Kraft und Gegenkraft

Ein Zufall ist es nicht, dass mit Eintracht Frankfurt, Hertha BSC Berlin und Borussia Dortmund genau die Mannschaften am Samstag die Bundesligaspiele verloren haben, die in der ersten englischen Woche des Jahres 2017 gespielt haben. Getrost kann man auch das Spiel von Bayern München in Ingolstadt, dass in der 90. und 93. Minute die Tore verzeichnete hinzuzählen um zu verdeutlichen, wie viel Substanz diese Teams unter der Woche in ihren Spielen verloren haben.
Einzig Schalke, die mit Sandhausen einen vergleichsweise dankbaren Gegner bespielten und Mönchengladbach (gegen Fürth)- also die, die ihre Pokalspiele recht früh und mühelos entschieden, feierten am Bundesligasamstag Erfolge. Der Ausreißer in der Aufzählung ist der Hamburger SV, der nach den formstarken Kölnern nun Ostdeutschlands neuen Stolz schlug.

Dementsprechend ist es seitens der Eintracht-Verantwortlichen und allen Vereins-Beobachtern völlig legitim, die 0:3-Niederlage in Leverkusen vor allem mit der Kraftfrage zu beanworten. Leverkusen hatte mehr als doppelt so lange Zeit für Regeneration und gezieltes Training als eine matte, müde SGE. Das Ergebnis ist das Ergebnis – und tatsächlich hätte man ja zwischenzeitlich sogar ausgleichen können, erst durch Mijat Gacinovics Zeitlupenschuss aus neun Metern, dann durch Branimir Hrgotas Anti-Meier-Abschluss. Sei es drum, die Niederlage geht ebenso in Ordnung wie sie erwartbar gewesen ist.

Und dank der anderen Samstagsspiele ist weit weniger passiert als hätte passieren können – wobei der entscheidende Punkt nicht der sein wird, wie es sich innerhalb der momentan dort platzierten Eins bis Sechs/Sieben verhält, sondern in welchem Maße/ob/wie konstant eben Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach ihren Rückstand aufholen und in die Europapokalränge streben. Vor allem Gladbach scheint willens und in der Lage mit Siebenmeilenstiefeln heranzufliegen, bei Leverkusen darf man da – auch das sind Eindrücke aus dem Spiel gegen Frankfurt – aus Eintrachtsicht positiv skeptischer sein. Zwar gewann Bayer dieses Sechs-Punkte-Spiel, aber die Umstände unter denen das der Fall war, lassen weit weniger Rückschlüsse auf das Potential dieser Mannschaft zu als man im Rheinland hoffen mag. Aber wen interessiert schon Leverkusen? Der Frankfurter Blick richtet sich bereits seit deren Tor zum 2:0 zum anderen Sympathicus-Konzern, zu den Audiautobauern aus Ingolstadt.

Die Ingolstädter haben unter ihrem neuen Trainer einiges von dem zurückerlangt, was sie verloren zu haben schienen. Eine kompakte, schwer zu bespielende Mannschaft, die den FC Bayern am Rande des Punktverlustes hatte. Allerdings: Nach vorne tun sie sich schwer, drei Tore in einem Spiel – gegen den bis vor einer Woche noch siechenden HSV – sind alles, was in der Rückrunde bislang an Treffern gelang. Gegen Bayern, Schalke und Hertha setzte es jeweils torlose, aber doch (knappe) Niederlagen. Von daher ist eindeutig, mit was und wem es die Eintracht am Samstag zutun bekommen wird: Darmstadt reloaded. Wobei das ganz so nicht stimmt, denn Ingolstadt wird sich nicht derat allem verweigern und zumindest eine Kontertaktik versuchen. Für Frankfurt ist es daher unerlässlich, dass man nach vorne ähnlich unbeirrt weiterspielt wie zuletzt, wie gegen Hannover und auch phasenweise, so zwischen Minute 15 und 30 gegen Leverkusen. Aber David Abraham, Innenverteidiger, muss dafür gesund werden, mit Michael Hector nimmt die Qualität des Teams, die Sicherheit im Kollektiv schlicht deutlich ab, was sich auch gegen den Audi-Fußballclub auswirken würde.

Wer im Vorfeld ein Bier mit mir trinken möchte, findet mich in der Nordwestkurve. Die Schwiegereltern machen es möglich 😀

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8 Kommentare

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8 Antworten zu “Kraft und Gegenkraft

  1. Steven

    Zuahuse gegen Ingolstadt sollte was gehen, leichte Spiele gibt es aber nicht.

    Ich finde es ebenfalls nachvollziehbar,dass die Eintracht platt war. Ebenso glaube ich Kovac, wenn aus diesem GrundRebic – auch anhand seiner Werte – erst mal draußen saß. Der Junge verausgabt sich in den letzten Spielen ganz offensichtlich.staune, was der abspult.

    In Leverkusen hat sich für mich der Abraha-Ausfall deutlich bemerkbar gemacht. Die defensive wirkte verunsichert, diese Verunsicherung zog sich dann bis ins Mittelfeld nach vorne. – nach dem Motto, wir müssen hinten aufpassen…

    Aber gegen Ingolstadt ist er hoffentlich wieder dabei – bitte ohne Mätzchen.

  2. Anonymous

    Lief doch trotz der Niederlage der SGE nicht schlecht am Wochenende. Wie schon erhofft, bleibt die Eintracht auf Platz 3, da Hertha, Hoffenheim, Köln und BVB ebenfalls verloren. Gut so.

  3. Wäre schön dich mal kenn zulernen, Bruder von m Einträchtlichen Geiste!
    Wie erkennt man dich beim Bier vor der ?

    • Olsen

      Hat er doch gesagt: sein Bier wird von den Schwiegereltern gekauft 😜

      Björn, ich wäre gern mal wieder dabei. Allerdings bin ich gerade an dem We schon verplant.

      Niederlage gegen Leverkusen war eingeplant. Ich nehms erstmal emotionslos zur Kenntnis. Mal sehen, was am We kommt. Alles ist möglich.

      Lg

    • Hmm, wie macht man am besten ein Erkennungszeichen aus? Eintrachttrikot und Schal sind wohl zu vage 😉

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