Monatsarchiv: Januar 2017

Glückloser unter Glücklichen

In der 92. Minute des Spiels Eintracht Frankfurt gegen Schalke 04 gab es dann eine Szene, wie man sie eigentlich nur von Kreisligaplätzen kennt. In jenen Partien, wenn man lust- und kraftlos eine 0:9-Niederlage zuende spielen muss, die einzig verbliebende Motivation die ist, nicht zweistellig auf die Mütze zu bekommen.

Umso bemerkenswerter mutete besagte Szene an, als Haris Seferovic bei 1:0 Führung des eigenen Teams den Ball ebenso blind wie willenlos ins Zentrum flankte. Wohlgemerkt schlug er den Ball nicht in den 16er oder darüber hinaus, geschweige denn nagelte er mit Körpereinsatz die Pille an der Eckfahne fest um A) Zeit und B) Freistoß, Eckball oder Einwurf zu schinden – er schoss stattdessen den Ball in Richtung Mittelkreis. Das war mehr als eine Fehlentscheidung, als Instinktlosigkeit. Folge: Ballbesitz Gelsenkirchen, Konter. Letztlich folgenlos, aber doch der unzähligste Beleg für den Absturz des Schweizer Stürmers.

Am Dienstag wird sich entscheiden, ob man für Seferovic noch eine symbolische Transfersumme einstreicht. Oder ob es Eintracht Frankfurt tatsächlich fertigbringt einen Spieler, dessen Leistungen seit gut und gerne zwei Jahren daniederliegen, ohne jeden Erlös bedingungslos durchzuschleppen. Unter Professionalitäts-Gesichtspunkten, die man ja seit Amtsantritt von Niko Kovac und Fredi Bobic attestieren muss, ist letzteres eigentlich undenkbar. Soweit kann die Balkangen-Liebe einfach nicht gehen. Es gibt (bis auf Nichtmoserei über seine absturzbedingte Rolle) nichts was für Seferovic spricht, und das – wie unzählige Male geschrieben – seit mindestens eineinhalb Jahren.

An was scheitert also ein schlicht und erfreigend nötiger Verkauf? Am Interesse von anderen Vereinen, weil sich der Schweizer schon derart in den Schatten gespielt hat? Es gibt doch eigentlich immer irgendwo einen potenten Blinden, der nochmal bedenkenlos zulangt. An der Unentschlossenheit der SGE, weil man für das Hier und Jetzt keinen adäquaten Stürmer findet, der dann auch für die nächsten zweieinhalb, drei Jahre Stammspieler-Qualität hat? Das dürfte jedenfalls der wahrscheinlichere Grund sein. Seit Samstag geistert immerhin ein neuer Name, Dawid Kownacki (Polen, Lech Posen, 19 Jahre) durch die Alternative-Fakten-Landschaft namens Internet.

Sollte die Eintracht Seferovic nicht vor Vertragsende abgeben – eine Verlängerung wäre ja geradezu grotesk und kann auch nicht im Sinne des Spielers sein – kann das doppelt teuer werden. Nicht nur in Bezug auf die Kombination Nichtablöse-und-Gehaltszahlung. Auch sportlich, denn ein Voranbringfaktor war, ist und wird er nicht. Und so hängt der Erfolg dann doch schon wieder weitaus mehr an Alexander Meier, dem wieder mal besten Torschützen des Teams, als man zwischenzeitlich dachte. Denn Branimir Hrgota wandelt leistungstechnisch weiterhin zwischen den Welten. Situativ ist er gut, aber auf 70,80,90 Minuten gesehen findet er zu wenig statt – sich auf ihn zu verlassen, könnte schlicht noch ein halbes Jahr zu früh sein. Plus: Der Ausfall von Marco Fabian sorgt fast zwingend dafür, dass Meier/Hrgota vorerst und auf unbestimmte Zeit als Duo auflaufen müss(t)en – und ein Nachlegen von der Bank somit nur mit Seferovic möglich ist. Der Schweizer, der mit seinem Klassenerhaltstor einen Legendenstatus hätte aufbauen können, wird angesichts dieser Ausgangssituation dann irgendwann sicher schon nochmal ein Tor erzielen. Den Seemansknoten wird aber auch dieser Treffer nicht lösen, für ihn selbst dürfte sich die Zeit in Frankfurt mittlerweile ähnlich quälend lang anfühlen wie die bemerkenswerte letzte Absstiegssaison für uns Fans. Seferovic ist der Glücklose unter Glücklichen.

