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Vermutlich ist das Folgende einfach nur das Gekrittel eines alternden Mannes. Von jemandem, der vom Profifußball übersättigt ist und der Monat für Monat zunehmende Distanz zum Sportgeschäft, auch zu Eintracht Frankfurt jedenfalls zu diesem Eintracht Frankfurt gewinnt. Von daher sollte man an dieser Stelle einfach aufhören zu lesen, wenn man es mit Ewigtreue hält.

Vor fast genau einem Jahr erschien hier dieser Blog-Beitrag: Eintracht Frankfurt International

50 Wochen später zeichnet sich die Tendenz ab, die Zahl der „Legionäre“ im SGE-Kader konstant hoch zu halten (60%+) bzw. den Profiußball-Cocktailshaker wieder zu rütten: Viele Kicker aus aller Herren Länder/Ligen verpflichten, zusammenschmeißen und mal schauen, was herauskommt. Fernandes, Haller, Salcedo, nun wohl Jovic, dazu noch weiteres aus der Balkangen-Gerüchteküche, aus Dänemark wabert auch ein Name gen Main, der portugiesische nicht-Hugo namens Almeida tauchte auch schon auf  …

Mir ja schleierhaft: Wieso die zweite Bundesliga mittlerweile völlig ignoriert wird. Gerade nach der abgelaufenen Saison gibt es so einige Spieler, die eine starke Saison gespielt und mit ihren Mannschaften nicht aufgestiegen sind. Beispiele? Offensiv wären Kevin Möhwald von Nürnberg und Steven Skrzybski von Union Berlin zu nennen, auf der Sechs Christoph Buchtmann von St. Pauli, Marcel Sobottka von Düsseldorf oder als Innenverteidiger der hier schon in der Winterpause genannte Saulo Decarli. Mit Ausnahme des Letztgenannten sind das übrigens deutsche Spieler, aller unter 25 Jahre. Und die alle, samt und sonders nicht bei Großfinanziers á la Hannover oder Stuttgart unter Vertrag, sollen unbezahlbar sein, schlicht, weil deutscher Pass und deutsche (zweite) Liga spielend? Nonsens.

Die These, dass der zusammengeschusterte Internationalitätskonstrukt 2016/2017 nicht befriedigt, hat sich jedenfalls in 2017 bestätigt. Die Lehre daraus: weiter so, mit weniger Ausleihen. Das Kuriose ist ja, dass man Ante Rebic – allen Mängeln zum Trotz der offensiv neben Marco Fabian klar beste Frankfurte – für gut und gerne 3 Millionen Euro nicht verpflichtet, aber die Position mit irgendeiner Neuverpflichtung ja zu besetzen gedenkt. Für sicher nicht weniger als 3 Millionen Euro, Stichwort André Hahn (ja, deutsch – und mittlerweile auch kein Kandidat mehr). So oder so: Für noch mehr Geld weiß man noch weniger, wen/was man da qualitativ bekommt.

Es ist ja regelrecht grotesk, was da in Frankfurt (weiter) läuft: Dass beispielsweise ein Marius Wolf (weiter)geliehen wird – ein Reservist eines Aufsteigers – wird schlicht mit dessen deutschen Pass denn mit seiner sportlichen Qualität zutun haben. Man braucht ihn halt, um Verbandsregularien auf dem Papier zu erfüllen. Mit Danny da Costa (einzig verpflichtet, weil dieser Varela-Mensch entgegen ursprünglichem Vereinsvorhaben mit dem Bannstrahl belegt wurde) und Jan Zimmermann gibt es noch zwei weitere, die auf verlorenem Posten stehen werden, also ebenfalls Typ „Zählkandidat“ sind. Diese Deutschenquote wird ja vor allem dann wieder rasierklingenscharf, wenn – wie zu erwarten ist – Yani Regäsel abgegeben wird. Und Alexander Meier. Oder Marco Russ. Keinesfalls ausgeschlossen, letztere Personalien. Wird es ganz eng, gibt es halt wieder Profiverträge für Talent-Asse wie Furkan Zorba (wird ja auch abgegeben) oder Nelson Mandela. Marcel Titsch-Rivero, den kann man bestimmt auch irgendwo noch für einen Äppler und einen Handkäs loseisen.

