Monatsarchiv: September 2017

Das Verursacherprinzip

Es ist wieder da, das Demuts-Gequatsche bei Eintracht Frankfurt. „Wir müssen uns alle fragen, ob die Ansprüche nicht zu hoch sind.“ Hat Trainer Niko Kovac vor dem Spiel gegen Aufsteiger VfB Stuttgart gesagt. Seltsam, während ihm das durchgehen gelassen wird, wurden Vorgänger dafür verbal gerupft, geteer, gefedert (übrigens nicht immer zu unrecht). Seltsam auch, dass die Demut von Verantwortlichen immer dann bemüht und vom Gros der Betrachter als widerspruchslos akzeptiert wird, wenn einstmal Ambitionierteres in die sportliche Ferne rückt. (Trainer)Menschlich ist das im Sinne des Selbsterhaltungstriebs nachvollziehbar, in Ordnung ist es trotzdem nicht. Will man etwas erreichen, oder nicht? Oder ist Erfolg bei Eintracht Frankfurt (weiterhin) definiert als status quo, als Heribertbruchhagensches „seid dankbar, dass ihr Erstligafußball sehen dürft“?

Ist das so, und darauf deutet ja nun wahrlich alles hin, sollen sie nicht so pseudo-revolutionär daherkommen, die Kovacs und Fredi Bobics mit ihrem nicht enden wollenden Ausbau des Betreuerstabs und globalen Scoutings.
Aber stimmt schon, wenn der Verein all das nie gehabte Millionengeld ausgibt und es sich weder optisch noch ergebnistechnisch sichtbar auszahlt, ist das natürlich alles ein Empfängerproblem (Fan/Zuschauer), niemals eines vom Absender (Klub). Die Umkehrung des Verursacherprinzips, immer wieder aufs Neue. So ist das seit Jaaaaahren. Und so bleibt das über Jaaaaahre.

Versteht jetzt mancher, wieso ich diesem Geschäft den Rücken kehre? Und das Geschreibsel da oben fußt einzig auf Radiohören, dem Ertragen der zitierten Aussage(n). Ich will gar nicht wissen, wie fassungslos mich das Schauen eines Fußballspiels machen würde. Bis aufs Pokalfinale natürlich. Alles Gute weiterhin!

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Nichts verpasst

Einen Monat ohne eine einzige Minute Eintracht Frankfurt zu sehen, ohne täglich über jeden quersitzenden Pups im SGE-Leib Bescheid zu wissen – eine Wonne war das. Und verpasst hat man ja offensichtlich nichts.

Denn in dem Moment, als man sich dann durchrang, das Spiel der Eintracht gegen den finanziell wie sportlich übermächtigen FC Augsburg live und in Farbe anzuschauen, war das  90 Minuten während Gefühl des Fans genauso wie der Auftritt des Teams: grau, blutleer, emotionslos. Das Spiel mutete fats exakt so an, wie alle drei Dutzend unter Trainer Niko Kovac.

Wieder mal scheint die (einzige) Maxime des Trainers zu sein, dass seine Spieler über die Physis kommen, irgendwie – sprichwörtlich irgendwie – ein Tor schießen und dann hinten dicht machen sollen. Es reicht stets nur für einmal 15 Minuten Druck: diesmal war das zwischen der 46. und 60. der Fall. Oder halt mit dem Mut der Verzweigflung in den letzten fünf Minuten. Hättte Augsburg nur einen der Gegenstöße sauber ausgespielt … müßig. Verloren ist verloren. So wie oben geschildert war es beim Amtsantritt von Kovac, so war es in der vergangenen Saison, so ist es offenbar in dieser Saison. Trotz allem Geldregen, den die SGE-Funktionäre über den Kader gegossen haben. Ein Qualitätssprung? Nicht erkennbar, jedenfalls nicht im Heimspiel gegen … Augsburg. Und beim Blick auf die Tabelle ist nach Abschluss des Saisonbeginns, nach Ablauf der Transferfrist und nach der korrigierenden Länderspielpause auch nicht zu erkennen, dass das auf links gezogene Frankfurt-Sakko besser passt oder auch nur besser aussieht.

Man beachte: Das Auftaktprogramm mit Freiburg, Wolfsburg, Mönchengladbach und Augsburg hatte es schon ganz unabhängig von deren aktueller Platierzung (15, 13, 10, jetzt 6) alles andere als in sich. Das war mit das dankbarste, leichteste Auftaktprogramm, das man sich wünschen konnte. Resultat: vergeigt, wie so oft, resultierend im Mausgraubereich, streng genommen eher bei den Abwärtsguckern der Liga. Vier von zwölf möglichen Punkten aus Spielen gegen die geballte Mittel- bis Unterklasse der Bundesliga: Eintracht Frankfurt International kann genauso gut herumtrudeln, wie die weniger beliebigen Kader in den Vorsaisons. Nur ist das diesmal noch kostspieliger als zuletzt.

Ich schalte Mitte Oktober wieder rein, dann sind aus vier sicher 16 Zähler geworden und die Tickets für das Pokalendspiel in Berlin auch schon gebucht 😉

Habt eine schöne Zeit bis dahin!

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