Die causa Seferovic ist wirklich das einzige schwarze Schäfchen in einer hell leuchtenden Herde namens Erfolg. Wieso also durchs Dunkel schlendern, wenn die Sonne endlich mal scheint? So entspannt wie 2016/2017 wird eine Spielzeit nie wieder werden, Leute. Genießt es, so Fußball zu schauen, wie Anhänger der Großkopferten es Jahr für Jahr können!

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Sieg im Holzschnittspiel

Diese Spiele nach Sommer- oder Winterpause, sie waren, sind und bleiben einfach Rohkost. Das ist teilweise wirklich ein, zwei Klassen unter dem Niveau, das man im Ligabetrieb-Normalfall sieht. Und so entwickelte sich auch das siegreiche Spiel von Eintracht Frankfurt in Gelsenkirchen zu einem Dauerabtasten. Viel Geplänkel, kaum Tempo, wäre es beim 0:0 geblieben hätte man von einem leistungs- wie optischgerechten Ergebnis gesprochen.

Doch wenn ein Team hätte gewinnen sollen, müssen, können dann war es Frankfurt. Schlicht deshalb, weil während 90 Minuten kollektiver Nichtgefahr die SGE den konzentrierteren, den reiferen Eindruck machte – und sich trotz der vom Personal her offensiven Grundausrichtung auf die Stärken der Hinrunde besann: das Verteidigen, gleichsam gepaart mit Spielkontrolle über Ballbesitz. Da war viel Verschleppung, keineswegs Offensivdrang mit dabei. Und diese Verlangsamung war es, mit der Schalke bei zunehmender Spieldauer weniger klarkam, was sie entnervte. Trotzdem: Mit Guido Burgstaller hatte die Eintracht mehr Mühe als ihr recht wahr, er hätte zweimal treffen können, einmal (kurz nach Wiederanpfiff) vielleicht sogar müssen.

Aber das sind sie eben, die Unterschiede zu Alexander Meier. Der lief, nach einer ebenso schmucken wie cleveren Freistoßvariante mal wieder dorthin, wo man (Sieg)Tore schießen kann. Ohnehin absolvierte der Kapitän eine starke Partie, holte sich so manchen Ball und führte so manchen Zweikampf wie in vergangenen Zeiten als Quasi-Zehner. Ayman Barkok macht Freude, seine Finesse und Einsatzbereitschaft sind ein Zugewinn, er entwicklet auf eine feinere Art und Weise die Wucht, die Ante Rebic allzu oft in Physis steckt. Makoto Hasebe ordnete und sortierte fleißig wie gewohnt und David Abraham erwies sich nicht nur unmittelbar vor dem 1:0 als abgeklärter Hund. Heinz Lindner parierte im entscheidenden Moment stark, er hat seine Visistenkarte für die weitere Karriere (irgendwo außerhalb Frankfurts) hinterlegt, seine Chance genutzt.

Insgesamt liefert das Spiel, auf andere Art und Weise wie gegen Investorenleipzig, doch weniger Ansatzpunkte für einen Blick in die Form- und Klassenglaskugel als gedacht. Dafür verlief die Partie zu … holzschnittartig. Fakt (kein alternativer, sondern ein echter) ist, dass die Eintracht einen Gegner auf Augenhöhe bezwungen hat (zum zweiten Mal in einer Saison!). Die Sterne vom Himmel zu spielen kann niemals der Anspruch sein, schon gar nicht, weil und wenn mit Arbeit auch nur maximal drei Punkte erreicht werden können. Das hat die SGE geschafft, das ist bemerkenswert gut. Nimmt sie eine Entwicklung, gibt es andere Nuancen als in der Hinrunde, ein Ausbrechen aus dem Muster, dem sich ab Ende November sichtbar abnutzenden Masterplan gerade im Offensivspiel? Davon ist noch nichts zu sehen, im Grunde erkannte man – speziell in den ersten 20 Minuten – dass Schalke auf Spiel- und Herangehensweise der Eintracht eingestellt war. Die wussten, was sie erwartete und hatten dagegen durchaus Mittel. Frankfurt kam nicht vor. Als dann das 1:0 fiel, nach einer Standardsituation, und die Eintracht sich vollends auf ihre Zurückhaltungs- und Wucht-Spielweise verlagern konnte, offenbarte das noch weniger die Stärke Frankfurts als die Schwäcke Schalkes. Aber sei es drum – die Eintracht schaufelt sich drei Zähler aufs Konto, die Tabelle weist das Team mit 32 Punkten – und somit nur noch vier Zähler vom sicheren Klassenerhalt entfernt – aus. Ab jetzt noch 18, 19 Punkte, dann wird es für den Europapokal gereicht haben. Ein Ziel, dass genau mit Siegen wie heute erreicht werden wird. Respekt, Eintracht Frankfurt!

