführten. Man kann viel mehr Worte um den Trainer machen – oder man verweist einfach auf schon Geschriebenes. Bitteschön.

 

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Kraftakt ins Glück

Vorläufig Tabellendritter. In der 1. (!) Bundesliga. Eintracht Frankfurt hat eine historisch gute, eine famose Hinrunde auf den Rasen gelegt.

Der 3:0 Sieg gegen Mainz war ein Duselsieg der seltsamen Art. Nicht, dass die SGE in dem Sinne glücklich gewonnen hätte. Aber in puncto Torgefahr und Abschlüsse war Mainz tatsächlich lange besser. Selbst gegen zehn Mainzer fiel Frankfurt nichts ein, immer wieder wurde es zu gefährlich in tornähe, Mainz diktierte das Spiel und konterte 2,3 mal in unterzahl sehr gefährlich (2.HZ),  zu viele Fouls resultierten in zu vielen Standards (1. HZ).

Mit der Herausnahme des wieder mal schwächsten Spielers, Mijat Gacinovic, änderte sich das. Mit Aymen Barkok, DEM Top-Talent das Marc Stendera hätte werden sollen, kam die Spritzigkeit, Dynamik und das bis dato fehlende Offensivelement ins Spiel. Und defensiv wackelte das manches mal doch bedenklich, gerade Jesus Vallejo setzte seinen Abwärtstrend fort.

David Abrahams Pass zum 1:0 (samt dem ziemlich skurrilen Schuss Hrgotas) war bis tief in die zweite Halbzeit die einzig zwingende SGE-Szene. Diesmal erreichte Trainer Niko Kovac das Team aber in der Pause, mit Wiederanpfiff erlangte man wenigstens Kontrolle übers Spiel. Marco Fabian, der 45 Minuten untergetaucht war, verbesserte sich um einiges. Und Branimir Hrgota hat nun gezeigt was in ihm steckt – so aktiv, agil und letztlich präsent und zwingend ist er die Verstärkung, der Ersatz für Alexander Meier, den man hoffte verpflichtet zu haben. Ante Rebic hingegen bringt zwar viele Anlagen mit. Aber die Hitzköpfigkeit kostete ihn Spielzeit, im wirst Case sieht er Gelb-Rot. Er wandelt zwischen den Polen. Und Omar Mascarell? Ist präsent, längst nicht der befürchtete Unsichtbare der anfangswochen.

Kurzum: Die Winterpause kommt doch genau richtig, dieser letzte Kraftakt – von Erfolg gekrönt – setzte die Haube auf die sahnige Torte.

Frohes Fest Frankfurt! So viele Geschenke lagen nie unterm Weihnachtsbaum.

PS: 3:0 statt 2:0. Herrje!

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Ausgelaugt

Seltsam, da spielt Eintracht Frankfurt mal eine famose Halbserie, und trotzdem ist man selbst als Hardcore-Beobachter in der Vorweihnachtswoche irgendwie ausgelaugt.

Vielleicht liegt das am krabbelnden, nimmermüden Säugling daheim, vielleicht an dem generellen Fußball-Overkill oder auch an der Befürchtung, dass der letzte Eindruck vor der Winterpause zählt, hängenbleibt und angesichts der abgelaufenen letzten drei Partien der Trend nicht (mehr) der Friend der SGE ist.

Heute Abend, beim Quasi-Derby zuhause gegen Mainz, wird das Rechenzeichen vor die Saison, den Saisonverlauf gesetzt. Plus, minus oder eine glatte Note – der letzte Eindruck ist eben der, der hängenbleibt. Ich hoffe, dass das Spiel am Abend diese Hinrunde nicht … trübt. Aber irgendwie hab ich das Gefühl, dass der Eintracht-Tank – so gefüllt er am Abend noch daherzukommen versuchen wird – ziemlich leer,  die Winterpause eine Woche zu spät gekommen ist. Die Spieler wirken aller Rotation zum Trotz ja auch … irgendwie ausgelaugt.

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Anderson wechsel dich

Keinen Hehl habe ich daraus gemacht, dass mir die Total-Internationalisierung von Eintracht Frankfurt missfällt. Ganz unabhängig vom Erfolgskurs tue ich mich weiterhin schwer mit der Entwicklung, so mancher Spieler bleibt in meiner Wahrnehmung ein Fremdkörper – wobei sich ja auf dem Platz, in der Startelf weit weniger geändert hat als zu befürchten stand. Immerhin.

