Gestammel

Schluss, aus, vorbei: Eintracht Frankfurt verabschiedet sich auf einmalig diletantische Art und Weise aus dem Europapokal(schnecken)rennen. Und nicht nur das, die SGE schlingert ungebremst den einstmals abgehängten Komkurrenten aus dem Tabellenkeller, die fleissig Tore schiessen und punkten, entgegen. Läuft es ganz übel, bleiben nach Mittwoch noch 5 von 16 Punkten übrig.

Der Miezekatze vom Main gelingt in Köln ein weiterer Harmlosigkeitsbeweis, Spielzüge gibt es keine mehr, Abschlüsse daher auch nicht – die Rebic-Doppelchance nach Standardsituation ausgenommen. Lange Schläge, mal diagonale mal zentrale Bälle in luftiger Höhe, mehr passiert nach vorne nicht. Ein schauerlicher Versuch von Fussball, als ob Thomas Schaaf wieder das Sagen hätte; nur ohne jede Aussicht auf Torerfolge. Es ist von Minute 1 bis 94 Offensivgestammel, kein Offensivspiel – völlig unabhängig vom aufgestellten Personal. Seit Monaten. Die Null steht.

Wegen diesem großen Ganzen ist es auch völlig egal, welcher Spieler letztlich formal als Stürmer aufgeboten wird. Wer keine verwertbaren Pässe bekommt, kann nicht schiessen, kann nicht treffen. Haris Seferovic war diesmal die ärmste Sau auf dem Feld. Später kam noch Branimir Hrgota dazu. Wirkungslos verpufft. Druckphasen der SGE enden 25 Meter vor dem Tor mit hilflosen Pässen in die Spitze, fast so als sei der Ballführende froh die Pille irgendwie losgeworden zu sein. Flanken, auf denen angesichts ihrer Höhe Schnee liegt, Flachpässe in Verteidigerfüße oder Fouls auf Höhe der Eckfahne gepaart mit Meckereien – das passiert tatsächlich auf dem Feld.

Weiterhin, tief drin in der Rückrunde ist Alexander Meier mit 5 (!) Toren bester Frankfurter Torschütze. Gefährlichster  (ausgebooteter) Spieler eines Teams, das in acht Spielen zwei Punkte holte und ein kümmerliches Tor schoss. Das ist die Bilanz eines Absteigers. Nicht mal über Standardsituationen rettet man sich ins Ziel; es geht nichts mehr zusammen. Mangelhafte Chancenverwertung?! Man mache die Augen auf, es gibt ja kaum Chancen! Gegen Köln war es eine, eine (!) in 94 Minuten gegen einen Gegner in Tabellennachbarschaft.

Trainer Niko Kovac ist drauf und dran seinen Nimbus zu verlieren. Seine Worte und Taten klaffen mittletweile weit auseinander, vielmehr scheint er angekommen in der Wohlfühl-Wagenburg Eintracht Frankfurt. Anders erklärbar ist es jedenfalls kaum, dass er das erzählt, was er erzählt. Vieles ist zu Quatsch, zu Blendwerk verkommen, Geheimtraining und Frühstückerei inklusive. Neue Reize? Veränderung? Irgendwas?

Eine derart lange Misserfolgsserie wie momentan gab es zuletzt in jenem Abstiegsjahr 2011, zu der es ohnehin die eine oder andere Parallele zur aktuellen Spielzeit gibt. Es scheint sich zu bewahrheiten, dass Kovac nur kann, was viele andere vor ihm schon konnten und nach ihm können werden: Devise dichte Defensive. Die Vorwärtsbewegung, die in seiner Amtszeit nie furchteinflößend war, bekommt er auch ein Jahr nach Dienstbeginn nicht hin. Kunst, kein Handwerk. Tja. Das Resultat dieser Maloche darf man Woche für Woche begutachten. Wie an der Arbeit, ist man einfach froh, wenn es vorbei ist.

