Regunglos

Länderspielpausen sind nur für eine Sache gut: Man erkennt jedesmal, wie wenig einem der Verzicht auf Eintracht Frankfurt – entgegen allen Vorstellungen (und Bekenntnissen) – ausmacht. Nicht mal ein Interview mit Sportdirektor Bruno Hübner, das in der Vergangenheit allzu oft manch aufwühlende Regung erzwang, lässt einen eine nennenswerte Interessenszuckung erleben.
Was er im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau sagt, ist das, was man halt so sagt und immer schon gesagt hat, garniert mit gespaltenen Lippenbekenntnissen zu Alexander Meier. Wenig überraschend, weiss man doch um Hübners Haltung zu dem nun passenderweise verletzten Kapitän.

Und sonst so? Eine 08/15-Eintrachtelf, die so niemals zusammenspielen wird, verliert gegen den darbenden Zweitligisten Würzburg, schießt weiter fleißig keine Tore und ist nach eigener Ansicht halt sportlich lediglich auf Normalmaß gestutz, keinesfalls gestürzt. Die eigene Ansicht ist schon so oft das Problem in und um diesen Verein gewesen. Aber was solls, es ist ja egal.

Axel Hellmanns Vorstoß mit den paar tausend mehr Stadionplätzen ist da schon wesentlich diskussionswürdiger. Die Sache ansich klingt nämlich erstmal gut und verlockend. Das Kernproblem der Stadionmiete löst so eine Austockung aber ebenso wenig wie die Attraktivität des Klubs dadurch gesteigt wird, indem man – sich selbst demütig bückend – stets zwischen Rang neun in Liga 1 und Rang drei in Liga 2 landet.
Im Endeffekt, und darauf läuft es in Frankfurt wie überall anders hinaus, wird man sich irgendwann an einen Investor verhökern. Konzernfußball, über den der Westdeutsche in Bezug auf die DDR („Schwarze Pumpe Leipzig“ etc.) so gerne lacht. Das Ganze wird ganz einfach deshalb passieren, weil die Preise im Fiktionsgeschäft Fußball zu groß geworden sind als das diese mit regulären Einnahmen gestemmt werden könnten. Nicht mal Spielerverkäufe taugen dazu. Die fünf bis zehn Millionen Euro, die ein Klub wie die SGE alle zwei, drei Jahre mal für einen Spieler erzielen kann, sichern bestenfalls das Etatniveau. Sollen sie bei der Eintracht den Leuten doch reinen Wein einschenken: Die Frage ist nur, woher der Investor stammt. Arabien ist ja in vielerlei Hinsicht out, China hingegen ist in – böten sich also künftig Trainingslager in Shandong eher an als in Abu Dhabi.

Auch das: egal. Am Samstagabend geht es in der gestürmten Heimburg gegen Borussia Mönchengladbach. Müffelt nach unentschieden; solange die Gäste nicht in Führung gehen, jedenfalls. Schießt die SGE abermals kein Tor, zeigt sie wieder wenig Regung, gibt es tatsächlich keinen Grund mehr von Europapokalmöglichkeiten zu sprechen, diese Chance hätte man sich grandios genommen. Zum Glück geht das Spiel bei 0:0 los und Marco Fabian ist einsatzfähig. Das sind sie dann, die Säulen, auf die ein erfolgreicher Ausgang des Heimspiels ruht.

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8 Kommentare

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8 Antworten zu “Regunglos

  1. 2 Punkte leider verloren. Gut gekämpft und auch gespielt. Wer schenkt uns einen Vollstrecker ? Hoffentlich ist Gladbach im Pokal auch so ungefährlich

  2. Hagnum

    Zur zweiten Säule:

    Fabian durfte seinerzeit in einem funktionierenden Kollektiv zaubern.
    Der Sachstand ist jetzt etwas anders.

  3. Storchomat

    Unkentreffen?

    Muss eigentlich in jeden Beitrag das ewig leidige Thema mit der angeblich zu niedrigen Zielsetzung wiedergekäut werden? Wie oft hab ich den Blödsinn jetzt gelesen?

    Jaja klar wenn kovac sich hingestellt hätte und gesagt hätte „nächstes Jahr dann international“ hätte sich keiner verletzt und wir hätten sie alle weggeklatscht…ach ne warte die Anzahl der verletzten spielt ja gar keine Rolle…muahahaha…und außerdem hätte man ja im Winter neue Spieler holen können…von dem Geld das wir frisch selbst geschissen haben. Alles Einstellungssache 1elf!!!

    Ich glaub es wäre eher so gekommen. Sportlich die selbe Scheisse wie jetzt, nur hättest du wahrscheinlich geschrieben was fürn Trottel Kovač ist und du ja eh von vornherein gewusst hast wie kacke und bundesligauntauglich unsere Söldnertruppe ist….

    Nix für ungut. Ich lese den Blog hier ja weil er mir eigentlich gefällt aber das musste mal raus. Ich sage nur Spielplan, Kader, Finanzen, Lazarett…man kann genau von Spieltag zu Spieltag den Weg der Mannschaft nachvollziehen und ich muss sagen das bis auf die Auftritte im Pokal (wo man nichts desto trotz dabei ist) und die spiele gg Darmstadt und Ingo man sich keine allzu großen griffe ins klo geleistet hat. Klar kommt man in nen abwärtsstrudel wenn die Stützen wegbrechen…

    Die Situation an der 40pkt Zielsetzung fest zu machen ist…ich schreibs ungern…postfaktisch und einfach Unfug…

    Und vom Gebetsmühlenartigen wiederholen wirds nicht richtiger…genau so wie uns der Abgang von Inui nicht in die Champions League gebracht hat….

  4. Olsen

    Vergiss Marc Stendera nicht. Der wird schon wieder ganz heiß gekocht (hat nämlich mit 17 mal ne gute Ecke getreten).

    Und wenn die Wolken über Frankfurt noch nicht tief genug hängen, solltest du das Interview mit Hector noch lesen. Dem gefällst in Frankfurt nämlich so gut, dass er sich durchaus vorstellen kann, ein wenig länger zu bleiben.

    Meiner Meinung nach wären dadurch die Abgänge von Vallejo und Hradecky direkt wieder ausgebügelt. Wer unsere rosige Zukunft nicht erkennt, muss geradezu blind sein – oder sie nicht sehen wollen.

    Ps: können wir eigentlich dieses We schon aus den Top 9 rutschen?

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