Guten Rutsch … in den Uefa-Cup!

Verzerrt wie selten ist die Bundesligatabelle in dieser Saison. Das liegt zum einen an der Umkehrung der Kräfteverhältnisse zwischen Mittelklasse- und Spitzenmannschaften. Zum anderen liegt es daran, dass nur 16 statt 17 Spieltage das Ende der Hinrunde markieren. Dementsprechend schwierig gestalten sich Vergleiche zu Vorjahren um zu ermitteln, wie welche Teams, die nach Hinrundenende – wie Eintracht Frankfurt zurzeit – 29 Punkte hatten, am Saisonende abschnitten. Hier daher eine Auswertung der Tabellenstände nach 16 Spieltagen und der schlussendlichen Tabellenpositionierung aus den vergangenen zehn Jahren:

  • 2015/2016: Hertha BSC Berlin, mit 29 Punkten nach 16 Spieltagen Tabellendritter. Zum Saisonende mit 50 Punkten auf Rang sieben.
  • 2014/2015: Kein Team mit 29 Punkten nach 16 Spieltagen. Wolfsburg (31, Rang zwei), Mönchengladbach und Leverkusen (27, Rang drei und vier) belegten nach 34 Spieltagen exakt die Positionen, die sie nach 16 Partien innehatten. Punktestände: 69, 66, 61
  • 2013/2014: Wolfsburg, mit 29 Punkten nach 16 Spieltagen Tabellenfünfter. Am Ende belegte die Mannschaft, die 60 Punkte holte, eben jenen Rang.
  • 2012/2013: Kein Team mit 29 Punkten nach 16 Spieltagen. Leverkusen (30, Rang zwei), Dortmund und unsere Eintracht (27, Rang drei und vier) – während der BVB (66 Punkte) Bayer um einen Punkt überholte, landete die SGE auf Rang sechs (51 Punkte)
  • 2011/2012: Werder Bremen mit 29 Punkten nach 16 Spieltagen Tabellenfünfter. Mit 42 Zählern wurde es am Ende der neunte Platz.
  • 2010/2011: Kein Team mit 29 Punkten nach 16 Spieltagen. Mainz (30, Rang vier) und Freiburg (27, Rang fünf) hatten danach sehr unterschiedliche Rückrundenverläufe, Mainz verteidigte schlussendlich mit 58 Punkten den fünften Platz, Freiburg rangierte am Ende mit 44 Zählern auf dem neunten Platz.
  • 2009/2010: Kein Team mit 29 Punkten nach 16 Spieltagen. Bayern (30, Rang drei), Bremen und Hamburg (je 28, Rang vier und fünf) gingen im Anschluss unterschiedliche Wege. Während München Meister wurde (70 Punkte) und Bremen auch kletterte, auf Rang drei mit 61 Punkten, fiel der HSV auf Rang sieben zurück (52 Punkte)
  • 2008/2009: Kein Team mit 29 Punkten nach 16 Spieltagen. Hertha BSC und Hamburg (je 30 Punkte, Rang vier und fünf) verteidigten beide ihre Position, holten 63 bzw. 61 Punkte.
  • 2007/2008: Kein Team mit 29 Punkten nach 16 Spieltagen. Leverkusen (30 Punkte, Rang vier) fiel – durch eine Niederlage am letzten Spieltag – von eben jenem Rang vier auf Tabellenplatz sieben, holte insgesamt 51 Punkte.
  • 2006/2007: Kein Team mit 29 Punkten nach 16 Spieltagen. Bayern (30 Punkte, Rang vier) blieb am Saisonende auf dieser Position, sammelte 60 Punkte.

Zusammenfassung:

  1. Kaum Teams, die zum selben Zeitpunkt eine Punktezahl wie Eintracht Frankfurt aktuell aufwiesen, verpassten Monate später die Qualifikationen für einen der europäischen Wettbewerbe. Ausnahmen:
    A) Bayer Leverkusen 2007/2008 – und das nur durch den Verlauf des letzten Spieltags als die Mannschaft auf Rang sieben, der damals im Gegensatz zu einigen Folgejahren (etwa Berlin in der vergangenen Saison) keine Startberechtigung für den Uefa-Cup bedeutete, zurückfiel.
    B) HSV in 2009/2010
    C) SC Freiburg in 2010/2011
    D)Werder Bremen in 2011/2012
  2. In den vergangenen fünf Jahren kam es nur einmal vor, eben Bremen 11/12, dass es nach dem Sammeln von so vielen Punkten nicht mindestens für den Uefa-Cup reichte.