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20 Kommentare

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20 Antworten zu “Gestammel

  1. Hagnum

    Schön für die Eintracht,

    daß es mit Augsburg einen treuen Mitbewerber um die Relegation gibt.
    Das Heimspiel gegen Ingolstadt zu verlieren spricht da Bände.

    Weniger schön, daß Augsburg doppelt so viele Tore geschossen hat, wie die Eintracht in den letzten 8 Spielen.

    Mal sehen, wer in der Endabrechnung die Nase vorne haben wird.

    Das Umfeld der Eintracht leistet übrigens weiter einen Bärendienst für den Verein.Stellungnahmen wie “ aktive Eintracht belohnt sich nicht “ , und
    “ man muß immer sehen, wo die Eintracht herkommt „, und so weiter
    schläfern nur noch ein.

    Mir scheint, da will niemand aufwachen.Platz 15 oder 16, darum wird’s gehen.

    lg

  2. Molsen

    Kovac raus!

    • Rang 12, sieht gut aus für diese Platzierung. Dann wäre es dieselbe tabellarische Fallhöhe wie 2011.

      • Da bist du aber optimistisch. Es kommen die Spiele gegen direkte Konkurrenten um Platz 16: Augsburg, Mainz und Wolfsburg. Diese alle können etwas besser als die SGE: Tore schießen . Wo landen wir, wenn wir noch 4 Punkte holen ?

  3. Koppweh

    Schönwetter Eintrachts Fans Versammlung

    SEFV

    Der Günther Perl verpisst sich gerade vor lachen.

    Muß irgendwie eine deutsche Eigenschaft sein sich selber fertig zu machen, anstatt die wahren Übeltäter zu identifizieren.

  4. Sehr ehrliche und gute Bestandsaufnahme zur aktuellen Form der SGE

  5. Walter Kolb

    Nur der Hergott wusste in den letzten 8 Spielen wo das Tor stand.

  6. Eine Konstante gibt es wenigstens: die Null vorne steht.
    Viel Ballbesitz und hohes Verteidigen bringt dann einen Punkt, wenn man sich keinen Aussetzer leistet und fehlerlos spielt. Köln war tatsächlich auch nicht besser, aber effektiver.
    Jetzt gegen die aufgewachte Tormaschine Bremen…..
    2011 lässt tatsächlich Grüßen . Der Kader ist ähnlich dünn besetzt . Damals setzte man auf Gekas. Heute?

  7. sonny 85

    Ich traue dem Bobic und seiner Connection nicht.

  8. Ed Kul

    In den letzten acht Spielen sechsmal (6x) verloren, zweimal unentschieden gespielt und dabei insgesamt nur ein (1!) mickriges Tor erzielt. Zudem ist man nach Darmstadt die zweitschlechteste Rückrundenmannschaft. Was gibt es da noch zu diskutieren? Der einzige Grund, warum in Frankfurt noch nicht die Hütte brennt, ist die Tatsache, dass sich auch die Konkurrenz mit dem Punktesammeln schwer tut und die Eintracht somit immer noch auf Platz 7 der Tabelle steht.

    Ich habe jedenfalls mal wieder die Nase voll und werde meine Lebenszeit vorerst nicht weiter mit solch sinnloser Freizeitbeschäftigung wie dem Anschauen von Eintrachtspielen verplempern. Um die wenigen guten Szenen zu sehen, reicht auch die Zusammenfassung in der Sportschau.

  9. Jermaine Jones Junior

    Mal langsam jetzt. Ich habe eine richtig starke erste Halbzeit gesehen.
    Rebics Latten-Kopfball misslang, weil ihm im Gegensatz zu Jojics Pfostenschuss eines fehlte: Glück. Zentimeter haben das Spiel entschieden. Hrgotas Körpersprache ist eine einzige Katastrophe. Das durfte ich live im Stadion miterleben. Ab und zu ging ein Raunen durch die Kurve, wenn ihm der Ball versprang. Kein Wunder, dass ihm seine Mitspieler keinen Ball anvertrauen. Das hat dann nichts mehr mit dem Zuspiel von verwertbaren Pässen zu tun, meine ich. Fabians Auswechslung war zudem eine Fehlentscheidung. Ab dann war Mascarell komplett auf sich allein gestellt.

