Stunden später

Gut zwölf Stunden nachdem, natürlich, Branimir Hrgota den letzten Elfmeter im Halbfinalspiel in Mönchengladbach verwandelte, fühlt sich das alles doch recht surreal an. Man erinnere sich nochmal an den Spielverlauf, eine furiose Frankfurter Mannschaft spielt die Borussia 45 Minuten lang an die Wand, könnte, müsste 2:0, 3:0 führen – und wird mit dem Zufalls-1:1 mit dem Pausenpfiff auf die Bretter geschickt. Es folgen 75 Minuten Taumelei gen Strafstoßschießen, kratzen, beißen, ackern um ja nicht ein zweites Tor zu kassieren. Mission geglückt.

Und dann diese Elfmeter … Gladbach nagelte einem nach den anderen in den Winkel, mit brachialer Gewalt, unhaltbar für Lukas Hradecky. Die Eitnracht-Elfer waren da deutlich schwächer geschossen, einmal in der richtigen Ecke, und Yann Sommer hätte zwei, drei gehabt (Oczipka und Gacinovic bspw.). Konjunktiv, zum Glück. Die schönste Szene war es dann, dass Hrgota den Weg für das ganze Team vorgab, Milisekunden nach seinem Tor in Richtung Fankurve, die am anderen Ende des Platzes lag, sprintete und ein ganzer Tross ihm folgte – auch die Verletzten von der Tribühne, Meier, Medojevic, Hasebe. In diesen Sekunden wird es allen SGE-Fans ähnlich gegangen sein, sie werden diese Details gar nicht richtig wahrgenommen haben, zu viel Jubel und Adrenalin flog einem durch den Körper.

Es ist bemerkenswert, wie viel Glück der Fußballgott diesem Team im Pokalwettbewerb zugestanden hat. Trägt das bis zu einem Titelgewinn? Man traut es sich ja kaum auszusprechen, aber zumindest die Spiele gegen Bayern München in dieser Saison gestaltete die Eintracht lange offen, war in 2 von 4 Halbzeiten besser. Gegen Dortmund, so erscheint es mir, dürfte es schwieriger werden. Zu schnell ist deren Offensive, zu gierig werden sie auf ihren einzigen Saisontitel sein. Aber das ist nebensächlich, erstmal heißt es: genießen, unser aller Klub steht im Pokalfinale und spielt ausnahmsweise mal um mehr als den Graue-Maus-Award. Gratulation – an uns alle!

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12 Kommentare

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12 Antworten zu “Stunden später

  1. Jermaine Jones Junior

    Unser Gegner heißt also Borussia Dortmund.
    Die Vorstellung daran, dass ein charakterlich verdorbener Mensch wie Thomas Tuchel den Pokal hin den Berliner Himmel stemmt (oh mein Gott), lässt mir den kalten Schauer über den Rücken laufen. Dieses Szenario sollte dringend verhindert werden.

  2. Kennstu Nich

    Interessant fand ich, dass Hrgota da komplett alleine sprintete, die anderen neben bzw. sogar vor ihm. Mannschaftsleistung hin oder her – KEINER suchte Kontakt zu ihm. Auch aufschlussreich. Sonst sieht man sowas etwas anders.

  3. TK Idstein

    Wenn ich mit über 60 noch solche Spiele ansehe, werde ich aller Voraussicht nach keine 70. FN hat alles geschrieben und JJJ stimme ich in Bezug auf den Schiedsrichter zu. Ich glaube allerdings auch das Vestergard Wolf mit voller Absicht im Fallen den Arm eingeklemmt und nach unten gedrückt hat. Die Zeitlupe gibt das her. Meiner Meinung nach eine Tätlichkeit. Im Übrigen habe ich mir eine Karte gezogen und die Bahn gebucht. Über die Kosten der Karte schweige ich mich ausdrücklich aus… Viagogo hat allerdings noch ein paar…. :-I

    • Das mit Vestergaard sehe ich auch so. Auch die gelbe Karte für Varela war ein Witz. Der Gladbacher ging mit gestreckter Sohle in den Zweikampf……
      Auch das Ausrutschen von Schulz im eigenen Strafraum wertete Aytekin als Frankfurter Foul.
      Ansonsten war der Schiri auf der Höhe.

  4. Jermaine Jones Junior

    Ich tue das zum aller ersten Mal. Mein Kommentar stellt ein absolutes Novum dar: Die Leistung des Schiris lobend hervorheben. Das war eine insgesamt sehr starke Leistung des Herrn Aytekin. Gut, dass er auf die Schauspielerei der Gladbacher nicht reingefallen und seiner Linie, in der er viele harte Zweikämpfe durchgehen ließ, treu geblieben ist. Die Gladbacher haben bewusst den Zweikampf mit gelb belasteten Spielern gesucht, damit sie vom Platz gestellt werden. Auch die Schwalbe von Vestergaard im Strafraum, als er über seine eigenen Beine gestolpert ist, war äußerst beschämend.

    Ich brauche jetzt ganz dringend ein Ticket für Berlin. Ich wittere nämlich eine Sensation: den DFB-Pokalsieg. Noch nie war Bayern München in den letzten 5 Jahren so verwundbar wie in diesem. Dortmund wäre auch machbar. Daran, dass der BVB ausgerechnet gegen uns ihr Pokalendspieltrauma beendet, glaube ich nicht. Dafür spielen sie zu unbeständig.

    Falls ich kein Ticket bekomme, so erhoffe ich mir wenigstens ein Public-Viewing in der Commerzbank-Arena. Ich bin schon jetzt sehr stolz auf diese Mannschaft.

    • Wie der Strobl den Fabian ein ums andere Mal mit der Hüfte weggeknallt hat, weil er genau das wollte, war derart auffällig und plump. Der Wendt hätte auch nach 30 Minuten schon runter gedurft, auf der anderen Seite hat auch Gacinovic und irgendwer, den ich vergessen habe mal richtig heftig hingelangt. Und welcher Gladbacher Knaller war das eigentlich, der am Mittelkreis den einen von unserer Heldenelf weggewemst hat? Dafür gab es glaube ich Gelb, so mancher Bundesligaschiri hätte da Rot gezeigt ..

      Karten wirst du nur aufm Schwarzmarkt kriegen.

      • Jermaine Jones Junior

        Ja, ich habe es mitbekommen. Dauerkarteninhaber werden bevorzugt behandelt.

  5. Olsen

    Ich war ein wenig wegen des starken Strafstoßes von Hector verwundert.

  6. Sehr starke erste Halbzeit, unglückliches Ausgleichstor, aufopferungsvoll gekämpft, Nerven behalten und ins finale eingezogen.

    Trotz der vielen Verletzungen , ( genesungswünsche an Herrn Wolf) , der mitunter haarsträubenden Fehlpässe in der eigenen Hälfte, es ist nicht wirklich viel passiert vor dem SGE Tor. Man konnte sehen, wer der Eintracht kommende Saison helfen kann und wer nicht.

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