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Max

Wie auch immer es euch da draußen geht, aber mich beschleicht ein schlechtes Gefühl. Im Hinblick auf das Auswärtsspiel in Gelsenkirchen, im Hinblick auf den 2017er-Start, im Hinblick auf die tabellarische Ausgangsposition.

Ein zeitgleicher Ausfall von Fabian und Huszti – das ist neben einer möglichen Doppelumstellung in der Innenverteidigung die einzige Kombination, die für Eintracht Frankfurt nicht kompensierbar scheint. In der Vorwärtsbewegung fehlen so nämlich die beiden einzigen zentralaktiven Spieler, die willens und in der Lage sind, offensiv zu agieren. So zu agieren, dass dabei Stukturelles und Produktives herauskommt. Makoto Hasebe und Omar Mascarell sind von der Veranlagung, von der Spielweise einfach die geborenen Co-Partner eines offensiver ausgerichteten Neben-/Vordermanns. Aber das ist ja hier alles zu Wochenbeginn schon geschrieben worden. Ebenso wie die Vermutung, dass ein Scheitern auf Schalke am Ende nicht an Heinz Lindner im Tor gelegen haben wird.

Angesichts der personellen Vorzeichen gibt es plötzlich eine zuvor so nicht abzusehende Doppelung zwischen der Partie auf Schalke zum Rodeo mit den Rotbullen: Das Ausmaß des Erfolgs wird von der defensiven Stabilität abhängen, nicht von der eigenen Schlagkraft, dem eigenen Spielgeschick nach vorne. Das wäre mit Huszti/Fabian andersherum gewesen, da hätte man den alles andere als astronomisch starken Schalkern ein eigenes Spiel aufzwingen können. Ob das gelingt, indem Trainer Niko Kovac jetzt den zuletzt schon ebenso früh wie auffällig hochgelobten Max Besuschkow in die Startelf stellt? Zuzutrauen ist dem Coach diese Wahl allemal, die dümmste Entscheidung wäre es angesichts der nun rauf und runter genannten Personalsituation in der Zentrale nicht. Dem Vernehmen nach ist der Junge ja einer für und mit Drang nach vorne.

Apropos vorne: Was ist das da eigentlich gerade (wieder) für ein unsägliches Gewese rund um Alexander Meier? Eben noch den Vertrag verlängert und in den Stand der Ikone erhoben, vergehen nur einige Monate und es werden von Funktionärsseite (Wechsel)Hintertürchen aufgemacht. Ich will wirklich nicht immer wieder auf der Identifikationsnummer herumreiten, aber was glauben die da in Frankfurt eigentlich, was solche Aussagen bewirken? Ich meine, gehts denn echt keinem außer mir so, dass diese offensiven Vorträge von Beliebigkeit eben in genau jene mündet? Lasst den Mann doch einfach bis 2018 bedingungslos bei der SGE spielen, immerhin ist der nach wie vor und trotz Rotation, bester Torschütze dieser, wie sowieso vergangener Saison(s). Und für die Zeit 2018 böte man ihm eine konkrete Weiterbeschäftigung – seine Scouting-/Einschätzungsqualitäten wurden ja bereits öffentlich – an, entweder nach Karriereende oder nach Ausklangjahr in USA, China oder sonstwo. Aber ihn quasi aus dem eben unterzeichneten Vertrag herausloben, so wie Fredi Bobic das zuletzt zu versuchen schien, ist nämlich nur eines: schlechter Stil. Und bei allem was man Heribert Bruchhagen wenigstens in seinen letzten zwei, drei, vier Amtsjahren vorwerfen muss: Im Umgang mit verdienten Spielern hat er vieles richtig gemacht. So, wie sich das gehört. Das Wort Anstand spielt hier eine Rolle. Selbst in einem derart und zunehmend unanständigen Geschäft wie dem Profisport.