Aber die Helena macht das schon, sie ist ja immerhin Göttin der Vegetation, sorgt also dafür, dass was wächst. Man hat ja „einige Alternativen“, hat Sportdirex jetzt gesagt. Na dann braucht es wirklich göttlichen Beistand.

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Azteken-Gene

Soeben gab es einen dieser Momente. Einige Sekunden, in denen man das Altern bemerkt(e). Beim Nachschlagen, wann ein gewisser Aaron Galindo bei Eintracht Frankfurt spielte, geschah es. Ich hätte schwören können, dass es so um 2010 herum gewesen ist, also nicht gar so lange her. Jedenfalls zu einer Zeit als dieser Blog wenigstens in seinen Säuglingsschuhen steckte.

Falsch. 2007 war es, als der Innenverteidiger zur SGE wechselte. Zehn Jahre ist das her. Zehn. Himmel hilf … Der Grund wieso ich nachschaute, ist die nun bestätigte (Leih- dann Kaufoptions)-Verpflichtung des mexikanischen Innenverteidigers Carlos Salcedo. Mexikaner – immer schon war ich ein großer Fan dieser Fußballnation, aus dem mittelamerikanischen Land kommen reihenweise gute Spieler. Das Gehalt dort drüben ist offenbar nicht mehr gar so astronomisch – bzw. zahl man in Frankfurt und anderswo in Europa – mittlerweile ähnlich absonderliche Gehälter wie in der mexikanischen Liga, was ja jahrelang eine Mexikaner-Schwemme gen Bundesliga/Europa generell verhinderte. Pavél Pardo, einst bei Stuttgart, was für ein guter Fußballer! Sechser, übrigens …

Nun also nach Marco Fabian, dem fußballerisch besten Frankfurter seit langem, ein defensiver Mexikaner. Bravo, das ist auf dem Papier schonmal ein überzeugender Griff. Einer, der den Abgang von Jesus Vallejo durchaus kompensieren könnte. Jedenfalls dann, wenn Salcedo die mal non chalant, shcon gerade zu vorurteilsgleichen ihm qua „Azteken-Gene“ zugeschriebenen Tugenden mit der Muttermilch aufgesogen haben sollte.

Gut gemacht, lautet das Urteil. Im Gegensatz zur Entscheidung, Marius Wolf – die ganz Aufmerksamen werden den Namen erinnern – weiter im Kader zu halten. Den Hannoveraner, der als Notnagel mal auf den Außen ran musste, leiht (!) man von einem Zweitligaaufsteiger. Völlig absonderlicher Schritt. Denn entweder ist man von Wolf überzeugt, dann verpflichtet man ihn für einen mutmaßlich mittleren bis mittelhohen sechsstelligen Betrag. Oder man lässt die Finger von dem Spieler. Was man jedenfalls nicht macht: Ausleihen von einem Verein auf Augenhöhe, gar von einem Aufsteiger.

Weiter warten wird man auf den Königstransfer, der besser nicht auf der rechten offensiven Außenbahn, sondern im zentral defensiven Mittelfeld verpflichtet wird. Koan Hahn, lautet das Blog-Plädoyer. Ums zu wiederholen: Nicht für die kolportierten fünf, sechs (Hradecky-Urlaub)Verkauf-Millionen. Zwei, zweieinhalb für Hahn, vier für Mr. X auf der Sechs – so eine Aufteilung wäre mir persönlich ja lieber. Um nicht zu sagen: Lieber sechs Millionen für einen gutklassigen defensiven Mittelfeldspieler und den Rest für den Flügel, ja gut, und einen Finnentschechenersatz im Tor. Jan Zimmermann, der sich gegen einen gewissen und mir persönlich nicht mal namentlich erinnerlichen Stefan Ortega bei 1860 nicht durchsetzen konnte, kann man natürlich nicht ernsthaft als Stammtorwart-Kandidat auf dem Schirm haben.