Die Verpflichtung des Verteidigers Anderson Ordonez aus Ecuador setzt den Internationalisierungstrend fort. Als Freund des speziell mittelamerikanischen Fußballs gefallen mir Verpflichtungen aus diesen Gefilden aber traditionell gut (Marco Fabian, zuvor schon ein gewisser Aron Galindo) – wobei selbst ich natürlich weiß, dass Ecuador auf dem südamerikanischen Flecken Erde liegt. Aber wenigstens im Norden davon 😛 😉
Scherzchen beiseite. So einige Fußballnationen auf diesem Kontinent sind ja bekannt für ihre Bissigkeit, für ihre Defensivstärke. Mit Ausnahme von Brasilien gibt es eigentlich fast überall viele sehr gute und für ihr Können recht günstig zu habende Verteidiger. Nicht zuletzt der Frankfurter David Abraham, der stets für vergleichsweise moderate Summen die Vereine wechselte, beweist das. Es macht daher für die Eintracht absolut Sinn, sich verstärkt jenseits des Atlantik umzuschauen. Während in Mexiko die Gehälter traditionell ähnlich astronomisch sind wie in Europa, weshalb ziemlich wenige der Klassekicker von dort hierher schwappen, sind aus anderen mittel-/südamerikanischen Ligen die Spieler eher (günstig) loszueisen. Das großte Problem war, ist und bleibt natürlich die geographisch, sprachlich, kulturell komplizierte Integration von bisweilen blutjungen Spielern. Dass es bei Marco Fabian liegt nicht nur an dessen Qulität als solcher, sondern auch daran, dass er nicht mehr 20,21,22 sondern immerhin 26 Jahre alt war als er nach Frankfurt, nach Europa kam. Stichwort Reife. Ordonez breits jetzt, im Winter zu verpflichten, macht alleine aus Gewöhnungsgründen Sinn. Jung ist er, Probleme wird er bekommen – umso wichtiger ist es, dass die Mannschaft, der Verein angesichts von Punktestand, Tabellen- und Personalsituation nicht sofort und unmittelbar auf seine Dienste, auf gute Leistungen von ihm angewiesen ist. Er kann sich so bei allem geschäftstypischen Druck ein paar Monate eingewöhnen, rantasten.
Apropos: Der andere Anderson, also der Bamba hat noch einen Vertrag bis Sommer 2018. Krasse Nummer, hatte ich nicth auf dem Schirm. War ja nun bis kurz vor seiner Verletzung (was genau hat er eigentlich?!) wahrlich kein Schlechter, allen Hin-und-Wieder-Bolzen zum Trotz.

Angesichts des Eintracht-Harmlosigkeits-Trends der vergangenen drei Wochen kann ich mir übrigens gut vorstellen, dass es nicht bei der Verpflichtung des Verteidigers Ordonez bleibt. Dass für die Offensive, speziell für den Sturm noch jemand geholt wird, erscheint angebracht.
Denn die letzten Wochen haben gezeigt, dass es in puncto zwingendes Offensivspiel, Torchancen-Herausarbeitung entgegen aller Abgesänge eben doch nur (weiterhin) mit Alexander Meier geht. Auch wenn Meier gegen Volkswagenburg den (Schwalben-)Elfmeter verschoss und gegen Hoppenheim zwei Großchancen nicht verwandeln konnte: Er hat sie wenigstens, mit ihm entstehen diese Abschlusssituationen zumindest – selbst gegen VW sorgte seiner Hereinnahme ja dafür, dass aus Leisutngskategorie ganz schlecht wenigstens unterdurchschnittlich wurde. Und dass er kein Chancentod ist, das muss man nun wahrlich nicht gesondert erörtern – jetzt sind halt mal Schüsse von ihm nicht reingegangen, so what?! Es wäre halt gut und aufschlussreich, wenn es anderen Stürmern mal gelänge, sich so zu bewegen, so zu kombinieren, dass sie in die Beweislast kommen, es besser zu können als Meier. Passiert aber, wieder mal, nicht.Das ist eine Lehre, die aus der Hinrunde von Branimir Hrgota zu ziehen ist. Es ist aber keine Neuigkeit in Bezug auf Haris Seferovic, der nun seit mindestens eineinhalb Saisons einem Mindestanspruch hinterherläuft.

Und da weder Ante Rebic noch Mijat Gacinovic noch Shani Tarashaj – einer jener Fremdkörper in diesem Team –  Stürmer sind, sondern offensive Außen, die – so darf man berechtigt hoffen – mit Beginn des 17. Spieltags die mittlerweile ziemlich lahmen Flügel wiederbeleben können, stellt sich einmal mehr die Frage nach dem Mann in der Mitte. Nach demjenigen, der Alexander Meier kurzfristig im Sinne der Kovac-Rotation entlasten und ihn langfristig ersetzen kann. Letzteres ist Hrgota sicher angesichts der Gnade der späten Geburt zuzutrauen, aber für den Moment ist er noch nicht so weit, Eintracht Frankfurt fehlt hinter Meier eine Sturm-Nummer zwei. Ordonez wird dieses Loch ebenso wenig stopfen können wie der eine oder andere Rückrundenrückkehrer, egal ob das nun Johannes Flum, Marco Russ, Marc Stendera oder Slobodan Medojevic ist. Die Zeit des positionsfremden Rumgefuhrwerkes ist unter Kovac ja (bisher zum Glück) vorbei. … und kam schrieb ich diese Zeilen, schwirrt der Name Mariano Diaz von Real Madrid ins Haus. Guck an.