Ausblick:

So stellt sich die Zahl der Punkte / Punktabstände derer dar, die nach 34. Spieltagen als Fünfter/Sechster/Siebter noch in die Europa League bzw. den Uefa-Cup gekommen sind:

  • 61 Punkte (Hamburg 2008/2009 mit zwei Punkten vor Dortmund)
  • 58 Punkte (Mainz 2010/2011 mit allerdings elf Punkten vor Nürnberg)
  • 55 Punkte (Stuttgart 2009/2010 mit drei Punkten vor Hamburg)
  • 54 / 52 Punkte (Wolfsburg als Fünfter und Stuttgart 2007/2008 mit drei / einen Punkt vor Leverkusen)
  • 52 Punkte (Mainz 2013/2014 mit einem Punkt mehr als Augsburg)
  • 51 Punkte (Leverkusen 2006/2007 mit einem Punkt vor Nürnberg)
  • 50 Punkte (Hertha, 2015/2016 mit fünf Punkten mehr als Wolfsburg)
  • 48 Punkte (Schalke 2014/2015 mit zwei Punkten mehr als Dortmund und Hannover 2011/2012 mit vier Punkten mehr als Wolfsburg)

Resümee:

Gerade in den vergangenen Spielzeiten nach 2010 hat ein Überbieten der 50-Punkte-Marke um zwei Zähler stets für den Einzug in den Europapokal gereicht. Im Falle von Eintracht Frankfurt im Dezember 2016 bedeutet das: ein Minimum von 21, 22 Punkten befördert die Mannschaft vermutlich ran, vielleicht sogar rein ins internationale Geschäft.

Die Zahl von 21,22 Punkten entspricht dem, was bei Teams der Mittelklasse einer soliden, passablen, je nach Vereins-Nuance zufriedenstellenden bis guten Halbserie entspricht; einer Ausbeute jedenfalls, die, wenn zweimal erreicht, Platzierungen weg von den Abstiegsregionen bedeuten.
Demnach ist es eine Marke, die Eintracht Frankfurt selbst in weitaus weniger famosen (Halb)Saisons zuzutrauen sein muss. Es entspricht ziemlich genau der Vorgabe, die man sich intern vor dieser, wie vor vielen anderen Saison gegeben haben dürfte. Mit dem Unterschied, dass ein Erreichen dieses Ausgangs-Halbserien-Ziels im Mai „Rom, Mailand oder London, Moskau, Wien oder Athen“ bedeuten dürfte.

Mit diesem erfreulichen Ausblick wünsch ich allen Lesern von „Eintrachtinside“ einen guten, fröhlichen, sicheren Rutsch ins neue, ins dann siebte Existenzjahr dieses Blogs!

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8 Kommentare

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8 Antworten zu “Guten Rutsch … in den Uefa-Cup!

  1. Werner

    Sorry, das ging schief!
    Bitte löschen! Danke!

  2. Jermaine Jones Junior

    Rätselhaft bleibt mir, ob wir unsere Heimspiele in der Rückrunde genauso erfolgreich gestalten können. Diesmal reicht es eben nicht aus, sich hinten reinzustellen und auf Konter zu lauern, da man gegen spielschwache, aber defensiv mauernden Teams die Großchancen erzwingen/erarbeiten/erspielen muss.
    Denn es fällt auf, dass abgesehen von Leipzig und Freiburg alle Heimspiele gegen Teams aus dem unteren Tabellendrittel stattfinden.
    Das spielerische Element, was uns unter Armin Veh 1.0 einst auszeichnete („feine Klinge“), wäre wieder mal angebracht – und auch schön anzusehen 😉

    Bemerkenswert, als Armin Veh mal sagte, dass uns „das Defensivzeug“ nicht läge. Das nur als Randbemerkung.

