Die Schar der Sympathisanten

Solange Tausende mitsingen, wenn aus dem Epizentrum der Regelmissachtung – wider besseren Wissens – Gesänge wie „Fußballfans sind keine Verbrecher“ angestimmt werden, man Randalemeister als Adelstitel empfindet und diesen als solchen (mit)feiert, bei Pyros, Leuchtspuren und jedwedem Assi-Verhalten (mit)klatscht, wird sich in der Fanszene von Eintracht Frankfurts nichts ändern. Das Problem sind nämlich nicht (nur) die 1500 bis 2000 Problemfans, jene, die den Sicherheitsbehörden als gewaltbereit gelten. Das Problem sind die vielen Tausend, die über ihre Reaktion(en) ihre Zustimmung signalisieren.  Im Stadion, in Kneipen, in Online-Foren.

Das Ritual, sich im Anschluss an eine Assi-Aktion über die folgenden Kollektivstrafen seitens des Verbands oder des Vereins zu mokieren – nichts als elende Folklore. Sich aber als Gruppierung nach einer sanktionierten Tat in die Opferrolle zu begeben, ist geradezu lächerlich. Denn selbstverständlich kennen die Kurvenjungs und Fanszenen-Fans ihre Pappenheimer ganz genau, ob die Randalemeister nun eher im Spektrum der Ultras, unter Fanklubs oder anderer, vielleicht nicht mal Namen tragender Entitäten zu suchen sind: Die Aktionen, die letztlich dem Klub schaden, bedürfen stets  einem Mindestmaß an Planung, Absprache und dem Okay jener Leute, die auswärts und/oder daheim das Sagen haben. Und diejenigen gibt es, glaubt das mal nur. Gebe es die Einwilligung, mindestens mal eine stillschweigende Akzeptanz nicht, wäre das Resultat nämlich die praktische, immer nur heraufbeschworene Selbstreinigung der Kurve: den (wenigen) Verantwortlichen aufs-Maul-hauen. Würde es sich tatsächlich um Einzeltäter, um einen Verstoß gegen den „Kurven-Ethos“, gegen „Leitlinien“ durch ein paar Outlaws handeln, gebe es ernste Kooperation mit Klub und Sicherheitsbehörden, es würden gleich 5, 10, 20, 50, 100 Umherstehende unmittelbar nach dem Zünden eines Pyro zur Polizei gehen und den-/diejenigen im Block benennen, beschreiben, sie verpfeifen. Fakt ist aber, dass es in der Kurve, um das mal als pauschales Synonym zu nehmen, eine bestimmte DNA gibt. Eine, die das eben entgegengesetzt des gerade Angesprochenen beinhaltet. Eine, die Regelüberschreitungen goutiert, sie gutheißt und in letzter Konsequenz fördert. Ächtung gibt es nur in eine Richtung, und das nicht in die eigene, nicht bezogen auf die eigene Ingroup.

Eine zahlenmäßig überschaubare, aber laute Gruppe grenzt sich zu anderen ab, verroht den Diskurs, vergiftet das Klima und reklamiert dabei die Deutungshoheit für sich. Verband, Polizei, die andere Fangruppe: Schuld iststets  dort zu suchen, Provokationen gehen – wie einst im Sandkasten – immer vom Gegenüber aus. Wenn man als einer, der im Mediensektor tätig ist, eines zügig lernt, dann den folgenden Mechanismus: Menschen kehren das Verursacherprinzip gerne um, mindestens aber ignorieren sie es gerne. Dabei ist die Sache im konkreten Fall völlig simpel: Keiner aus dem Sportgericht zündete Leuchtspuren und warf sie in die „gegnerische“ Menschenmenge. Kein Verbandsmensch fackelte Pyros oder Rauchbomben ab. Es waren Anhänger von Eintracht Frankfurt, die – im Falle von Magdeburg unbestreitbar – Straftatbestände erfüllten. Wurde einem das Stöckchen, diesmal in Form von Nazi-Parolen hingehalten? Ja, mag sein. Muss man über das Stöckchen springen? Nein. Und natürlich hatte man nur sicherheitshalber mal gleich das ganze Brenn-Arseanal mit dabei und ins Stadion gebracht; niemals hatte man von Beginn an vor, zu eskalieren. Natürlich.