Aber irgendeinen verkaufen die bei der Eintracht ja sowieso noch – oder sparen Gehalt. Das von Alexander Meier, beispielsweise. Dessen Gehalt würden die Herrn Funktionäre sogar sicher 1:1 gen Hradecky geben, ich bin von so einem Szenario felsenfest überzeugt. Vom Willen, jedenfalls. Man wird ihn wahrscheinlich noch für die Deutschen-Quote brauchen, den Ex-Torschützenkönig. So könnte sich auch Wolf erklären … Nachtigall …

Nee, genug jetzt, es begann ja alles so positiv. Azteken-Gene, gerne mehr davon!

 

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Der nächste Resetknopf

Der Druck auf den Resetknopf 1.0 Anfang 2016 ist ja ziemlich daneben gegangen; mit den Regäsels dieser Neuzugangswelt rauschte man in den Fast-Abstieg. Der Resetknopf 2.0 im Sommer 2016 ging kaum weniger schief; Pokalfinale, ja ja, man weiß ja auch wie bzw. gegen wen – aber ligatechnisch ist das doch letztlich ziemlich genau das gewesen, was Eintracht Frankfurt immer so abliefert: Im Optimalfall graues Mittelmaß, läufts etwas schlechter Abstiegskampf mit Coin-flip-Wahrscheinlichkeit, dass es ins Unterhaus geht.
Und nun also Resetknopf 3.0 – einer mit der Tendenz, die Mannschaft noch etwas beliebiger, austauschbarer zu gestalten als vor einem Jahr. Alexander Meier und Marco Russ, zwei der drei letzten Gesichter des Vereins und Kapitäne Eintracht Frankfurts, sind von Trainer Niko Kovac ziemlich ausgebootet worden. Die späte Einwechslung Meiers im Pokalfinale war da nur die Fortsetzung dessen, was schon vor Meiers Verletzung geschah: Entgegen allem Gestümper auf dem Platz wurde ihm nur noch die Rolle des Minutensammlers zugestanden. Und selbst das wohl zähneknirschend. Marco Russ stand in der Bewertung plötzlich hinter Michael Hector, einem Spieler, der den fußballerischen Ansprüchen der Bundesliga nicht im Ansatz genügt, der in vielerlei Hinsicht wie ein Soto-Kyrgiakos-Relikt anmutet. Seltsame Schachzüge, wenn man da eine Strategie vermuten will. Einzig Bastian Oczipka, und dank der abgelaufenen Saison Timothy Chandler sind nach einem alles andere als undenkbarem Vereinswechsel jedenfalls Alex Meiers so etwas wie Identifikationsfiguren. Mau, mauer, Mainmannschaft.

Dass die Kader-Internationalisierung gescheitert ist, dass sie jedenfalls keinen Vorwärtsschritt brachte, darf wohl als eine Lehre der Spielzeit 2016/2017 feststehen. Die Frage ist, was die Funktionäre nun zutun gedenken?

Gelson Fernandez. Ein Vereinsbummler, zehn Klubs in zehn Jahren. Dazu exakt so torgefährlich wie die anderen SGE-Sechser der Vergangenheit und Gegenwart (zehn Tore in zehn Jahren). Keinesfalls also der Antreiber, der Dampfmacher, den es auf dieser Position bräuchte. Auch im x-ten Jahr nach Sebastian Rode, der ja nun wahrlich auch seine Mängel hatte und hat, tummeln sich im Eintracht-Kader ausschließlich „Ballverteiler“, Zerstörer oder Notlösungen auf dieser so spielentscheidenden Position. Hasebe, Mascarell, Medojevic, Gacinovic, nun Fernandez (Marc Stendera, dem die spielerische Note durchaus zuztrauen wäre, kann man ja getrost abschreiben). Egal für welche Doppelsechs, und egal in welcher Reihung diese auf dem Platz steht, man sich entscheidet: Keines der perspektivischen Duos wäre in der Lage die eklatanten Defizite im Aufbau- bzw. Offensivspiel zu mindern, geschweige denn zu beheben. Einzig ein „Königstransfer“, die Verpflichtung eines Hochqualitativspielers kann das. Dort müsste das Geld, egal ob vorhanden oder nicht, hineingesteckt werden.

