Archiv der Kategorie: Beiträge

Nichts verpasst

Einen Monat ohne eine einzige Minute Eintracht Frankfurt zu sehen, ohne täglich über jeden quersitzenden Pups im SGE-Leib Bescheid zu wissen – eine Wonne war das. Und verpasst hat man ja offensichtlich nichts.

Denn in dem Moment, als man sich dann durchrang, das Spiel der Eintracht gegen den finanziell wie sportlich übermächtigen FC Augsburg live und in Farbe anzuschauen, war das  90 Minuten während Gefühl des Fans genauso wie der Auftritt des Teams: grau, blutleer, emotionslos. Das Spiel mutete fats exakt so an, wie alle drei Dutzend unter Trainer Niko Kovac.

Wieder mal scheint die (einzige) Maxime des Trainers zu sein, dass seine Spieler über die Physis kommen, irgendwie – sprichwörtlich irgendwie – ein Tor schießen und dann hinten dicht machen sollen. Es reicht stets nur für einmal 15 Minuten Druck: diesmal war das zwischen der 46. und 60. der Fall. Oder halt mit dem Mut der Verzweigflung in den letzten fünf Minuten. Hättte Augsburg nur einen der Gegenstöße sauber ausgespielt … müßig. Verloren ist verloren. So wie oben geschildert war es beim Amtsantritt von Kovac, so war es in der vergangenen Saison, so ist es offenbar in dieser Saison. Trotz allem Geldregen, den die SGE-Funktionäre über den Kader gegossen haben. Ein Qualitätssprung? Nicht erkennbar, jedenfalls nicht im Heimspiel gegen … Augsburg. Und beim Blick auf die Tabelle ist nach Abschluss des Saisonbeginns, nach Ablauf der Transferfrist und nach der korrigierenden Länderspielpause auch nicht zu erkennen, dass das auf links gezogene Frankfurt-Sakko besser passt oder auch nur besser aussieht.

Man beachte: Das Auftaktprogramm mit Freiburg, Wolfsburg, Mönchengladbach und Augsburg hatte es schon ganz unabhängig von deren aktueller Platierzung (15, 13, 10, jetzt 6) alles andere als in sich. Das war mit das dankbarste, leichteste Auftaktprogramm, das man sich wünschen konnte. Resultat: vergeigt, wie so oft, resultierend im Mausgraubereich, streng genommen eher bei den Abwärtsguckern der Liga. Vier von zwölf möglichen Punkten aus Spielen gegen die geballte Mittel- bis Unterklasse der Bundesliga: Eintracht Frankfurt International kann genauso gut herumtrudeln, wie die weniger beliebigen Kader in den Vorsaisons. Nur ist das diesmal noch kostspieliger als zuletzt.

Ich schalte Mitte Oktober wieder rein, dann sind aus vier sicher 16 Zähler geworden und die Tickets für das Pokalendspiel in Berlin auch schon gebucht 😉

Habt eine schöne Zeit bis dahin!

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Viel Spaß, viel Erfolg

So, es ist geschafft. Die Vorbereitung ist vorüber, die Bundesligasaison beginnt. Das Rad dreht sich von neuem. Sogar mit einem Torhüter und vielen vielen Feldspielern im Kader. Ich wünsche allen Anhängern von Eintracht Frankfurt viel Spaß, dem Verein viel Erfolg in den bevorstehenden 34 Liga- und ein, zwei, drei, vier Pokalspielen.Möge der Meisterschaftstraum, die Pokalphantasie Realität werden.

Für meinen Teil ist der Beginn der Saison 2017/2018 das Ende des Blogbetreibens, zumindest vorläufig. Sabbatical, sozusagen. Das kündigte ich ja bereits vor Wochen an. Die Kommentarfunktion läuft bereits seit einigen Tagen nur noch über Autorisierung, aus presserechtlichen Gründen wird das nun langfristig so bleiben.

Wir lesen uns. Sporadisch hier, vielleicht mal anderswo. Auf bald, es machte mit vielen von euch lange Spaß. Ich muss aber jetzt erstmal … „schlafen“.

EintrachtTV, übernehmen Sie, dann fühlen sich viele wohler 😉

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KP mit KP

Kevin-Prince Boateng. Kein Problem. Ohne Worte, einfach ohne Worte.

Eintracht Frankfurt im Sommer 2017, ein millionenschweres Schauspiel mit Sympathiefaktor 100.

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Weiter

Zum Weiterkommen in KO-Spielen brauchte es nie Ruhm, nur Ergebnisse. Das ist mit dem 3:0 im DFB-Pokalspiel in der mittelhessischen Nachbarschaft gelungen. Samt haarsträubender roter Karte. Und mit einem haarsträubend schlechten Linksverteidiger sowie jeder Menge Sandkörner im Getriebe. Aber immerhin hat sich Eintracht Frankfurt eingereiht in die Blamagen-Vermeider. Auf geht es also zum nächsten Pokalfastmärchen, heading to Berlin, wie der Englischsprachler sagt.