    Köln war die erste Halbzeit richtig schlecht und die zweite hat mich auch nicht überzeugt. Wenn Köln so weiter spielt, brechen die da oben noch ein. Köln wird sich für die Euro-League nicht qualifizieren, weil Kovac Recht behalten wird. Sie wären heute an ihrem Anspruch international zu spielen beinahe zerbrochen. Wir würden aber selbst das nicht ausnutzen können, weil im Mittelfeld keiner die Eier hat Verantwortung zu übernehmen! Ein Führungsspieler im Mittelfeld würde uns guttun (Pirmin Schwegler)!

    • Richtig stark? Ohje. Wenn ein Kopfball an die Oberkante (!) der Latte samt Gewuselnachschuss nach einer Ecke für dieses Prädikat rechtfertigt, muss ich meine Bewertungskriterien echt überdenken.
      Was ausser (brotlosem) Ballbesitz ist denn? Nix! Fabian rauszunehmen ist eine weitere und neuerliche Fehlentscheidung des Trainers.
      Und was mit Köln ist, ist uninteressant. Frankfurt ist zusammengebrochen, das ist relevant.

      • Jermaine Jones Junior

        Gemessen an dem, was die Mannschaft kann und in der Hinrunde erfolgreich auszeichnete, ja, war es nach meiner Einschätzung so. Damit meine ich nämlich eine stabile Defensive, (Modeste über weite Strecken ausgeschaltet), den Siegeswillen und damit einhergehend den Zug zum Tor.

      • Jermaine Jones Junior

        Du tust ja gerade so, als ob wir in der Hinrunde DEN Offensivfußball schlechthin gespielt hätten.
        Einen Vergleich zur „Rückrunde der Schande“ verbiete ich mir. Den Klassenerhalt packen wir schon.
        Viel spannender ist die Frage, mit welchem Konzept NK uns in der nächsten Bundesliga-Hinrunde begleiten möchte.

      • Nicht DEN Offensivfußball schlechtin, aber es gab eine sichtbare Idee, wie man Tore zu schießen gedachte. Prinzipiell. Davon ist nichts, gar nichts mehr zu sehen. Auch von einer Alternative, sei es über Standardsituationen, fehlt jede Spur. Niko Kovac droht gerade die Entzauberung, denn eine derart lange Durststrecke – die nie eine Ergebniskrise, sondern von Beginn an ein spielerischer Einbruch war/ist – findet sich lange nicht mehr.

        Ob du es willst oder nicht, es gibt sie, die Parallelen zu besagter Saison 2011. Der tabellarische Absturz, wenn auch auf etwas höherem Niveau, wird aller Voraussicht nach ähnlich sein. Und da muss niemand so tun als sei das weniger dramatisch, denn faktisch hat Frankfurt einen Megavorsprung auf den Tabellenkeller (!) und somit eben nicht nur auf die EL-Konkurrenz vergeigt, Frankfurt ist gar das zweitschlechteste Rückrundenteam, knapp vor dem bereits vor Wochen gestorbenen Darmstadt.
        Nächste Saison ist noch weit weit weg; denn jeder weitere Rang gen Krisenzone wird dafür sorgen, dass – einaml mehr – keine personellen Planungen vorangehen. Und das bei einem Kader, der ohnehin aus einem gerüttet Maß an Flickwerk und Nachholbedarf besteht.

  10. Walter Kolb

    Der Hecking war auch im Stadion und wird sich wohl gedacht haben….“ hätten wir doch nur einmal gescheit auf das Tor geschossen“…

  11. Olsen

    „Wir haben ja gesagt, dass wir offensiver spielen und den Gegner mehr unter Druck setzen wollen – das gelingt uns“, findet Kovac.

    „Blanker Hohn“, findet Olsen.

  12. Staniii

    #Balkangene

    Wenigstens darf jeder mal ran.

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