Es mutet daher beinahe grotesk an, dass die Funktionäre einem Torwart, Lukas Hradecky, einen Unsummenvertrag hinlegen wollen. Nach allem was so erzählt wird, soll die Finnenspinne knapp unterhalb des Salärs eines Alexander Meiers angesiedelt werden. Was ja völlig absurd wäre. Alleine vom Faktor der (Un)Ersetzbarkeit ist doch – wieder mal – offensichtlich geworden, wer wie einzuordnen ist. Auch in puncto Gehaltsgefüge.
Nein, für einen Torhüter, einen guten aber eben keinen überragenden, darf ein Mittelfeldklub sich nicht derart strecken. Die Baustellen in dieser Mannschaft liegen ganz woanders, das Geld muss in die neuralgischen Positionen fließen – die des Torwarts ist damit nicht gemeint, da gibt es ein Füllhorn Fähiger, und die bereits kolportierten Namen wie Julian Pollersbeck und Ron Robert Zieler zählen dazu. Nicht, dass ein Zieler jemals ernsthaft Naitonalmannschafts-Keeper hätte sein sollen, aber solange sich dieses Label nicht in seinem Gehaltswunsch spiegelt, wäre er qualitativ allemal auf Augenhöhe mit Hradecky zu sehen. Und über die Genannten hinaus gibt es da draußen noch weitere gutklassige Keeper, kurioserweise ist Hradecky selbst ja das beste Beispiel dafür: Was wurde von manchem nach dem Abgang von Kevin Trapp nicht gezittert, ob da jetzt nicht eine riesige Lücke gerissen wird. Wurde es nicht. Was erwartbar war. Und auch nun wieder ist. Ums kurz zu machen: Nein, keinesfalls den Vertrag zu Konditionen verlängern, die derart teuer zu stehen kommen und Investments in weitaus größere Baustellen (defensives Mittelfeld, Innenverteidigung, offensive Außenbahnen) verhindern – im Gegenteil, sofort den Millionenerlös, und seien es statt 7,8 nur 5,6 Millionen Euro einstreichen. Schubkarre und so; aus den gerade skizzierten Gründen.

Ein Name, der nun aufkam und der eine eben solche Summe kosten würde, ist André Hahn. Ein Spieler, bei dem zumindest bestritten werden darf ob er mehr Leistungsfähigkeit besitzt als Ante Rebic, einen Akteur also, der offenkundig nicht, jedenfalls nicht zum Preis von rund 3 Millionen Euro weiterbeschäftigt wird. Für Hahn sollen es ja eher um die 5 (Hradecky)Millionen Euro sein. Fast doppelt so viel – kann Hahn auch doppelt so viel? Das kann man getrost verneinen. Für günstige(re)s Geld macht eine Verpflichtung Sinn, jedenfalls täte sie einem nicht grundsätzlich weh.

Tomi Juric, ein in der Schweiz aktiver Australien(Kroatien)stürmer, ist heute in den ersten „sozialen“ Netzwerken als Namen aufgetaucht. Seine Berateragentur heißt schonmal original „Kick&Rush“ … Name=Programm? Würde ja zum Kovac/Hectorschen Spielstil der vergangenen Monate passen… Spaß beiseite: Es ist sehr wahrscheinlich, dass die SGE noch einen Stürmer verpflichtet. Alexander Meier wird vor dem Absprung stehen, Juric als Balkangen misst – wie Haller – kantige 1,90 Meter. Doof, dass er nicht – wie so viele andere in der vergangenen Saison (Seferovic, Rebic, Gacinovic, Tawatha, Regäsel) – beim dubiosen Liansports unter Beratervertrag steht, dann wäre die Sache klarer. Liansports wäre übrigens auch das ideale Einfalltor für Marko Marin, den Ewigherbeigerüchteten Außen. Er da oben behüte …

Montepelliers Steve Mounié, ein weiterer 1,90-Meter-Turm liest sich da schon deutlich vielversprechender. Der 22-Jährige traf in Frankreich 14 Mal, bereitete drei Treffer vor – und kostet halt das vierfache von Juric. Aus Gründen, kann man meinen.