Nein, Ultras – oder wie auch immer man die Assozialen nennt – gieren nach dem Image als Outlaws, die Geächteten zu sein, die Feindbilder. Sie suhlen sich im böse-Jungs-Dasein, jedes andere Image würde ihren Wesenskern zerstören. Genau das ist der Grund, wieso persoanlisierte Tickets zwingend erforderlich sind. Klartext, Farbbekenntis: Wer ist, wer sind die Übeltäter? Name, Rausschmiss, Haftung. Ob das in der Praxis funktioniert, wird sich zeigen (müssen). Klar ist aber, dass dieser als der nächste Schritt gegangen werden muss, was ist denn die Alternative? Weiter so? Ignoranz? Belohnung statt Bestrafung? Wenn die Gescheiten, die es ja nun wahrlich auch gibt, die Indiferenten oder so mancher Im-Zweifel-krakele-ich-mit-Fan diese Maßnahmen, das Leid unter dem Treiben der Wenigen, als Zumutung empfinden, werden sie künftig vielleicht nicht mehr ihre Sympathie für jene bekunden, die für diese (bis hierhin noch tatsächlich milde) Entwicklung tatsächlich verantwortlich sind: die Fans selbst.

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Linke Nummer

Verloren hat Eintracht Frankfurt zwei Punkte in einer Partie, die aber ebenso gerechter- wie prognostizierweise Unentschieden enden musste, wegen überraschender Naivität. Wie man beim Stand von 2:1 und 2:2 binnen weniger Minuten stumpf den linken Flügel verwaisen lassen und dem Gegner ein Drittel des Platzes überlassen kann – unbegreiflich. Dazu das wirre Zweikampfverhalten von Ante Rebic, der in der Folge aber regelrecht trotzig wirbelte, und das wieder mal miese Stellungsspiel von Michael Hector, zu dem unten noch mehr zu sagen ist:. So gehen Punkte verloren, die aller tabellarischen Entspannung zum Trotz nicht (mehr) verloren gehen dürfen. Dafür war die Eintracht nämlich eigentlich zu gut, zu überlegen.

Die SGE hat aber eines ihrer Problem genau dort, wo es vermutet und vielfältig benannt wurde: in der Innenverteidigung, sobald David Abraham ausfällt. Hector ist, da können ihn Trainer und Sportdirektor noch so schützen, für dieses Niveau nicht gemacht. Dass er dann das 3:3 köpft, ist schön, er / es rettet den mehr als verdienten Zähler. Über Defizite täuscht es trotzdem nicht hinweg.

Zu zu wenig kommt überdies von der Doppelsechs. Huszti spielt offenkundig den offensiveren Part, dann aber auch nicht konsequent bis 20 Meter vors Tor. Gut zu sehen in der 1. Halbzeit als Blum in den Rückraum, 16 Meter vors Tor legt … und niemand dort steht, hinläuft. Omar Mascarell? Ist beim Vorwärtsgang gar kein Faktor. Zentral bleibt somit alles an Marco Fabian, der abermals stark spielte, hängen. Unterstützung gab es nur vom guten, Mijat Gacinovic deutlich überlegenen Danny Blum – sein Gegenüber Haris Seferovic, die Eintagsfliege, knüpft nahtlos an seine Darbietungen der vergangenen Monate an. Samt der bekannten Teilnahmslosigkeit. Der verursachte Strafstoß steht dabei sinnbildlich für die grundsätzliche Spielweise des Schweizers: Ungescheit, Unüberlegt, kopflos. Es erscheint falsch, Seferovic eine Vertragsverlängerung anzubieten. Es war schon falsch ihn nicht zu verkaufen. So, als die immer-schon-Eintagsfliege, ist er keine Hilfe. Rebic war deutlich agiler, aktiver, letztlich effektiver via Flanke zum 3:3.

Die SGE hätte also fast ein Spiel verloren, das sie nicht hätte verlieren müssen, Berlin profitierte von drei Patzern. Zum Glück – aber nicht glücklich – reichte es noch für den Punkt.

Eintracht Frankfurt, und das ist ebenso bemerkenswert wie hochqualitativ, spielt unbeeindruckt weiter, Trainer Niko Kovac bimst diesem Team einen Plan ein, den es konsequent verfolgt. Das alleine ist eine Verbesserung, ein Quantensprung geradezu. Und sie spielen (!) Fußball, mit und dank feinen Fußballern wie Fabian und Vallejo Wann sah man das denn zuletzt? Wiederaufstiegssaison, speziell die Hinrunde. Danach? Gewürge, Gebolze, Gequäle. Endlich wird dieser Klub dem Sport wieder gerecht, dem Wettkampfgedanken, endlich will man – das ist in der mutigen Spielanlage sichtbar -etwas erreichen. Der Gegner musste sich mit Zeitspiel behelfen, sich am Boden wälzen, die Uhr wegen des beständigen Drucks melken. Die linke Nummer juckte Frankfurt überhaupt nicht, fast maschinell gingen sie zu Werke, angestachelt von einer emotionalisieren Anhängerschaft im (wieder mal recht leeren) Stadion.

