Serienende

Gegen Leipzig war das Spiel quasi mit dem Anpfiff verloren, als Lukas Hradecky patzte. Gegen Ingolstadt war das Spiel quasi mit Anpfiff verloren, weil Eintracht Frankfurt von Sekunde eins an total trantütig war. Ähnlich wie gegen Leverkusen, wo der Faktor Kraft noch als Argument funktionierte. Nicht so heute, da waren Beine und Kopf Problemzonen.

Die geschenkte Ecke zum 0:1, der geschenkte Platzverweis durch einen unsäglichen Schiedsrichter, der doppelt verschossene Hasebe-Elfmeter (ein Strafstoß der von der Tribüne aus gesehen keiner war) waren letztlich die passenden Symbole zu diesem Auftritt der SGE. Es war ganz unabhängig von der nominellen Unterzahl und vom hickhack mit dem Referee eine ziemlich triste Darbietung – ohne jede Tiefe im Spiel, Quergeschiebe, Einheitstrott. Dass sich dann Vallejo verletzt (3 Spiele Pause, heisst es) und Mascarell eine dieser richtig dämlichen (Sperr)Karten abholten, passte zu dem Tag. Und jetzt also Daueralarmsrufe Rot wenn Michael Hector auf dem Feld steht; was er ja jetzt über Wochen tun wird.

Zum ersten Mal in der Saison verliert Frankfurt zwei Partien in Folge. Und das durchaus zu recht, der Tag war – im Gegensatz zum Spiel in Leipzig – deshalb ein gebrauchter, weil man ihn dazu machte. Der Gegner war bissiger, ekeliger, williger, insgesamt klarer in der Spielanlage. Nun also die Personalprobleme, die das sich abzeichnende Formtief begleiten – Vieles riecht nach dem Anfang vom Ende der Famossaison mit grossen Europapokalchancen. Jedenfalls geht der SGE nun die Leichtigkeit, Frechheit, Selbstverständlichkeit zunehmend ab. So mancher Spieler wirkt matter als in 2016, einiges sieht weit mehr nach Arbeit aus als es das lange tat, die Gegner pressen vermehrt und bereiten der Eintracht so früh Sorgen im Passspiel. Dss Glück, das der SGE bis jetzt treu wahr, verkriecht sich. Defensiv gibt es plötzlich monatelang nicht gesehene Lücken, offensiv liegt (weiterhin) einiges im Argen, da verschärft sich die ohnehin schwierige Situation.

Auch wenn Ante Rebic glück- und bisweilen kopflos agiert: Wenn er nichts kreiert, Gefahr heraufbeschwört, passiert überhaupt nichts. Der jeweils andere Flügel kommt nicht vor, ist tot. Dementsprechend muss sich Alexander Meier immer mehr fallen lassen um überhaupt mal den Ball zu bekommen, wenigstens mal einen Pass klatschen lassen zu können. In  vorderster Front geschieht kaum noch etwas.

Übrigens: Spielte Haris Seferovic (auf jenem aber auch mit Gacinovic tote Flügel) mit? Ja, doch tatsächlich tat er das. Zu bewundern in der 83. Minute. Um so eine Sturm-Slapstick-Szene wie diese sehen zu dürfen, muss man viel viel Fußball schauen. Marco Fabian fehlt der Offensive jedenfalls an allen Ecken und Enden, aus der Zentrale kommt an Impulsen gar nichts mehr. Immerhin: Sollte es der SGE gelingen, eine insgesamt passable Rückrunde zu spielen – also irgendwas um die 20 Punkte- ist Europa bis zuletzt denkbar.

Dieses Spiel, dieser Stadionbesuch war aber exakt so wie ich es, wie ich Eintracht Frankfurt in (leidvoller) Erinnerung habe. In einer famosen Saison muss ich mir einen der miesesten und bestimmt frustrierensden Kicks anschauen, mit getrübtem Gemüt heimfahren.

Und die Atmosphäre im Stadion? Geradezu gelangweilt, mit dem unsäglichen Capo-Satz dass man solche Spiele letzte Saison ja verloren habe als man 16. war; also alles nicht schlimm. Devot. Dankbarkeit. Ist das echt die erste Reaktion wenn man gegen eine Holzmannschaft recht klar verliert? Wenn der Blick angesichts der Realität doch nach oben gehen muss?! Diese Orientierung daran, dass es ja alles viel schlimmer sein könnte, ist halt nicht meine Denkwelt, nicht mein Anspruch, sorry. Und ich glaube, da bin ich Trainer Niko Kovac sehr nahe, „Kein Spitzenteam“ hin oder her. Denn man muss bekanntlich kein Spitzenteam sein um ein Spitzenteam zu sein, um wenigstens 20,21,22 Halbserienpunkte zu holen, got it? 😉 Das ist nämlich die Summe eines Teams das 《nur》 den Klassenerhalt, eine ruhige Saison hinlegen will. Kurzum: Machbare Marge.

Das nächste Spiel, das Wie wird sehr spannend – und richtungsweisend. Denn mit Berlin geht es gegen einen, vielleicht sogar DEN direktesten Konkurrenten um den 6./7. Rang.

 

 

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4 Kommentare

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4 Antworten zu “Serienende

  1. Hagnum

    Als Gegenmittel zum öden Stadionerlebnis hilft vielleicht das hier:

    https://www.lovelybooks.de/autor/Gerd-Fischer/Einzige-Liebe-1428169806-w/

    Gerd Fischers Eintracht-Krimi, gerade erst Ende Januar erschienen.
    Falls du den noch nicht kennst.

    Zum Spiel:

    Mit den jetzt augenscheinlichen Problemzonen, kann das eine längere
    Durststrecke für die Eintracht werden.Kein Mittelfeld, eine verwaiste Innenverteidigung und ein Schweizer Laie im Sturm.

  2. Und jetzt bewahrheitet es sich: für Huszti hätte Ersatz kommen müssen. Nun werden Hasebe und Hector hinten spielen oder sogar ein ganz junger Mann, wenn Hasebe auf der 6 auflaufen muss. Vielleicht muss sogar medojevic noch ran….
    In Berlin werden wir punkten. 1:1!!!!

    • Exakt. Die groben Personalschnitzer wiederholen sich. Ohne huszti UND Fabian gibt es kein Mittelfeldzentrum. Und um beide Personalien wusste man. Das wird teuer.

      • Schade, dass man die obere Tabellenregion so leicht “ verschenkt“. Europa würde die Chancen auf mehr Sponsoren erhöhen. Aber offensichtlich ist man von der Platzierung selbst überrascht worden und hatte dafür keinen Plan in der Tasche. So gut die Kaderplanung im Sommer war, jetzt werden Schwächen deutlich. Das ist zwar Jammern auf noch hohem Niveau, aber die Tabellenregion 10-12 ist nicht mehr weit weg, und auch das Abrutschen kostet Geld.
        Im übrigen war es wieder das Punkte abgeben an potentielle Abstiegskandidaten , ein altes Strickmuster .

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