Danny da Costa ist ein sinnvoller, ein guter Transfer. In einem passablen Maß bundesliga(!)erfahren, Außenbahnspieler und mit 23 Jahren absolut entwicklungsfähig. Die Leverkusener Ausbildung ist jedenfalls nicht die schlechteste in Deutschland.

Stürmer Sebastian Haller ist indes allen Rekordausgaben zum Trotz nichts weiter als eine Wundertüte. Luc Castaignos, man erinnert sich mit Schrecken, war in Holland auch alles andere als eine Nullnummer. Was das wert ist, sah man bei der SGE leidvoll. Skepsis gegenüber Haller ist angebracht; Geld schießt die Tore bekanntlich stets anderswo, remember your Caio 😉

Immerhin: Die Zeichen deuten darauf hin, dass man die richtigen Positionen im Blick hat. Auf der Außenbahn sucht man, im Sturmzentrum hat und sucht man, auf der Sechs hat man – wenn auch nicht ausreichend – und die Torwartfrage wird sich nun endlich klären. Was bleibt, ist die Baustelle Innenverteidigung; und die ist groß. Jesus Vallejo nochmal zu leihen, löst das Problem ja nicht. Weder David Abraham noch Marco Russ, sofern dieser überhaupt noch sollen darf, werden jünger. Und Anderson Ordonez kann, darf nach allem was man gesehen hat keine ernsthafte Zukunftsoption sein.

Frohe Sommerpause so dann, beim Confed-Cup wird man sicher noch den einen oder anderen aus zweiten Reihen rumturnen sehen, den Eintracht Frankfurt vor Turnierbeginn hätte verpflichten können.

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Grünes Gras

Stefan Aigner ist der nächste. Der nächste, der ausserhalb Frankfurts das Gegenteil von dem versprochenen Erfolg hat. Wie all die Ochs, Schweglers, Jungs, Rodes vor ihm. Wie die Hradeckys nach ihm.

Aigner, wie die anderen Genannten war bei der Eintracht ein Leistungs- und Sympathieträger. Ein Vorwärtsgeher, einer der wenigen Qualitätsspieler in der Mannschaft. Und nun ist er Drittligist mit 1860 München, schon auf dem Weg dorthin nur einer von vielen Spielern. Daran ändern auch angeblich vertraglich zugesicherte Häuschen und Co. nichts. Ändern sie die Stimmung, lindern den Schmerz, betäuben die Zweifel?

Man fragt sich immer wieder, was in diesen Fussballprofis vorgeht. Als ob irgendeiner von denen die dritte, die vierte Millionen Euro nötig hätte. Klar, die, die es zum Profi geschafft haben, nach vielen Mühen und Entbehrungen, müssen in 10, 12, 14 Jahren so viel Geld erwirtschaften wie Ottonormalmensch in 40,45,50 Erwerbsjahren. Bei den entgrenzten Sportlergehältern und der Tatsache, dass der eine oder andere Euro auch nach der Karriere noch verdient werden kann und wird, ist Verständnis aber völlig unangebracht. Die Nomaden ziehen weiter, mal verdienen sie Erfolgsprämien, mal kassieren sie Schmerzensgeld. Verdient wird immer, mal in diesem, mal in jenem Trikot.

Der schon angesprochene Lukas Hradecky wird ebenfalls diesem Zyklus folgen. Sich woanders wiegen lassen, sich auf vermeintlich grünerem Gras betten. Um dann, an den stillen Abenden sich eben doch zu grämen, dass man das, was man hatte zugunsten der nächsten Ungewissheit aufgegeben hat. Als Herausforderung gelabelt, natürlich.

Unterdessen verkauft Berlin einen sehr guten, aber sicher keinen überragenden Innenverteidiger (J.A. Brooks) für 20.Millionen Euro (!) zum Fast-Absteiger (!) Wolfsburg. Dieses Geschäft ist, auch gänzlich ohne Helene Fischer und Kaneras an Weizrnbiergläsern verkommen.