Hm, da schreibe ich schwerpunktmäßig über Max und Meier – und dann fällt beim letzten Gedanken über den Text ein, dass beim Gegner ein Max Meyer kickt. Sachen gibt’s.

Abschließend: Tipp für Freitagabend? Wird von der Blogleserschaft ein 1:1 gekauft?

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Ein Motorschaden

Marco Fabian und Szabolts Huszti fallen offenbar noch länger, eventuell sogar dauerhaft aus. Hat der Kovac Niko vorhin gesagt. Da ist es dann plötzlich, das Loch im Zentrum. Es fehlen damit genau die beiden Spieler, die für das Offensivspiel, für die Akzente nach vorne maßgeblich verantwortlich sind/waren. Da die Flügel der Eintracht das große Problem sind, die Zentrale das lange auffangen konnte, steht Frankfurt nun tatsächlich vor einem schwerwiegenden Problem: Die SGE hat einen Motorschaden erlitten. Dass der Mexikaner nicht ersetzbar ist, dürfte mittlerweile jedem klar geworden sein. Husztis Wert ergibt sich schon dadurch, dass er der einzige offensiv denkende, zum so agieren fähige Zentraldefensivspieler im Kader ist (den jungen Max B. mal außen vor gelassen).

Noch ist der Transfermarkt offen, sollten sich Kovacs Prognosen bewahrheiten, Fabian und Huszti für die Zeit über das Schalkespiel hinaus fehlen, ist Handeln angesagt. Schon eben jenes Spiel gegen Schalke ist in puncto Zielsetzung ziemlich wichtig. Hoffen wir mal, dass der sprichwörtliche Ausrutscher in Leipzig nicht tatsächlich der Vorbote einer Schlechtwetterfront ist. Die Ausgangsposition ist doch so glänzend …

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Lindner verhindert Klatsche

Das war schon ziemlich peinlich. Natürlich war der Auslöser dafür, dass dieses Spiel quasi mit dem Anpfiff verloren war, die Slapstick-Nummer von Lukas Hradecky. Der oft so tadelose Keeper war mit dem Kopf wohl noch beim Bierzählen im Kühlschrank. So kurios und folgenschwer die Szene auch war, schon die Entstehung, der Steilpass hinter der Mittellinie zentral vors Frankfurter Tor war ein Fingerzeig in welche Richtung diese Partie zu laufen gedachte. Dass Bastian Oczipka (der später, unmittelbar vor dem 3:0 noch mit Jesus Vallejo zusammenrannte) dann beim Nachschuss des Freistoßes zum 1:0 pennt, richtig schön im Winterschlafmodus hängt, krönte die Kuriosumskette und war Auftakt zu einem Spielverlauf, der einen als SGE-Anhänger schaudern ließ.

Eintracht Frankfurt ist in Ostdeutschland regelrecht überrollt worden, und nur Heinz Lindner, der sein erstes Bundesligaspiel absolvierte, ist es zu verdanken, dass das beste an diesem Abend das Ergebnis war. Problemlos hätte der Konzernklub aus Leipzig 5:0, 6:0, gewinnen können, wenn nicht müssen. Okay, 5:1, 6:1 wenn man die eine Ante-Rebic-Chance hineinrechnet, die letztlich doch ziemlich kümmerlich vergeben wurde. Ob das nur an der frühstmöglichen Unterzahl lag? An einer Leipziger Klasse und Form, die einem Klassenunterschied nahe kam? Man mag es hoffen, aber selbst wenn dem – auch wegen mangelnder Entlastung – so sein sollte: Frankfurt Defizite waren frappierend offensichtlich. In puncto Tempo, Handlungsgeschwindigkeit, Zweikampfgeschick und grundsätzliche Zweikampfführung waren große qualitative Unterschiede erkennbar. Die Tatsache, dass sich die üblichen Verdächtigen – Omar Mascarell und Ante Rebic (die 5., also Sperre) – mit rustikalem Einsteigen jeweils Gelbe Karten abholten, war eine der wenigen Konstanten zum Gros der ersten 16. Spiele. Lediglich zwischenzeitlich, so von Minute 20 bis 35, wirkte es als könnte die Eintracht den einen lucky punch zu einem 1:1 mt folgender Parole „Halten“ versuchen. Richtig zwingend wurde es da leider auch nicht.