Ambition, so sieht sie aus, wenn man sie konsequent verfolgt. Bravo – den ersten Prüfstein sehr gut gemeistert.

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Vier

Wenn es in der Vergangenheit je eine Begegnung gab, bei der die Statistiken mehr auf eine Punkteteilung hindeuten als bei Eintracht Frankfurt gegen Hertha BSC Berlin – man zeige sie mir.

Die vergangenen zwölf Aufeinandertreffen lesen sich in der Bilanz so: Berlin gewann vier Mal, die SGE siegte vier Mal und ebenso oft, nämlich vier Mal endete die Partie unentschieden. Im Torverhältnis liegt die Hertha mit 20:17 Toren vorne – wegen des unsäglichen 2013er-SGE-Saisonstarts, der 6:1-Auswärtspleite.
Und obwohl auf die Bundesligageschichte gemünzte Gesamtstatistik klar für Berlin spricht (29 Siege zu 19 Niederlagen bei 15 Remis), fußt das vor allem auf Spielen im Olympiastadion. Das Waldstadion  hingegen ist kein Gewinnerterritorium für BSC, dort gewannen sie insgesamt nur acht Mal – zuletzt 2007 und 2001 – und holten sich ein Dutzend Pleiten ab. Dieselbe Zahl, zwölf, steht auch bei unentschieden im Waldstadion zu Buche.

Schaut man jetzt noch auf die aktuelle Tabelle, sieht man, dass der Vierte (Frankfurt) gegen den Fünften (Berlin) spielt. Rührt man all diese Informationen zusammen, braucht man die Partie am Samstag eigentlich gar nicht erst anpfeiffen, jeder nimmt nämlich einen Punkt mit. Ein Resultat, dass man als Eintracht-Fan in diesem Fall schon vor Anpfiff sicher ziemlich bereitwillig akzeptieren würde – ganz anders als bei den Bruno-Hübnerschen-Vorgaben im Vorfeld der Spiele gegen Darm- und Ingolstadt.
Aber es wird ihn ja geben, den Anpfiff, folgend den Spielverlauf, und letzterer entscheidet ja stets über das Nach-Spiel-Befinden. Da ist dann bisweilen selbst ein Punkt gegen das übermächtige Bayern München zu wenig, wenn in der 94. Minute noch die Ausgleichs-Gurke in die Kiste gefallen ist. Übermächtig ist Hertha jedenfalls nicht, der erste wahre Prüfstein der Bundesligasaison 2016/2017 ist es unterdessen auf jeden Fall.

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Pflichtsiege

Seit jeher bin ich ja ein Freund davon, Formstärke / Formschwäche statt Nominelles / Personelles als Grundlage zur Einordnung von Ergebnissen zu nehmen. In diesem Kontext ist jetzt klar, dass Eintracht Frankfurt bislang ausschließlich formschwache, ja, Krisenteams vor der Flinte hat. Schalke musste man ganz offenkundig bezwingen, Leverkusen konnte man wohl besiegen, Ingolstadt verhaftet(e) ebenfalls in Saisobstartsschwäche und Darmstadt – dazu, zu deren Übelkeit und dem Unglück hintenraus ist alles gesagt. Dementsprechend, in der Logik des gerade Gesagten, ist es wichtig, den aktuellen Trend als das einzuordnen, was er ist: eine Abeinanderreihung von Pflichtsiegen (ja, viele der Partien hätten viele SGEs der Vergangenheit mindererfolgreich bestritten).

Gegen Hertha BSC Berlin steht daher tatsächlich ein auf ungewöhnliche Art und Weise richtungsweisendes Spiel an: Gelingt der SGE gegen die formstarken Berliner ein gutes Spiel, ein fußballerisch überzeugender Auftritt  und holt sie gar Punkt(e), lässt sich eine erste Prognose zur Tabellenregion wagen, in der die Eintracht sich mittel- bis langfristig wiederfinden wird. Die Hertha ist angesichts vergleichbarer Frankfurt-Form  sozusagen der erste Prüfstein.

So oder so bewahrheitet sich die These, dass man die nominell starken Gegner lieber zu Saisonbeginn im Spielplan haben sollte – da herrscht noch eine gewisse Waffengleichheit, jedenfalls liegen keine Welten zwischen den Uefa-Cup- und Relegationsplatz-Aspiranten. Die Eintracht hat das formidabel umgesetzt und ausgenutzt.