Und Herr Hradecky? Die verlängern mit dem bestimmt für Unsummen, passt auf. Aber wenns hilft, bitteschön. Geld hat man ja in Frankfurt nun ebenso plötzlich wie bekanntermaßen in Massen.

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Finnisches Kleeblatt

Er liebt mich, er liebt mich nicht, er liebt mich … das Hickhack um Eintracht Frankfurts Torwart Lukas Hradecky geht weiter. Benfica Lissabon, zu Schrotflinten-Seferovic, also wieder mal. Bitte, fort dann halt. Hat halt Vertrag, den zu erfüllen wäre nicht mehr als im normalen Leben gängige Praxis.

Aber was ist Hradecky denn jetzt für die SGE? Identifikationsfigur oder Spekulationsobjekt? So unsäglich, diese Nicht-Haltung der Funktionäre – und der Trainer steht schön dumm dar.

Jetzt also mit Zimbo in die Zukunft? Oder kommt er dann halt ins Tor, der Nach-Hradecky-Neuzugang aus, was hat man denn noch nicht, Ozeanien?! Der Trainer wüsste es sicher am liebsten. Gibt ja nicht schon genug Baustellen im Vorfeld der Saison, die Frankfurt im Ringen mit Augsburg und Mainz sieht.

Stuttgart hat ja indes den Teilzeitprofi Badstuber verpflichtet. Aufsteiger holt einen Deutschen. Kann mir das jemand erklären? Angeblich doch entgegen der Naturgesetze?! Spaß. Geld und so. Das man in Frankfurt halt nicht hat, obwohl man es offenbar hat.

Wäre ich nicht gerade in Portugal und hätte die Sportzeitungen nicht am Kiosk gesehen, hätte ich die Transfer-„Nachricht“ ebenso verpasst wie das offenbar nächste „stark“ herausgespielte Remis. Wenn der neue Keeper erstmal da ist, wirds eh besser. Dann ist der Fokus ein anderer, dann wird sich eingespielt – championstyle!

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Müdigkeit II

Stunde 19 bricht an. Seit bald einem Tag bin ich auf den Beinen, sitze in der Wartehalle eines Flughafens und hatte tatsächlich Zeit und Muse, Dinge über Eintracht Frankfurt- oder das was davon übrig ist – zu lesen.

Die USA-Reise war ja offenbar ein Mega-Erfolg. Die Sponsoren haben bestimmt aus Mitleid die Millionen überwiesen. Und die Heerschar neuer Spieler aus aller Herren Länder wird mit dem Würfelbecher auf den Platz geworfen. Kamada. Jovic. De Guzman, der sogar Führungsspieler. Aha.

Wobei, klar, wen man als solchen mal hatte, veräußerte man ja. Oder stellt kalt. Muss man als Weltstädter eben aushalten.

31 Mann im Kader, darunter eine Masse an Deutschquotenspielern. Wolf. Regäsel. Bätge. Jaha, im Dutzend werden die Spiele abreißen. Charly wer? Oka was? Call me Gelson.

In der Innenverteidigung gibt es trotzdem nur David Abraham und dann nichts; weil Russ‘ Marco ja Maskottchen ist und diese Südamerikabombe Ordonez offenbar weiterhin der Klogriff ist, der erwartet wurde. Der Vorgesehene hat Schulter. Noch paar Milliönchen in petto, Freunde der … Eintracht?

Alex Meier, so wird gerüchtet, macht sich entweder gen USA oder zum HSV. Der Eintracht wäre es regelrecht zu wünschen, dass sie vom AMFG nochmal 1,2 Törchen eingeschenkt bekäme nach dem unsäglichen Schauspiel der Hübners (pfui) und Co.

Die dürfen halt nicht, noch nicht. Erst muss noch irgendwo das, nein, DER Unmögliche geholt werden: einer mit deutschem Personalausweis. Seltener als die blaue Mauritius, diese Gattung. Und magnetisch, so welche prallen an RheinMain naturgesetzlich ab. Aber immerhin: Zwei Beine braucht derjenige ja nicht zwingend, da lässt sich doch einer finden … oder was sagen die DFB-Statuten dazu?

Das wird eine ganz ganz tolle Saison. Die SGE wird Meister und kein Fan kennt den Namen eines Spielers. Aber die Zahlen, die BWL die hat jeder im Kopf. Weil darum geht es ja im Fussball #mathemachtspass

Noch 40 Minuten, dann ist Stunde 21 vorüber und ich hoffentlich in Reichweite eines Bettes. Die Bundesligasaison verschlafe ich sowieso.

