Pausieren

Mit Profifußballern teilt Otto-Normal-Mensch bekanntlich nichts außer die Atemluft. Und so stellt auch meine Freizeitbeschäftigung der vergangenen Tage, mindestens klimatisch ein Kontrastprogramm zu dem dar, was Eintracht Frankfurt in Abu Dhabi so trieb. Während die Fürstlichbezahlten also bei den Scheichvermögenden residierten, mühte sich der #Lügenpressler im Zillertal Skipisten hinunter. Nur die 90 Grad in der nachmittäglichen Sauna toppten dann die Temperaturen in SGE-Gefilden.

Ist in der Zwischenzeit rund um unseren Herzensklub irgendwas von Belang passiert? Nicht, dass es den Weg in die „Tiroler Tageszeitung“ gefunden hätte. Oder in die Meldungsseite eines deutschen Mediums, das den Weg nach Österreich schafft. Im Internet, das wenigstens während der drei, vier Urlaubswochen im Jahr tabu ist, entdeckte ich nun nach der Rückkehr ins Hamsterrad auch nichts Wesentliches.

Haris Seferovics Abgang wird demnach noch hinausgezögert, von den früh verglühten Nachwuchsspielern plus Slobodan Medojevic ist noch keiner verliehen oder gar verkauft, stattdessen ein Strammerstuttgart-Max geholt worden. Vertragsverlängerungen sind auch noch nicht verkündet worden, bei Herrn Huszti tritt eine solche offenbar nach Absolvierung weiterer Bundesligaspiele in Kraft. Langzeitverletzte holpern sich ins Training zurück und Neuzugänge sind nach wenigen Traningseinheiten angeschlagen (Ordonez gibt den Tawatha). Ja, so sieht sie dann also wohl aus, eine ruhige Winterpause. Etwas, dass man als Fan von Eintracht Frankfurt nur jedes Schaltjahr mal gegönnt bekommt.

Um die spieltagslose Zeit nicht zu langweilig, die Bestandteile des Kaders nicht gewohnt winterschlafmützig werden zu lassen, öffnet der Neu-Vorstandsvorsitzende Fredi Bobic verbal nochmal das Transfertürchen. Gut so (erwartungsgemäß ist der Herr Ntep drei, vier Finanzlevel zu schwergewichtig gewesen. Die Abgasler von VW verpflichteten den Franzosen-Mittelfeldmann bereits).

Aporpos verbal: Die Nummer mit der wohlfeilen Fischer-Hellmann-Kritik an Heribert Bruchhagen sowie dessen Bobic-SMS-Entschuldigungs-Replik ist beängstigend peinlich. Von allen Beteiligten. Glasklar ist im Zuge all dessen nur, dass es sich bei den genannten Eintracht-Funktionären um Feiglinge handelt. Jahrelang geduckmäusert, aus welchen Gründen und Ambitionen auch immer, um den erstbesten Erfolgsmoment für eine Abrechnung zu nutzen. Die Herren Hellmann und Fischer sollten sogar froh sein, dass Bruchhagen den Giftschrank geschlossen lies und letztlich gelassen reagierte. Was Bobic sich dann hingegen dabei dachte, die goldende SMS-Brücke nicht einfach stillschweigend zu begehen … da sind sie dann wieder, die Eitelkeiten.
Abschließend ein Schwenk zum Kommentar von „Madjeed“ hier am 10. Januar zu dieser Thematik:  „Jeder der im Berufsleben von einem mächtigen Chef aufgrund Mangelleistung angebrüllt wurde weiß, man steht mit dem Rücken zur Wand.“
Mit dem Rücken zur Wand stehen jene, die ganz genau wissen, dass sie nirgendwo anders was werden, Karriere machen (können). Es sind diese Kletten, die aus Angst vor dem Verlust dessen, was sie – an Job/Posten/Einfluß – haben, schweigen. Es sind diese Ängstlichen, die zum eigenen Vorteil nach oben buckeln und gleichsam nach unten treten. Unmündig ist nur derjenige, der unmündig sein will. Niemand, auch nicht Peter Fischer, Axel Hellmann oder Nick Nobody wird zur Tat oder Untat gewzungen, jeder hat einen freien Willen – und könnte diesem auch folgen. Das geht aber nur ohne Angst und mit dementsprechendem Selbstbewusstsein, gepaart mit Kenntnis der eigenen (Un)Fähigkeiten und (Un)Fertigkeiten. Schuld ist in diesem Kontext nämlich nicht der Anbrüller, so welche, Profilneurotiker, Wichtigtuer und Schwätzer gibt es da draußen wie Sand am Meer. Schuld ist vielmehr der, der sich anbrüllen lässt und daraus keine Konsequenzen zieht. Ganz simple Schritte wie (internes, bei Bedarf öffentliches) Gegenhalten und ja, natürlich, gegebenenfalls kündigen. Vorstandsmensch bei Eintracht Frankfurt, oder Angestellter in welchem Betrieb auch immer, ist nämlich keine Fessel für die Ewigkeit. Es sei denn, man wählt das so.

Jetzt drücke ich für den Moment aber dann auch mal die Pausetaste. Möge die Eintracht in der Europa League landen und der Hamburger SV daniedergehen.

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4 Kommentare

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4 Antworten zu “Pausieren

  1. Koppweh

    Der Tawatha scheint aber menschlich ganz OK zu sein.
    Der neue Odo, der wirkt ein bisschen schüchtern. Aber das sage ich unter Vorbehalt. Ich kenn den nicht wirklich.

    Der Fischer würde ohne die Eintracht, schnell absteigen. Der Hellman hat wenigstens ein normales Umfeld.
    Im Aufsichtsrat sitzen nur Gutmenschen. Ha ha ha ha ha ha ba ba

  2. Alex

    Hallo zusammen ich wünsche noch ein frohes und vorallem gesundes neues Jahr.

    Ich verfolge deine Texte und die damit verbundenen Diskussionen/Unterhaltungen regelmässig. Wie das immer so ist teilt man nicht immer die selbe Meinung, aber im letzten Text der letzte Satz spricht mir aus der Seele. Ich warte schon seit Jahren darauf das es den HIV mal trifft und er den Gang ins Unterhaus antreten darf.

  3. Jermaine Jones Junior

    Herrn Bruchhagen öffentlich so überzogen strahlen zu sehen, wenn er Herrn Kühne trifft, ist ein echt komisches Gefühl. So kennt man ihn nicht.

    Die Tabellensituation des HSV stellt sich nicht mehr als so dramatisch dar wie zu Beginn der Saison.
    Schade eigentlich, weil ich ernsthaft das Gefühl hatte, dass der HSV endlich absteigen könnte.

    #zement #niedrigerhorizont #flutundboote #deltazwischenerwartungshaltungundrealitaet

  4. Ed Kul

    Was die Herren Hellmann und Fischer angeht, sehe ich das ganz ähnlich. Charakterlose Feiglinge.

    Aber gut, dass sie sich jetzt noch einmal offenbart haben. Somit weiß man nämlich, woran bei denen ist.

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