Das Muss-Spiel

Zum seit vielen Wochen bestehenden sportlich-spielerischen Unglück Eintracht Frankfurts hat sich in dieser Woche noch Präsident Peter Fischer gesellt. Der schwadronierte von „schönen Beinen“ und allerlei anderem Käse, um das seit Jahren ebenso oft wiederholte wie erfolglose International-Marketing der Eintracht voranzubringen. Internationalität ohne Europapokal? Ziemlich schräge Vorstellungen, die in den Köpfen der Frankfurter Funktionäre stattfinden.

Einfacher würde alles, wenn in Frankfurt wieder mal Chancen zum Toreschießen und damit Möglichkeiten auf Punkterfolge herausgearbeitet würden. Gegen 35 Minuten lang müde, matte Münchner war das zwar nach Wochen der Total-Tristesse mal so; aber man lege bei der Einordnung des Ganzen bitte den Fokus auf die ersten beiden „M“s: müde, matt. Als die Bayern sich einmal räkelten, wurde die Sache dann die erwartet klare.
Gegen den Hamburger SV, da gibt es aller Rückrundentabelle zum Trotz nichts zu deuteln, kann nur ein Heimsieg der Anspruch sein. Für alle internationalen Träume ist das ein Muss, für die Nichtabstiegs-Zielsetzung nicht minder. Leute, es geht gegen den 16.! Gegen ein Team, das sich nur zuhause berappelt hat und nun auswärts ran muss. Wenn da jetzt wieder die Mahner und Duckmäuser die Oberhand gewinnen, ja herrje, gegen wen will man denn dann als SGE noch was reißen?

Jesus Vallejo fällt indes wohl doch weiter aus, Makoto Hasebes Chancen sind auch nicht die größten – tja. Vielleicht erhöht das ja nun mal den Druck, den Leistungsbring-Zwang auf jenen Mannschaftsteil, der seit Wochen nichts zustande bringt: das Mittelfeld. Die Spieler müssen endlich mal wieder Bälle in die Spitze bringen, so dass Alexander Meier den Ball mal wieder zumindest erahnen kann, nicht nur mit dem Fernglas schauen muss, wo die Pille gerade rumrollt. Gerade Omar Mascarell hat sich in eine gewisse Bringschuld gebracht, das reine Abräumerdasein genügt nicht (mehr), es müssen von ihm endlich offensive Impulse kommen. Nur auf Ante Rebic zu setzen und auf Marco Fabian zu hoffen, reicht nicht aus.

Im Grunde genommen sind aber im Vorfeld der Partie heute Abend aller Worte schon zu viel gemacht worden, es ist in der Konsequenz das Immerselbe: Verkackt die Eintracht heute gegen den HSV, verkackt sie eine ganze Saison. Denn eine Endplatzierung irgendwo zwischen 9 und 13 wäre, allem Geradeso-Nichtabstieg 2016 zum Trotz, eben kein Erfolg. Nicht, weil das der Fluch der guten Tat ist/wäre, oder weil die unersättlichen Erwartungshalter einen an der Klatsche hätten, sondern weil erneut der Ton die Musik macht: So sang- und klanglos wie die SGE bis hierhin, darf man sich die mehr als berechtigte Chance auf den Europapokal nicht nehmen lassen. Mit Ende der Tagesschau wissen wir mehr.

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4 Kommentare

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4 Antworten zu “Das Muss-Spiel

  1. Es ist alles treffend formuliert. Liefern muss die Mannschaft…. Tut sie es nicht, bleibt nur das Abrutschen auf Platz 8

  2. Jermaine Jones Junior

    Es wird ein psychologisch schweres Spiel. Grund: Die Mannschaft weiß, dass sie nicht in Rückstand geraten darf. Vallejos und Hasebes Einsätze müssen riskiert werden, damit die Defensive stabil ist.

  3. Ed Kul

    In dem Text stecken viele Wahrheiten, aber ebenso viele Dinge, die schon seit Jahren bekannt, x-mal angeprangert, aber bestenfalls partiell und nie dauerhaft verbessert wurden.

    Und ja, diese Mannschaft kann nur mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung Erfolg haben. Sind nur ein, zwei Spieler nicht 100%ig bei der Sache, wird das nichts. Zumindest dann nicht, wenn der Gegner nicht komplett unfähig ist.

    Und nein, ein Unentschieden ist nicht genug! Ein Heimsieg und drei Punkte müssen her!

  4. TK Idstein

    Ich bin nervös was das heutige Spiel angeht.
    Vallejo und Hasebe machen heute am besten nochmal Pause und greifen dann fit in zwei Wochen gegen Gladbach an. Der HSV tritt heute mit voller Kapelle an… ein Punkt ist heute das mindeste was wir erreichen müssen.

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