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Müdigkeit

Tief drin im Jahrtausendwechsel-Schlamassel von Eintracht Frankfurt gab es eine Zeit, in der mir die SGE reichlich egal wurde. Das war die Reaktion auf jahrelangen Diletantismus, Skandale, hire&fire-Attitüde und kategorisch ausbleibenden sportlichen Erfolg. Die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit, sie war unübersehbar.
Vielleicht war das für einen Jugendlichen, Heranwachsenen, der ich um diese Zeit war, schon unüblich. Emotionalität, Naivität, Manipulierbarkeit seien als Stichworte genannt. Mit Blick in die Fankurve und das notorisch volle Waldstadion muss man jedenfalls zu dem Schluss kommen, dass ein solches Verhalten in diesen Tagen wohl undenkbar wäre. Ewigtreu mit 15, ewigtreu mit 25, ewigtreu mit 35 – danach fühle ich mich nicht.

Denn heute, gut und gerne 16, 17 Jahre nach meiner ersten, auf all den Peinlichkeiten der Ohms/Hölzenbein/Woodcock/Helaba-Geldkoffer-NummernAbkehr von Eintracht Frankfurt spüre ich diese Abnabelungstendenz erneut.
Bei allen Fehlern, der Stagnation der vergangenen Jahre, zumal der bleiernen letzten zwei, drei Bruchhagen-Jahre, kann ich mit dem Kurs der vergangenen Monate nichts anfangen. Austausch des Kaders samt der Leistungsträger, nichtöffentliche Trainings, Demontage der Vereinsgesichter, Zukauf von x-beliebigen Kickern aus Gottundderweltland: Neue Besen kehren nicht aus Prinzip gut, nicht naturgesetzlich – und als Maxime des Handelns „hauptsache anders“ auszugeben, wirkt eher infantil. Jede Wette: Der Beliebigkeitskader der kommenden Saison fährt im Idealfall keinen Deut erfolgreicher über die Ziellinie als das üblich war, ist und bleibt. Das auf-links-Ziehen des Kaders, das Dasein der letzten paar Gesichter dieses Klubs als bemitleidenswerte Maskottchen führt nicht zur sportlichen Verbesserung sondern zur Ent-Identifikation mit der Mannschaft.
Jubelt man eigentlich nur einem Wappen zu? Wer oder was ist denn dieser „Verein“, zu dem man steht, wenn nicht diejenigen, die ihn mit Leben füllen, ihn auf dem Feld repräsentieren? Da ist die Logik bei einem Profi- doch nicht anders als bei einem Dorfverein, oder? Im Sinne von: Kickt da keiner mehr aus dem Ort, nicht mal mehr aus der Nähe, nicht mal mehr aus der Region oder gar dem Land ist es nicht dasselbe. Meine ich. Fühle ich. Kann man plump als Deutschtümelei abtun, kann man aber auch einfach mal drüber nachdenken. So auf einer Meta-Ebene, in eine Langfristperspektive gedacht.

Ich dachte grundsätzlich immer, dass man Fußballern zujubelt, sich über Stärken/Schwächen austauscht. Nicht, dass man sich als Fans über Betriebswirtschaft unterhält, semi-schlau abwägt, ob drei, vier oder fünf Millionen Euro für Bastian Oczipka „marktgerecht“ sind. Oder ob es ein gutes Geschäft ist, sechs Millionen auszugeben und spekulativ irgendwann 30 Millionen zu erlösen. Wie das mit dem Stadion, mit Betreiberverträgen, mit Altlasten und Etats und so ist. Mir ist das alles zu viel Börse geworden.

Nur eines will sich partout nicht ändern: Der Glaube an die Illusion, dass Eintracht Frankfurt mehr ist, mehr sein kann als ein Mittelfeld-Bundesligist (man schaue mal auf die Ewige Tabelle für Einordnungen über 50, nicht über 5 Jahre). Dass die Infrastruktur, die Voraussetzungen besser wären als anderswo, günstiger als in Mainz oder Augsburg. Dass man nur das Potential, das es angeblich gebe, ausschöpfen müsse. Dann, ja dann … Was eigentlich dann? Reicht es alle Jubeljahre mal fürs Verlieren des Pokalfinals, fürs hin-und-wieder-Reinrutschen in den Uefa-Cup, der nicht mehr so heißt?

Lassen wir die Lemminge halt mal eine Weile laufen, vielleicht laufen sie ja dem Erfolg hinterher. Wäre ja schön. Mich kratzt die Skala Eintracht-Erfolg/Misserfolg zumindest vorerst nicht mehr.

Die Wiederkehr des Immergleichen mag man ertragen können, aber gesund lebt derjenige, der sich Pausen vom immerselben Trott gönnen kann. Ich bin müde geworden, des Mahnens müde und mürbe. Und ich bin daher, nach sieben Jahren Daueranalyse drauf und dran mir diese Pause, eine Pause von Eintracht Frankfurt zu verordnen; was jeder Blog-Leser sicher schon angesichts der spärlichen Zahl der neuen Beiträge geahnt haben dürfte.

Sollte es jemanden geben, der dann und wann als Gast-Autor einspringen möchte, der seine Gedanken mitteilen möchte: er/sie schreibe per Mail. Oder in die Kommentarspalte. 

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