Einer Fussballmannschaft zujubeln? Mitfiebern? Wieso eigentlich? Selbst die Kirche ist ehrlicher (und jeder Pfarrer ärmer) als die Sportler, Funktionäre, Berater. Und jeder Fan sowieso.

Nun kommen zur erstklassigen Eintracht also Haller, Jovic, Fernandes. Jo, schön. Die nächsten Nomaden. Die nächsten Wundertüten, die nächsten Internationalen, die nächsten Syline-Superfans-Superstadion-Sprungbrett-Spieler. Gäääääähn. Und mit Mijat Gacinovic, unproduktivem Offensivaußen und leidlicher Sechsernotlösung verlängert man den Vertrag. Aha.

Beim Pokalfinale sprach mich ein Mitschauer, Freiburg-Fan an. Mit der Eintracht befasst er sich null, wie ausserhalb Hessens quasi jeder. Er fragte bei der Kamerafahrt entlang der Spieler vor Anpfiff: „Habt ihr eigentlich noch Deutsche?“ Ich, im reflexartigen Verteidigungsmodus, zählte sie auf – nur Bastian Oczipka spielte, Timothy Chandler wurde mir auch noch zugestanden. Da nickte der Gegenüber still und wissend.

Ich will nicht die Internationalitäts-Kiste von vor einem Dreivierteljahr erneut aufmachen, aber hat sich der Kurs denn tatsächlich bewährt? Man ist knapp über dem Niveau der Vorsaison gelandet, dank einer nicht nur punktemäßig brillianten Hinrunde. Einzig und allein. Der erste Einbruch, November/Dezember 2016, die erste Krise ab Februar 2017 und es kam nie wieder Luft in den Ballon. Der war geplatzt. Und das Erreichen des Pokalfinals, da lüge man sich als Frankfurt-Funktionär besser nicht in die Tasche, ist dem von Runde 1 bis zum Endsüiel holde Los- und Spielglück zu verdanken, keineswegs dem Faktor Qualität.

Was also ist die Bilanz? Verpasste Chance (n), Treten auf der Stelle, Status quo mit Tendenz gen Abstieg beim Blick auf 14,15 der Bundesligakonkurrenten.

Die nun eingelegten Patronen müssen ihr Ziel treffen. Mehr noch als vor/während der abgelaufenen Spielzeit. Denn 2017/2018 gibt es maximal 3,4 Augenhöhe-Konkurrenten im einträchtlichen Keller, nicht abermals Kleine, Augebhöheteams und ein weiteres halbes Dutzend Großkaliber.

Und wer weiss, vielleicht feiert man in einem Jahr den Klassenerhalt auf dem Römer. Die Meisterschaft des Mini-Mannes – mit Tankard als Helene Fischer für … nunja, Arme.

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Verpasst

Das Kapital gewinnt letztlich immer. So auch im Fall des DFB-Pokalfinals. Geld schiesst Tore. Ein Spiel, das unentschieden ausgehen muss, in dem Eintracht Frankfurt in Führung gehen muss und Borussia Dortmund lediglich von der individuellen Klasse ihres Stürmers und zwei starken Anfangsphasen profitiert. Das bessere Kollektiv erntet warmen Applaus und Respekt, die besseren Individualisten bekommen den Titel.

Wie schon die ganze Pokalauslosung, war auch der BVB im Finale nicht die stärkste Mannschaft. Deren Lustlos-Leerlauf hätte die Eintracht nutzen können, vielleicht sogar müssen. Erst verhinderte der Pfosten, dann ein Dappes-Elfneter den Weg zum Coup. Da war etwas drin in Berlin, es ist auf 90 Minuten kumuliert ein Abbild des Saisonfazits: die Saison der verpassten Möglichkeiten.

Bei Frankfurt setzt der Trainer zu spät auf Alexander Meier, überrascht mit Slobodan Medojevic und wird sich, wie ganz Frankfurt fragen was mit Lukas Hradecky los war/ist. Seit Wochen, seit dem Vertragspoker ist von seiner einstigen Sicherheit und Souveränität nichts mehr übrig, der Glaube, zu höherem berufen zu sein, lähmt (auch) ihn. Auch der Finne jagt der Illusion hinterher, sportlich besser zu sein als er ist.