    • Bin mir ziemlich sicher, dass Kovac etwas an der Spielweise ändern wird. Einfach, um weiter von einer Prise Unberechenbarkeit zu profitieren. Denn die Gefahr, dass sich das aktuell Gezeigte abwetzt, ist real, sah man in den Wochen vor dem Mainzspiel (und angesichts der Chancenhäufung für Mainz auch dort).

      So oder so: Nach unten passiert diesem Team in diesem Jahr nichts Abscheuliches. Der Uefa-Cup ist – siehe Text – absolut möglich. Was danach ist, da kommen nun schon sehr früh die erwartbaren Schattenseiten der Leih-Taktik zum Vorschein, Vallejo wird gehen müssen, Mascarell zum Objekt der Spekulanten. So schnell gehts dann halt dahin bei solchen Konstrukten … Daher: eine weitere Leihe, wie nun bei diesem Madrid-Stürmer, sollte man sein lassen oder mindestens auf fixe zwei Jahre festlegen.

      • Jermaine Jones Junior

        Vallejo wird gehen müssen? Soll ich dir mal was sagen: Egal!
        Fredi Bobic’s Visitenkartenständer ist dermaßen prall gefüllt, dass er uns den nächsten Super-Verteidiger -meinetwegen irgendwen aus Chile oder Kolumbien- aus dem Hut zaubert. Top ausgebildete junge Verteidiger gibt es wie Sand am Meer. Ist doch egal, ob Vallejo bleibt oder geht. Seit HB weg ist, gilt eh nicht mehr die Devise „Spieler um jeden Preis“ halten.

      • Naja. Vallejo ist zum einen schon eine Granate, die nicht mal einfach so von irgendeinem aus Irgendwoherland ersetzt werden kann. Egal ist das dementsprechend nicht. Es gibt überdies in der Tat Spieler, die quasi um jeden preis gehalten werden mussten und müssen. Und das eben nicht nur aus Identifikationsgründen, obwohl die tatsächlich ein Wert ansich sind.

      • Jermaine Jones Junior

        Natürlich ist Vallejo eine Granate. Das streite ich ja nicht ab. Was ich eigentliche sagen wollte ist, dass ziemlich wahrscheinlich niemand von uns Vallejo vorher auf dem Schirm hatte. Es wird auch nicht leicht einen gleichwertigen Nachfolger zu finden. Ich bin aber deswegen nicht besorgt, weil wir a) einen sehr international vernetzten Sportdirektor und b) einen hervorragenden Trainer, einen Bessermacher haben.
        Dass Vallejo sich bislang so prächtig entfalten konnte, hat damit was zu tun, dass er zur richtigen Zeit, am richtigen Ort und zur richtigen Zeit zur Stelle war.
        Eintracht Frankfurt in der ersten Bundesliga bleibt eine Plattform für interessante entwicklungsfähige (Leih-)Spieler, die ihr Potenzial vor allen Dingen wegen dem Trainer zur Entfaltung bringen können.
        Da mag Vallejos Nachfolger vielleicht 10% oder 20% weniger Leistungs- oder Talentvermögen besitzen, aber solange er unter Niko Kovac sein Potenzial vollkommen ausschöpfen wird, wird es trotzdem zu einer guten und anständigen Performance reichen.
        Vallejo mag vielleicht gehen, aber der Nachfolger wird sich im Umfeld und der zart aufkeimenden Philosophie in und um Eintracht Frankfurt schon verbessern.

      • Jermaine Jones Junior

        *) Vallejo mag vielleicht gehen, aber der Nachfolger wird sich im Umfeld und der zart aufkeimenden Philosophie in und um Eintracht Frankfurt schon verbessern *und zu einem würdigen Leistungsträger etablieren.

  3. F.N.

    Wenn das so käme, wäre es schön….ein paar Stellschrauben am Kader drehen und dann ab nach Europa. Ich würde mir eine Leihe von Dortmunds Merino wünschen und einen Stürmer für Seferovic .
    Guten Rutsch

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