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Bemerkenswertes von den Fast-Absteigern

Das war ein Zuckerl! Als Bastian Oczipka die richtige Entscheidung trifft und nach dem ziemlich verunglückten Eckball abzieht … ein Wow-Moment! Und gleichsam der Moment in der Partie, der den Fan der Frankfurter Eintracht wissen lies: Ja, das sind die Punkte 7,8 und 9.

Damit haben Trainer Niko Kovac und die SGE-Spieler einen Saisonstart hingelegt, der perfekt ist. Nein, er ist mehr als das – dieser Saisonstart befriedigt Sehnsüchte, er erfüllt die Kriterien die man als ambitioniertes Team (an sich selbst) anlegen muss. Eintracht Frankfurt beweist in diesen Wochen eine ungekannte Qualität. In dieser Saison wird mit Klasse, Plan und Ruhe vorgegangen – das ist ein Unterschied zur Sensationssaison 2012, als es vor allem der von Ex-Trainer Armin Veh gewählte überraschende, bedingungslose Offensivdrang war, der das Team von Beginn an tabellarisch nach oben hievte (und Emotionen schürte, von denen man auh bei Niederlagen zehren konnte: Kredit!)

Bemerkenswert: Es steht die Mannschaft auf dem Feld, die 2015/2016 beharrlich in Richtung 2. Liga siechte. Die zig Neuzugänge spielen in der Startelf kaum eine Rolle. Jesus Vallejo, der vielleicht beste Innenverteidiger der mittellangen SGE-Geschichte, und Omar Mascarell, einen noch unauffälligen Sechser, außen vor gelassen, legt diesen Saisonstart das Fast-Abtiegs-Team hin. Bemerkenswert – und Beweis, dass Trainer Niko Kovac hervorragende Arbeit leistet, dass die Transferpolitik – jedenfalls was die zweite Reihe und deren erhöhten Druck auf die erste Elf angeht – sinnig war.

Und Beweis, dass ich diesmal daneben lag oder zu liegen scheine. Was mich freut, um den gerne so hämischen Kommentatoren gleich mal entgegenzutreten. Den Lakmustest wird diese Mannschaft im Misserfolgsfall antreten (müssen). Dann kann es problematisch werden – umso besser, viele Punkte zu haben bevor eine Abwärtsspirale eintritt.

Das Spiel in Ingolstadt, das gerade in den ersten 15 Minuten auch jederzeit für den FC Audi hätte laufen können, ist in dem Moment zu Gunsten der SGE gekippt, als Alexander Meier den Eckballschützen, die nach Ablauf der abgezogen 1 Minute Nachspoelzeit tatsächlich kurz ausführen wollten und damit den Abpfiff provoziert hätten, signalisiere endlich auszuführen, die Hulla reinzubringen – das 1:0 fiel und öffnete den Weg zu einer weitgehend ruhigen zweiten Halbzeit, gekrönt vom Spektakel-Schuss des unter Kovac, nach 3 Jahren endlich erstarkten Bastian Oczipka.

Erneut hervorzuheben, neben dem auch ohne sein Tor positiv auffälligen Oczipka: Marco Fabian, der das Spiel an sich zieht und Schwung, Dynamik, Raffinesse ins Spiel bringt. Auch der Defensivverbund steht solide, ruhig, ohne Hektik. Auch Lukas Hradecky, der aber Schwächen bei Abstößen zu haben scheint. Problemfall, wie erwartet: Mijat Gacinovic, der weithin zu naiv, zu berechenbar agiert.

Überraschend: Die Doppelsechs funktioniert in mehreren Besetzungen, ein Unterschied in Ausrichtung/Spielweise ist nicht zu erkennen – ein unbestreitbarer Kovac-Verdienst. Zwar ist es ein Manko, dass Szaboltcs Huszti noch der offensivste Sechser ist und schon kaum am/um den gegnerischen Strafraum auftaucht – aber sei es drum. Bei möglichen 12 von 12 Punkten – Darmstaft wäre ja soooo „leicht“ gewesen – kann das ja offenkundig kein falscher Weg sein.

Ambition, Leute, jetzt könnt ihr sie sehen! Die Müdigkeit weicht vom Main. Endlich.

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Auf Probefahrt

Ein Fan von Eintracht Frankfurt steht im Autohaus. Es gibt zig Wagen, vom Volvo bis zum Lamborghini ist alles dabei. Der Verkäufer berät den Fan, zählt Vor- und Nschteile der Autos auf, Chancen und Risiken, Finanzierungsmöglichkeiten … das ganze Paket.