Sebastian Rode, Patrick Ochs, Sebastian Jung, Pirmin Schwegler … Ganze Liederbücher könnten geschrieben werden von Spielern, denen die SGE nicht gut genug war, obwohl sie selbst nicht gut genug waren. Nicht gut genug für die Guten.

Nun ist die Saison also vorbei, mit einem versöhnlichen Abschlussspiel ohne den grossen Triunph.

Was bleibt ist die Erkenntnis, dass es 2017/2018 tatsächlich ums sportliche Überleben gehen wird, weit mehr als dass 2016/2017 der Fall gewesen ist. Der Austausch Daimler gegen Audi und Kind gegen Darmstadt machts möglich. Augsburg und Frankfurt, Mainz und je nach Doppelbelastungs-Malus auch Freiburg werden tief drin stecken im Abstiegsstrudel. Bleibt zu hoffen, dass Braunschweig hoch kommt – als Pufferteam für die SGE.

Gute Zeit allen Lesern, die nächsten Wochen wird es ja newsmäßig dünner – und nach Umzug gilt es jetzt erstmal die neue Bleibe einzurichten. So dann, auf ein Neues in Kürze!

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Die bessere Mannschaft hat verloren

Lukas Hradecky versaut das Pokalfinale. Das passt. Hauptsache Vertragspoker. Weg, blos fort mit dem. Irgendwohin. Dieser Drollo. Immer denken diese Leute, sie seien für mehr bestimmt. Die Realität holt sie immer und immer wieder ein, auch Hradecky über Wochen, aber nein, es muss ja immer mehr sein. England. Ja dann, bitte, weg. Der nächste wird schon paar Bälle halten. Oder keine dappigen Elfmeter verursachen.

Eintracht Frankfurt hat Borussia Dortmund beherrscht, war die bessere Mannschaft- und verliert das Pokalendspiel. Es ist einfach bitter. Und es ist eben wie immer: das Kapital gewinnt.

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Ankerwurf im Strudel

Eintracht Frankfurt hat es fast geschafft, sogar noch einen Tabellenrang zu verlieren. Seelenlos, qualitätslos hat man die Saison nach dem Erreichen des Pokalfinals austrudeln lassen, gegen Brauseball 75, 80 Minuten lang nicht minder als so oft zuletzt – ein Doppelschlag, der sich nicht im geringsten andeutete, verhinderte das Abrutschen um einen weiteren Platz. Durchatmen, dieses Irgebdwie2:2, die schiere Präsenz von Alexander Meier  (und Jesus Vallejo) ist die Minimalst-Motivationsspritze im Vorfeld des letzten Pflichtspiels der Saison. Ein Ankerwurf im Strudel.

Nicht auszudenken, wenn Bayer Leverkusen dann in der Liga auch noch vorbei geschippert wäre. Stimmungstechnisch wäre es der nächste Nullpunkt gewesen. Wie so viele Teams zuvor, wie so viele mit einstmals enormem Rückstand drohte auch Leverkusen vorbeizuspazieren an der SGE. Elfter ist die Eintracht letztlich geworden, gerade so nicht Zwölfter. Auf einen der drei grauesten Plätze gestürzt, kommend von Rang 3 (Februar 2017), nicht von 16 (Mai 2016). Ein tabellarischer Absturz, der der Rückrunde der Schande in nichts nachsteht. Nur darf die nun beendete Hslbserie ja nicht so genannt werden. Weil Pokalwettbewerb. Spiele, die inhaltlich ja auch überragend waren, gegen ebenso überragend Gegner. Aber dann, das Procedere kennt man, ists gerne „Ergebnissport“, der Liga-Murks ist dann auch kein Murks, es ist nur „Ergebniskrise“.

Dabei markiert das Doppelschlag-Remis am 34. Spieltag lediglich das überfällige Ende einer Bundesligasaison, in der es leichter denn je war, Europa zu erreichen. Weil die Großkopferten samt und sonders und dauerhaft patzten. Jubel gibt es anderswo. Wieder mal. Weil in Frankfurt zu viele zu wissen glauben, wo man herkommt – und dass diese Herkunft den Verlauf und den Ausgang beim Leistungssport bestimmt. Naturgesetzlich, gottgleich.