Was nimmt man also für Erkenntnisse aus diesem quasi sofort verlorenen Spiel mit in die nächste(n) Woche(n)? Jedenfalls nichts neues, eigentlich nur Redundanzen/Fortsetzungen: A) Ohne Marco Fabian ist diese Mannschaft weniger wert, gerade im Spiel nach vorne, so sporadisch das an diesem Spieltag auch nur möglich gewesen wäre. Ohne ihn ist das der über Jahre bekannte Einheitsbrei, mehr Trott als Turbo. B) Michael Hector muss sich zur Decke strecken um in der Bundesliga mithalten zu können. C) Mijat Gacinovic ist noch weit sehr weg davon, der erhoffte (positive) Faktor zu sein (—> Aymane Barkok macht einen wesentlich besseren Eindruck). D) Ante Rebic müht und rackert, ist aber glück- und erfolglos.
Einzig zu Heinz Lindner weiß man jetzt mehr als je zuvor: Er wird Lukas Hradecky gegen Schalke so vertreten können, dass niemand, der es mit Rot-Schwarz hält, Panikattacken haben muss. Im Gegenteil, wäre der finnische Stammtorwart in der Vergangenheit dann und wann mal wackelig gewesen, wäre Lindners Parforceritt als eine regelrechte Kampfansage zu werten.
Zur Aussagekraft des nächsten „besten Trainingslagers aller Zeiten“ steuert diese Partie indes nichts bei. Immerhin.
Und doch ahnt man, dass die Herrlichkeit ein Ende gefunden haben könnte. Ob das tatsächlich so ist, wird sich im Spiel gegen Schalke weisen, die Mannschaft mühte sich zu einem Last-Minute-1:0-Sieg gegen Ingoldstadt. Wenn Frankfurt gegen dieses Gelsenkirchen gar nichts holt, wird man aber wohl von einem Fehlstart sprechen können. Aber bis dahin schmilzt noch viel Eis von der Nidda.

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Schufterei statt Feuerwerk

Der Spielplan meint es in der laufenden Saison sehr gut mit Eintracht Frankfurt. Dass man am Samstag zuerst beim Leipziger Imageunternehmen antreten muss, was kurioserweise ja noch zur Hinrunde zählt, spielt dem Team und den anzustrebenden Zielen in die Karten. Die mehrwöchige Pause hat nämlich den Rhytmus aller Mannschaften gebrochen, die Form vor Weihnachten ist im guten wie im schlechten passé, wird jedenfalls nicht quasi automatisch fortgesetzt. Ergo: Leipzig muss sich in der Dominanz ebenso erst neu finden wie die Eintracht in ihrer Geschlossenheit. Letzteres dürfte über Disziplin aber leichter zu bewerkstelligen sein. Schufterei scheint erstmal leichter von der Hand zu gehen als Feuerwerk.

So viel zur Theorie. Der Ausfall von Szabolts Huszti und Marco Fabian wird zwar aller Voraussicht nach nichts an einer zu ohnehin zu wählenden Defensivtaktik der SGE ändern. In Bezug auf Entlastung und Ballsicherheit ist dieser Doppel-Ausfall aber ein Schlag ins Kontor. Ein Spiel nach vorne, das ohnehin spätestens mit Beginn des Dezember sichtbar knarzte, dürfte nun noch schwerer umzusetzen sein (Anmerkung: Weder ein Festhalten an Johannes Flum noch ein Kauf von Pirmin Schwegler wären die richtige Lösung). Geboten wäre mehr denn je ein konsequentes, beinahe schon Armin-Veheskes Flügelspiel. Dazu wiederum müssten die lahmenden Flügel in die Gänge kommen, über die Winterpause in Gang gekommen sein. Ob das so ist? Eine nachrangige Frage. Denn der (Miss)Erfolg in Sachsen wird sich nicht vor dem Tor der Gastgeber, sondern vor jenem der Frankfurter entscheiden. Je nachdem, wie sicher die Vierkette samt Sechserkonstrukt steht, aber natürlich auch wie lange die Entlastungsphasen ausfallen, wird die SGE einen Punkt einstreichen können – eventuell gar mit Hilfe dieses ominösen Max B. aus Stuttgart?
Und selbst wenn nicht: Gegen Schalke in der Folgewoche braucht es diesen einen Mindestzähler, dann bleibt die Eintracht früh auf Kurs Europa. Und egal was da jetzt Relativierendes verlautbart und mahnend in Richtung des unersättlich-überzogenen Umfeldes gesagt wird: Ja, der Europapokal muss nach dieser Fabelhinrunde das Ziel sein. Der Unterschied zu einigen vormaligen Chancen bzw. Saisonverläufen liegt nur darin, dass man diesmal ein Verpassen ebenso gelassen wie gnädig in die Archive heften könnte. Es sei denn, man strebt wieder Richtung Abstiegsplatz – aber diese Zeiten sind unter Trainer Niko Kovac erstmal vorbei.