Für welches Auto wird sich der Eintracht-Fan entscheiden? Für den Volvo, und zwar als Jahreswagen. Einfach, weil der solide ist, ihn schon irgendwie von A nach B bringt, man mit dem Kauf, langweilig wie er ist, nichts verkehrt macht. Die sichere Wahl.

Und im Sinne dieser Analogie geht das Gros der Eintracht-Fans ans Sportliche heran: Hauptsache sicher, da gilt dann schnell mal ein Remis gegen Ingolstadt als Erfolg. So, wie es das vor dem Auftritt in Darmstadt tat (Spielweise und irgebdwie fast folgerichtiges Ergebnis bekannt) .

Wieso? Warum wird dieser Zufriedenheit, dieser Satuiertheit so gefrönt? Das Minimalste selbst dann zum Ziel ausgegeben, wenn das Maximale – so überraschen es ist/wäre – möglich ist? Die SGE steht nach drei Partien bei 6 Punkten – eine starke Ausbeute (Einschtänkung: die Form der bisherigen Gegner – ein viel entscheidenderer Faktor als die nominelle Stärke – war/ist offenkundig dürftig). Wieso also jetzt, da man sieht, dass etwas gehen kann, das Trainer und Team können, sofort in den Genügsamkeitsamkeitsmodus zurückkehren? Das Mia-san-mia der Bayern gründet beispielsweise auf dem unbedingten  Willen, etwas erreichen zu wollen, mehr als die Wahrung des Status quo. In diesem Sinn wäre es für die SGE ratsam, den Realismus zu verbannen und zu sagen: Ja, Ingolstadt packt man. Ambition! Unterfüttert durch Selbstvertrauen ist so manchen schon manches gelungen.

Zumal: Gegen Darmstadt ließ man Pflichtpunkte liegen,gegen Ingolstadt darf das nicht wieder passieren. Andernfalls sind die Bonuspunkte gegen Schalke und Leverkusen nur Kompensationsergebnisse.

Und wenn man dann mal eine Probefahrt im Lamborghini, wenigstens vielleicht im BMW unternommen hat, merkt man: Mit denen macht’s mehr Spaß  als in Volvo oder Suzuki. Analog das Gefühl in der Tabelle, zu Siegen/Erfolgen – und wer wird leugnen, dass ein Lamborghini schneller fährt als ein … nunja … Audi?!

In diesem Sinne: SGE samt Anhängetschaft, nicht schon wieder mit (zu) wenig zufrieden geben, schon gar nicht vor ABpfiff! Es muss ja nicht die Meisterschaft, die Champions League, der UEFA-Cup werden am Ende – aber als Sportler muss doch genau das, der Beste sein zu wollen, wenigstens das Ziel sein?! Wird’s dann doch Rang 12, ja mei, aber wenigstens (mal) den Angriff versucht!

Achja, meine Prognose: Verloren wird nicht.

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Der Verschmähte zeigt den Weg

Marco Fabian, ein Fußballer, der den Namen verdient – und Punkt(e) bringt: dankt mir nicht😉

Trainer Niko Kovac hat es begriffen, zumindest den Schneid gehabt, den Mexikaner endlich zu bringen. Einen Spieler, der den Ball liebt und vom Ball geliebt wird – das Gegenteil dessen, was für die meisten Frankfurter Spieler gilt. Fabian ist das, ist der, zu dem Mijat Gacinovic von so vielen Ahnungslosen gemacht wurde: ein Motor, einer, der den Unterschied machen kann. Er hat das Können, das Niveau und die generelle Durchsetzungsfähigkeit, auch den Abschluss/die intelligenten Laufwege, die der (Ver-)Dribbler Gacinovic (noch?) nicht hat.

Eintracht Frankfurt hat dieses Spiel gewonnen, weil es Fußball spielte. Und dass es das tat, hat maßgeblich mit Fabian zutun. Das alles war, das ist kein Zufall und wird, wenn Kovac nun den Mut bewahrt, auch künftig kein Zufall sein.

Jetzt, ihr Leute, haben wir eine Bundesligasaison. Wegen den Punkten und der Art und Weise. Die SGE hat bewiesen, dass sie kann, wenn sie mutig ist bzw wenn der Trainer sie mutig sein lässt. Sprich: Nach der Vercoachung in Bremen und der Verciachung in Darmstadt, ist Kovac nun hoffentlich belehrt genug. Das da ist der richtige Kurs (ignorieren wir mal den Elfmeter-Dusel und die quasi zurückgenommene Rote in der 2.HZ..)

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