Im Kalenderjahr 2017 bestritt die SGE 18 Bundesligapartien. 54 Zähler sind das zu erreichende Maximum. 13 sind es geworden, um einen Blum/Vallejo sogar nur zwölf. Das ist mies, Punkt. Im deutschen Profifußball findet sich nur ein SGE-Kompagnon: Würzburger Kickers, die von Rang 6 auf 17 fielen – und Würzburg schlug Frankfurt in einem Testspiel im Frühjahr. Bemerkens-, nicht Muster gänzlich ohne Wert.

TV-Tabelle, Formsuche vor Berlin, Ehrenappell? Gereichte offensichtlich- und erwartbar- nicht zur Motivation bzw zur Qualitätsverbesserung. Logisch, als es noch um etwas ging, haben Trainer und Funktionäre alles fürs Bremsen, alles für die Akzeptanz der Ambitionslosigkeit getan. Niko Kovacs „wir sind nicht so gut…“ ist das Pendant zu Armin Vehs „Hände schütteln“-Satz. Nur kommt es ja nie darauf an, WAS gesagt wird, sondern WER etwas sagt.

Dabei wollte dieses Team doch, der Einsatz und der Geist sind – zumindest bei den immerselben – vorhanden. Dem Team reicht ein Funke, da ist das Comeback gegen Brausesport nicht das erste Beispiel, aber es muss eben auch mal wieder ein Feuer entzündet werden (dürfen). Bastian Oczipka, David Abraham, Danny Blum: Hätte man sie gelassen, hätte man sich in mutigem Fußball versucht, statt Spieler verbal wie taktisch einzufangen, vielleicht hätte man Minderkönner a la Seferovic ausgleichen und die Minimalstausbeute von 17, 18 Rückrundenpunkten (Europa) erreichen können. Gegen Leipzig, sowieso gegen Mainz, Wolfsburg oder Sonstwen. Perdu.

Das Pokalfinale wird diese Mannschaft natürlich nicht gewinnen. Und ebenso wenig wird diese Mannschaft durch Dortmund vom Platz gefegt, überrollt, vor einem Millionenpublikum zum Gespött. Es wird halt einfach verloren, 1:3, 0:2, irgendsowas. Dann wird sich auf die zuckenden Schultern geklopft für all das toll Geleistete, diese tolle Saison und die tolle Erfahrung Pokalfinale… „Hätte das vor der Saison einer gesagt“ – dieser Verbalerguss wird dann wieder bemüht; wie immer wenn underperformed wurde.

Wieso auch nicht, die Lemminge fressen ihnen bei der Eintracht ja aus der Hand. Lämmer. Schlachter. Und so.

Die Leute draussen, die mit der Eintracht nichts am Hut haben und sich bestenfalls an die prinzipielle Erstligazugehörigkeit dieser grauesten aller Mäuse erinnern, werden sich nach einem langweiligen, einseitigen Pokalfinale fragen, wie Frankfurt es bis ins Finale geschafft hat. Eventuell sollten die Fernsehsender den Turnierbaum der SGE dauer-eingeblendet lassen; das ordnet dann vieles ein, die „Neutralen“ draussen sind eher in der Lage zu erkennen, wie leicht die Lose zwischen August 2016 und April 2017 waren (wie mies und glücklich die meisten dieser Spiele liefen, bliebe trotzdem verborgen).

Es sei denn, ja es sei denn, Eintracht Frankfurt gedenkt im Anschluss an die letzten sieben Heimspielminuten, sich doch wieder aktiv in und an Fussball zu versuchen. Besagter Funken. Jagen, nicht jagen lassen – dann ist gegen Dortmund einer der grössten Erfolge der Vereinsgeschichte drin. Lasst sie von der Leine, Mut, Verve, Wucht – diese Mannschaft kann das können. Entgegen aller Vorzeichen kann sie das können.

Zügelosigkeit, jetzt.

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