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Es trudelt fad

Die Niederlage von Eintracht Frankfurt in Wolfsburg kam mit Ansage – und mit Anlauf.

Mit Ansage insofern, als dass die Vorzeichen für diese Partie aus SGE-Sicht – so unlogisch das klingt – schlicht zu gut erschienen. Das Formtief, die Verunsicherung, die Personalprobleme auf und abseits des Feldes beim Gegner sowie die eigene Festbeiß- und Kletterchance: Während die Niko-Kovac-Elf bislang ihr Image als Aufbauhelfer eindrucksvoll abzulegen schien, war gegen den Volkswagenkonzernklub dann doch wieder vieles von der spielerischen und mentalen Art und Weise wiederzuerkennen, das man aus all den Vorjahren gegen Krisenteams kannte.

Mit Anlauf insofern, als dass die einträchtliche Leistungskurve gerade im Offensivspiel seit drei Wochen nach unten zeigt. Ein Tor in drei Spielen, sichtbar weniger effektiver Drang nach vorne, vor allem aber drei verschlafene erste Halbzeiten in Folge sind kein Zufall – schon gegen Augsburg und Hoppenheim hätte es vom Spielverlauf her jenes Gegentor (mehr) geben müssen, das Wolfsburg nun erzielte, um ganz ohne Zähler zu bleiben. Zweimal ging es gut, jetzt eben nicht mehr. Die Startformation gegen Wolfsburg, ohne Überraschung versehen, brachte von Beginn an zu wenig Leidenschaft ins Spiel. Nach 27 Sekunden hätte es das erste Mal, nach 50 Sekunden das zweite Mal zum Blitz-Rückstand im Gehäuse von Lukas Hradecky klingen können – es war ein Fingerzeig, in welche Richtung diese Partie gehen würde. Zwar balancierte sich die Eintracht in den Folgeminuten ins Spiel, gefühlt liefen die Spieler aber immer dem nicht sonderlich starken, jedoch den Ton angebenden Wolfsburgern hinterher. Dass Alexander Meier dann nach seiner Einwechslung in der zweiten Halbzeit, die wie zuletzt immer besser war als die erste, einen unberechtigten Elfmeter verschoss, passte zum Spirit dieses Spiels.

Auch individuell lassen sich über die vergangenen drei Spiele kleinere Leistungsknicks erkennen. Jesus Vallejo beispielsweise begann gegen Augsburg mit ersten Wacklern, gegen Hoppenheim ging das mit ein paar Unsicherheiten weiter und gegen Wolfsburg unterliefen ihm im ersten Abschnitt 2,3 technische Bolzen bei Ballannahmen, die man bislang eben nicht gesehen hatte. Kleinigkeiten, ja, verzeihbar, ja, aber eben sichtbar und symptomatisch. Für Szcabolts Huszti lässt sich ähnliches feststellen, er wirkt nicht mehr so abgeklärt wie bis vor einigen Wochen und das offensive Flügelspiel als solches ist immer mehr zum Erliegen gekommen.
Nein, es ist mit dem Ende der Erfolgsserie nichts Schlimmes passiert, schon gar nicht, wenn man sich die Ergebnisse des Spieltags anschaut. Die Kür wäre durch diese Resultate zwar möglich gewesen, aber Eintracht und Kür? Nein, Kür, quasi Synonym für Festbeißen passt einfach nicht zu diesem Klub, aller Kovac-Erneuerung zum Trotz.

Die Winterpause kommt für Frankfurt wenn man so will eine Woche zu spät – zu dumm, dass noch ein Spiel ansteht, gegen das stets unliebsame Mainz (gut indes, dass man sich Mateschitzbull in dieser Ausgangslage bis ins neue Jahre erspart). Immerhin ist das Semi-Derby ein Heimspiel, vielleicht kann die SGE dann nochmal die Kraft und Konzentration entwickeln, die zuletzt zu schwinden schien. Mit einem Doppel-Negativerlebnis diese famose Hinrunde abzuschließen, würde weder dem Verlauf noch der Stimmung nicht gerecht. Aber irgendwie würde ja auch das passen: Riesen Halbserie, die dann doch bestenfalls fad austrudelt.

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