PS: Markus Steinhöfer schnürt die Kickboots jetzt für Darmstadt 98. Nach Kaiserslautern vor drei Jahren nimmt nun Darmstadt also so ziemlich jeden auf, der mal semiglücklich in Frankfurt spielte.

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Die Suche nach einem Zlatan

Nichts weiter als Folklore ist es, den Verlauf eines Trainingslagers positiv zu bewerten. Da unterscheidet sich Eintracht Frankfurt nicht von irgendwem in dieser oder anderer Branchen. Stets ist alles tutti, von den klimatischen Bedingungen über das Mitziehen der Spieler bis hin zum Arbeitsinhalt. Das wurde ja selbst von dem kuriosen Schaafschen Trainingslager auf Norderney gesagt.

Nun also ist auch Abu Dhabi wieder vorbei und es geht in die reguläre Trainingswoche vor einem regulären, allerdings dem 17. statt 18. Bundesligaspieltag. Und der Spielplan meint es mit der SGE in dieser Saison einfach gut, um nicht zu sagen: er ist ihr wie auf den Leib geschnitten. Denn dass es nun, nach dem mehrwöchtigen Cut und der damit verbundenen Rhytmus-Einbüßung aller Teams gegen den bisweilen übergroßen Leipzigkonzern geht, ist für Frankfurt ziemlich perfekt. Denn auch die Ossi-Österreicher wissen nicht (mehr) so recht wo sie stehen, und dieser Emil Forsberg ist nach seinem Kreisliga-Foul rotgesperrt. Nachtigall ik hör dir trapsen! Sich mit Handwerk, also dem bewährten Defensivkonzept zu behelfen und sich eben auf Basics zu besinnen, könnte es der SGE jedenfalls vergleichsweise leicht machen um erfolgreich, also mit Zählbarem (Punkt!) ins Jahr 2017 zu starten.

Nach allem was man über die vergangenen Trainingstage lesen konnte, deutet alles auf ein Festhalten der bewährten Startelf – inklusive Rotation Meier/Hrgota – hin. Das macht auch aus den gerade genannten Handwerks-Gründen Sinn, gegen Leipzig muss nichts von dem etwaig Neuen, der offensiveren Gangart ausprobiert sondern auf das Bewährte gesetzt werden. Dennoch werden wir mit Sicherheit in der Rückrunde, die ja tatsächlich erst in zwei Wochen beginnt, eine andere Eintracht als in der Hinserie sehen. Alleine schon, weil sich in den letzten Wochen von 2016 eine gewisse Ausrechenbarkeit ausmachen ließ, die Gegner schienen die Schwächen im SGE-Verbund gefunden zu haben. Wir erinnern uns: Mainz hätte das Spiel in Frankfurt genauso gut 3:0 gewinnen können.

Eben um die wäre es äußerst sinnvoll, Haris Seferovic abzugeben und einen neuen Stürmer zu verpflichten – dieser Seferovicsche Balkangen-Namensvetter Duljevic ist dem Vernehmen nach aber ein Linksaußen, also eher ein möglicher Ersatzmann für den ja auch nur ab und an überzeugenden Mijat Gacinovic. Aber vielleicht findet sich ja noch ein icvic, der vorne drin kicken kann. Vielleicht will ja dieser Zlatan Ibrahim …

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